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Milchbauern immer unzufriedener

Mittwoch, 21. April 2010, 13:06 Uhr, Aktualisiert 21:03 Uhr

Die Schweizer Milchproduzenten sehen sich trotz der Regelungen in der Branchenorganisation Milch weiter einem harten Preiskampf ausgesetzt. Sie forderten darum an ihrer Delegiertenversammlung unter anderem, dass der beschlossene Überschussabbau endlich umgesetzt wird.

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Verwertung der Kuhmilch Angaben in 1000 Tonnen (Gewicht der Milchprodukte) im Jahr 2008. Totales Gewicht: 4'195'000 t. Quelle: Bundesamt für Statistik/Schweiz. Bauernverband

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Die Milchbauern sähen sich im liberalisierten Milchmarkt zusehends als Verlierer, sagte Albert Rösti, Direktor der Schweizer Milchproduzenten (SMP), vor der Delegiertenversammlung seines Verbands in Bern. Die im November 2009 von allen Marktakteuren gegründete Branchenorganisation Milch enttäuscht die Produzenten.

Angst um Milchpreissenkung steigt

2009 seien 5,3 Prozent zuviel Milch produziert worden. Diese Milch müsse verwertet werden, was zu einem wachsenden Butterberg und mehr Milchpulver führe, erklärte Rösti. Die beiden Produkte müssten für den Export verbilligt werden, was wiederum den Preisdruck auf die Milch steigere. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 182'000 Tonnen Milch zu Butter oder Milchpulver.

Zehn Franken Stundenlohn

Mit einem Preis von etwas über 60 Rappen pro Kilo Milch werde dieser Druck praktisch unvermindert den Bauern aufgehalst. Die Direktzahlungen vermögten die Diskrepanz zwischen Produktionskosten und Erlös nicht mehr zu decken. Nach SMP-Schätzungen arbeitete ein Milchbauer in einem Talbetrieb 2009 für einen Stundenlohn von weniger als 10 Franken.

Bild Ein Bauer giesst Milch in eine Kanne ein.
Die Milchbauern sind mit ihrer Branchenorganisation unzufrieden. reuters

Von 400 Millionen Franken, welche den Bauern 2009 am Milchzahltag fehlten, flossen nur gut 110 Millionen an die Konsumenten. Den Rest teilten sich Detailhandel, Export und Verarbeiter. Diese Akteure hielten ihre Margen stabil.

So könne es nicht weitergehen, bilanzierte Rösti ernüchtert. Die Delegierten des Milchproduzentenverbands verlangen darum in einer Drei-Punkte-Resolution, dass die Branchenorganisation bereits gefasste Beschlüsse nun auch durchsetzt.

Vertragstreue eingefordert

Die Organisation müsse eine weitere Senkung des Molkereimilchpreises in der Vertragsmenge verhindern. Die Verträge seien einzuhalten, lautet der erste Punkt.

Die bereits beschlossene Abräumung von 52'000 Tonnen Milch müsse bis Mitte Mai erfolgen. Rösti sagte, bisher sei noch kein einziges Kilo dieser vereinbarten Abräummenge exportiert worden. Die Abräummenge ist das, was die Bauern über die Vertrags- und die Börsenmilch (aktueller Marktpreis) hinaus produzieren. Sie wird zu Weltmarktpreisen exportiert.

Zudem verlangen die SMP-Delegierten die Kürzung der Vertragsmenge um 7 auf 93 Prozent gegenüber dem Stand vom Oktober 2009. Das würde zwischen April und Juli zu einer Abräumung von zusätzlichen 42'000 Tonnen Milch führen. Im dritten Punkt verlangen die SMP, dass die Branchenorganisation den Vollzug überhaupt verstärkt.

Milchbauern untereinander uneinig

Gemäss Rösti widersetzen sich verschiedene Kräfte in der Branchenorganisation einer Reduktion der Milchmenge. Seitens der Verarbeiter sei das Interesse an einem abnehmenden Druck auf den Rohstoffpreis gering, erklärte Rösti. Er nannte allerdings keine Namen.

Auch in den eigenen Reihen gebe es «Mehrmengenmelker», welche auf einen Verdrängungskampf setzen würden. Ihr Anteil betrage in etwa 15 Prozent. Alternativen zu den Lösungen mit der Branchenorganisation sieht Rösti nicht. Bleibe alles dem Markt überlassen, werde der Leidensdruck so gross, dass letztlich wieder die Politik einschreiten müsste.

(sda/horm)

Kommentare aktiv...

S. Drago, Delémont
(C.aloaP Mann)
Verfasst am: 22.4.2010 17:22

So dumm darf man nicht sein

Wann Blocher vor paar Jahren an Olma Messe über... mehr

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M. Margeau, Au
(Margeau Mann)
Verfasst am: 22.4.2010 14:27

Laut haben die Bauern die Parolen der SVP...

...nachgeplappert: "Freie Marktwirtschaft!... mehr

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D. H., New York
(Soriak Mann)
Verfasst am: 21.4.2010 23:34

Liebe Bauern

Es zwingt euch ja niemand, Bauern zu sein. Wenn... mehr

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