Wirtschaft
Geschädigte CS-Anleger empört über Milliardenboni
Bei der Credit Suisse hat der Geldsegen wieder eingesetzt: CS-Manager erhalten für 2009 Boni in der Höhe von 6900 Millionen Franken. Kleinanleger, die ihr Erspartes auf Anraten der Bank in Papiere der konkursiten Lehman Brothers investiert hatten, entschädigt die CS mit gerade mal 150 Millionen Franken. Die «Rundschau» porträtiert vor der CS-GV drei geschädigte Anleger, die leer ausgegangen sind.
Artikel bewerten
Artikel teilen
Monteur Miguel Juan und Köchin Maria Gomez sind zwei von Tausenden Schweizer CS-Kunden, die ihr Geld in Papiere der US-Investmentbank Lehman Brothers investiert haben. Und das wider Willen.
Maria Garcia sagt: «Ich habe keine Ahnung was strukturierte Produkte sind.» Der Kundenberater der CS habe ihr gesagt, dass sei wie ein Sparbuch, einfach mit einer Chance auf eine höhere Rendite. Der CS-Kundenberater habe sie unter Druck gesetzt: «Er hat mich vier bis fünf Mal angerufen. Am Schluss sagte er, er komme zu mir nach Hause».
Die Papiere seien absolut sicher, sagte er. Im schlimmsten Fall, so versicherte der Berater im persönlichen Gespräch, würde sie ihr Geld zurückerhalten - einfach ohne Rendite. Schliesslich investierten Maria Gomez und ihr Freund je 40‘000 Franken in Lehman Papiere.
Das Paar zeigt der «Rundschau» des Schweizer Fernsehens Originaldokumente. Darauf ist zu sehen, dass der Kundenberater der CS tatsächlich garantiert, dass das investierte Geld zu 100 Prozent nach fünf Jahren zurückerstattet wird.
Mit dem Konkurs von Lehman Brothers im September 2008 aber haben beide ihr Geld verloren. Die CS hat Maria Gomez 28‘000 Franken zurückerstattet. Ihr Freund aber ging leer aus, weil er weniger Vermögen auf seinem Konto hat.
In einem Schreiben an die «Rundschau» hält die CS heute fest: Die Kunden seien darauf hingewiesen worden, dass die Bank Lehman die Papiere herausgegeben habe. Über die entsprechenden Risiken habe man die Anleger aufgeklärt. Unterdessen hat die Credit Suisse 3700 Kunden teilweise entschädigt. Konzernchef Brady Dougan sagt: «Wir haben Schritte unternommen, die von den Kunden begrüsst wurden. Es gibt noch einige Probleme, die gelöst werden müssen.»
Der Zürcher Wirtschaftsanwalt Daniel Fischer widerspricht den Angaben der CS: «Viele Bankberater hatten keine Ahnung von den Risiken, die von den Lehman-Papieren ausgingen.» Und: «Sie wollten ihren eigenen Bonus optimieren. Wenn sie gut gearbeitet – also viel verkauft haben, haben sie auch entsprechend gut verdient». Fischer vertritt 50 Lehmann-Opfer, die gegen die Bank prozessieren wollen.
CS verliert 2008 über acht Milliarden
Auch der frühere Bankfachmann Markus Rinderknecht gehört zu den Lehman-Opfern der CS. Der 82-Jährige hat 100‘000 Franken in die faulen Papiere investiert und alles verloren. Dass Brady Dougan letztes Jahr 70 Millionen Boni kassiert hat, macht ihn fassungslos: «Der hat das gar nicht verdient. Vor allem wenn man bedenkt, dass 2008 ein Katastrophenjahr war.»
Tatsächlich hat die CS 2008 über acht Milliarden Franken verloren. Heute jedoch geschäftet die Grossbank wieder wie vor der Krise und macht Milliardengewinne – vor allem im heiklen Investmentbanking.
(sf/hass/bers)
Meldungen im Tagesverlauf
- Brandkatastrophe in Katar fordert 19 Todesopfer
- Zorn über Wahlausgang auf Ägyptens Strassen
- Shaqiri erneut «Spieler des Jahres»
- Elvis-Grabstätte kommt unter den Hammer
- Ungefährdeter Sieg für die Ukraine
- Saudi-Arabien: «Schlampe» wegen lackierter Fingernägel
- Fukushima-Strahlung in Thunfischen vor USA
- SP könnte Steuerabkommen kippen
- Golden Gate Bridge im Lichterregen
- Annan ist schockiert über Massaker in Syrien
- Bankia stürzt ab – Madrilenische Börse ebenfalls
- Wacker Thun verpasst Titel knapp
- 18 Milliarden Euro Hilfen für griechische Banken
- Sion verbleibt in der Super League
- Zwei Tote bei Absturz von Schweizer Flugzeug in Deutschland
- «Solar Impulse» bleibt vorläufig in Madrid


Saudi-Arabien: «Schlampe» wegen lackierter Fingernägel
Elvis-Grabstätte kommt unter den Hammer
Brandkatastrophe in Katar fordert 19 Todesopfer
Auch die Migros will Nespresso Konkurrenz machen
Zorn über Wahlausgang auf Ägyptens Strassen
Levrat lehnt Steuerabkommen ab
Facebook-Foto verleitet Räuber zu Überfall
Bankia und Katalonien am Bettelstab
Afghanistan: Gasangriffe sollen Mädchen vom Schulbesuch abhalten
Steinbrück: Abkommen mit der Schweiz begünstigt Steuerbetrüger
Jetzt sorgen Militärvelos für rote Köpfe
Ägypten: «Der schlimmste denkbare Albtraum ist eingetroffen»
Jeder zehnte Velofahrer ab 1. Juni nicht versichert













J. Sipos, Wettswil a.A.
)
(bigfoot66
Verfasst am: 1.5.2010 12:13
Dringende Gesetze fehlen
Auch die Annahme der Abzocker-Initiative durchs... mehr
Zustimmen — 3 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen
Heiklen Inhalt melden antworten
Heiklen Inhalt melden antworten
M. Dimitropoulos, Basel
)
(sedgfiel
Verfasst am: 30.4.2010 12:03
Nur ein Wortspiel?
Banker verdienen nicht was sie verdienen.
Zustimmen — 7 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 2 Leser sind anderer Meinung.
Heiklen Inhalt melden antworten
Heiklen Inhalt melden antworten
M. Peter, Widnau
)
(Sklave2822
Verfasst am: 30.4.2010 5:34
Beratung? Betrug?
Ein Berater belügt seinen Kunden. Das ist... mehr
Zustimmen — 10 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 3 Leser sind anderer Meinung.
Heiklen Inhalt melden antworten
Heiklen Inhalt melden antworten