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Mehrheit der CS-Aktionäre ist für Milliarden-Boni

Freitag, 30. April 2010, 11:38 Uhr, Aktualisiert 01.05.2010, 0:11 Uhr

Trotz viel Kritik haben die Aktionäre der Credit Suisse bei der Generalversammlung im Zürcher Hallenstadion den Vergütungsbericht 2009 deutlich angenommen. Rund 66 Prozent aller anwesenden Aktionäre stimmten für die Boni-Zahlungen. Zudem erteilten die Aktionäre der Geschäftsleitung die Décharge und bestätigten vier Verwaltungsräte für eine weitere Amtszeit.

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VR-Präsident Hans-Ulrich Doerig ist grundsätzlich zufrieden mit der GV.

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CS- und UBS-Aktionäre haben die Boni ihrer Chefs abgesegnet. Denken Sie, dass die Boni immer weiter steigen?

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Trotz der Annahme des Vergütungsberichts mit rund zwei Dritteln Ja-Stimmenanteil zeigte VR-Präsident Hans-Ulrich Doerig nicht nur Freude: «Ich sehe, ein beträchtlicher Teil von Ihnen ist nicht einverstanden», quittierte er das Resultat. Die CS werde künftige Vergütungsprogramme verbessern, um mehr Zustimmung der Aktionäre zu erhalten.

Vier Verwaltungsräte bestätigt

Ethos-Präsident Dominique Biedermann verlangte nach der Abstimmung für die Zukunft eine Konsultation der Aktionäre, bevor Vergütungen beschlossen werden. «Dies hilft, um die heutigen Exzesse zu verhindern.»

Ethos-Direktor Dominique Biedermann hofft auf ein deutliches Signal in Sachen Vergütungen.

Vier bisherige Verwaltungsräte, deren Amtszeit abgelaufen war, wurden von den Aktionären für weitere drei Jahre gewählt. Dabei handelt es sich um Noreen Doyle, Aziz Syriani, David Syz und Peter Weibel. Für den zurückgetretenen Ernst Tanner wurden gleich zwei neue Mitglieder in den Verwaltungsrat gewählt - der erst 28-jährige Jassim Bin Hamad J.J. Al Thani, Mitglied des katarischen Herrscherhauses, und Robert Benmosche.

Redeschlacht im Vorfeld

Zuvor musste die Führungsriege der Grossbank heftige Kritik einstecken. Zahlreiche Aktionäre äusserten ihre Empörung über die hohen Boni-Zahlungen. Für spontanen Applaus unter den fast 2400 anwesenden Aktionären im Zürcher Hallenstadion sorgte beispielsweise Aktionär René Zeyer, der an den Verstand von CEO Brady Dougan appellierte.

«Herr Dougan, kaufen Sie sich ein besseres Gewissen.»
René Zeyer, CS-Aktionär

«Zähneknirschend hat die Credit Suisse 140 Millionen Franken an die Lehman-Opfer bezahlt», so Zeyer, welcher einige der Opfer vertrat. Über 600 Millionen Franken Verlust haben die Betroffenen aber hinnehmen müssen. Brady Dougan kassiert für das Jahr 71 Millionen Franken Bonus: «Kaufen Sie sich nicht eine Yacht oder ein Ferienhaus, Herr Dougan, kaufen Sie sich ein besseres Gewissen.»

Kritik aus allen Richtungen

Diverse Aktionäre empörten sich über die hohen Boni-Zahlungen. Ein Aktionär hat sich gar als günstigere Alternative zu CEO Brady Dougan empfohlen: «Ich wäre gerne bereit, für nur zwei Millionen Franken an der Spitze der CS zu stehen.» Ein weiterer Aktionär forderte den CEO auf, sich von seinem Geld einen Deutschkurs zu leisten.

Empörung über CS-Boni

Auch die Krise rund um die Lehman-Brothers-Opfer stand immer wieder im Mittelpunkt der Redner-Ausführungen. So machte der Aktionär Francesco Riva deutlich, dass sein Vater als Betroffener bis heute keine Entschädigung erhalten habe. Zudem sei er - der selbst bei der Credit Suisse angestellt war - von der Bank gekündigt worden. Verwaltungsratspräsident Hans-Ulrich Doerig wollte aus Persönlichkeitsschutzgründen keine Stellung nehmen.

«Sami Niggi Näggi, hinter em Ofe steck i - Herr Dougan, vielleicht wären Sie besser hinter dem Ofen geblieben.»
Cédric Wermuth, Juso-Präsident

Während ihr Präsident im Samichlaus-Kostüm an der GV als Redner auftrat, demonstrierten weitere Juso-Mitglieder vor dem Hallenstadion gegen die hohen Boni-Zahlungen. Cédric Wermuth wandte sich in seiner Ansprache direkt an den CS-CEO: «Herr Dougan, wenn Sie glauben, dass 90 Millionen Franken ein gerechter Lohn sind, dann glauben Sie wahrscheinlich noch an den Samichlaus». Der Jungpolitiker erntete dafür grossen Applaus.

Bild Wermuth als Samichlaus.
Glauben Sie an den Samichlaus, Herr Dougan? Juso-Präsident Cédric Wermuth bei seiner Rede. keystone
Uhr vor CS-Filiale. (reuters)

CS-GV: Der Ticker

Die Generalversammlung der Crédit Suisse ging ohne grosse Überraschungen über die Bühne. Wenn Sie die einzelnen Traktanden nachverfolgen möchten, lesen Sie unseren CS-Ticker als Mehrwertartikel.

(sf/gern)

Kommentare aktiv...

H. Bernoulli, Zürich
(hbernoulli Mann)
Verfasst am: 3.5.2010 5:03

Ca. 1 bis 2% der Bevölkerung

besitzt 50% des Volksvermögens, weltweit sind es... mehr

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R. Burkhardt, Hadsund
(Overgaard Mann)
Verfasst am: 1.5.2010 16:32

Ich werde den Gedanken...

...nicht los, dass auf die exorbitanten Bezüge... mehr

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H. Meier, zuerich
(sonnesonne Mann)
Verfasst am: 1.5.2010 15:17

Wir Leben in einer Welt wo die Menschen Ihrer Grenzen nicht mehr kennen, darum muss ein Gesetzt her



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