Vulkanausbruch
Über 200‘000 Personen von Swiss-Ausfällen betroffen
Von der Luftraumsperre vom 15. bis 21. April waren 202'184 Swiss-Passagiere betroffen. Diese konnten nicht wie geplant fliegen. Auch weitere Unternehmen haben mit finanziellen Folgen der Aschewolke zu kämpfen: Die SBB beispielsweise musste Sonderzüge und mehr Personal einsetzen.
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Am Samstag, Sonntag und Montag war gar keine Swiss-Maschine in der Luft. Donnerstag und Freitag zuvor sowie Dienstag und Mittwoch danach wurden täglich zwischen 18 und 70 Prozent der Flüge annulliert.
53 Swiss-Crews mussten im Ausland auf das Ende der Luftraumsperre über Europa warten, 48 in Übersee, 5 in Europa. Weil die meisten Langstreckenflugzeuge auf ausländischen Flughäfen standen und die Europaflotte in der Schweiz war, habe nach der sukzessiven Freigabe des Luftraums der normale Flugbetrieb wieder relativ rasch hochgefahren werden können, hiess es an einer Medienkonferenz in Zürich-Kloten.
Die Swiss erklärte weiter, sie wolle trotz der Verluste keine Staatshilfe beantragen - das Unternehmen verfüge über genügend Liquidität und weise keine negative Eigenkapitalquote auf. Der finanzielle Schaden sei schwer abzuschätzen. Momentan gehe man bei Swiss von einem «mittelgrosssen zweistelligen Millionenbetrag» aus. An einem Tag ohne Flugbetrieb rechne man mit fünf bis sechs Millionen Franken Verlust.
SBB mit Mehrkosten
Auch auf die SBB hat sich das Flugverbot ausgewirkt: Die Kosten für die zusätzlich eingesetzten Züge und das dafür notwendige Personal belaufen sich auf 2,8 Millionen Franken, wie das Unternehmen mitteilte.
Allein zwischen Freitag vor einer Woche und letzten Dienstag setzte die SBB 163 Zusatzzüge ein. Die daraus resultierende Erhöhung des Angebots um täglich 11'000 Sitzplätze wird auch dieses Wochenende aufrechterhalten.
Den Zusatzausgaben stehen allerdings Zusatzeinnahmen gegenüber. Wie hoch diese sind, kann die SBB noch nicht sagen. Genaue Zahlen stünden vermutlich erst im Verlauf des nächsten Monats zur Verfügung. Schon jetzt könne man aber sagen, dass es «kein grosses Geschäft» gewesen sei.
Reiseanbieter in der Verantwortung
Auch die Gategroup Holding AG, bei den Airlines für das Catering verantwortlich, rechnet mit Einbussen bei Umsatz und Gewinn. Der Umsatzausfall dürfte gemäss Schätzungen rund 21 Millionen Franken betragen, der Gewinnausfall 8 Millionen Franken.
Betroffen sind weiter auch die Reiseanbieter: So meldet Kuoni Kosten in der Höhe von rund 18 Millionen Franken. Fast alle der gestrandeten 7500 Pauschalreisekunden hätten inzwischen aber nach Hause geholt werden können, heisst es.
Island schliesst erstmals selbst Flugplätze
Über eine Woche nach dem Vulkanausbruch in Island müssen auf der Atlantikinsel selbst erstmals Flugplätze schliessen. Es werden auf dem internationalen Flughafen Keflavik und dem kleineren nationalen Flughafen in der Hauptstadt Reykjavik wegen Vulkanasche in der Luft alle Starts und Landungen abgesagt.
Seit dem Ausbruch des Vulkans unter dem Gletscher Eyjafjalla im Süden Islands war die Asche gut eine Woche in südöstlicher Richtung auf den europäischen Kontinent geweht und hatte den Flugverkehr dort lahmgelegt.
Nun dreht der Wind zum Wochenende in westliche Richtung auf Reykjavik und Keflavik zu.
(agenturen/rufi)
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