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Vulkanausbruch

«Es gibt die Wolke wirklich»

Dienstag, 20. April 2010, 14:45 Uhr, Aktualisiert 15:06 Uhr

Nach der tagelangen Sperrung des Luftraums über Europa ist eine regelrechte Kontroverse über die Messmethoden, verzögerte Reaktionen der Wetterbehörden und unterlassene Testflüge ausgebrochen. Es mutet leicht irritierend an, wenn ein Mitarbeiter des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) vor laufender Kamera unmissverständlich klar stellen muss: «Es gibt die Wolke wirklich.»

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BAZL nimmt Stellung zur Öffnung des Schweizer Luftraums.

Nicht nur das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) auch zahlreiche andere Behörden in Europa basierten ihre Entscheide zu den Flugverboten unter anderem auf Berechnungen des Nationalen Britischen Wetterdienstes. Das sogenannte «Met Office» muss nun heftige Kritik einstecken.

Bild Techniker untersuchen ein Triebwerk.
Die Asche kann für die Triebwerke gefährlich sein. Umstritten ist aber, ab welcher Konzentration. keystone

Das zum britischen Wetterdienst gehörende «Volcanic Ash Advisory Centre» (VAAC) habe nicht schnell genug reagiert und die tatsächliche Situation nicht ausreichend untersucht, zitiert die britische Zeitung «Daily Telegraph» mehrere Experten. Statt sich auf theoretische Vorhersagen aus Rechenmodellen zu verlassen, hätte man schon viel früher Testflugzeuge losschicken sollen.

Fluggesellschaften haben bei zahlreichen Testflügen über weite Teile Europas festgestellt, dass keine Einflüsse der Vulkanasche auf Maschinen und Flugsysteme bestehen. Diese Testflüge, aber auch wissenschaftliche Messflüge, haben die Behörden in Mitteleuropa dazu bewogen, die Flugverbote zu lockern oder sogar ganz aufzuheben.

Porträt von Peter Müller
«Die Aschewolke - und das muss betont werden - ist immer noch da.»
Peter Müller, BAZL-Direktor

Haben die Flugbehörden mit der Sperrung des Luftraums also überreagiert? Verschiedene Fluglinien werfen genau das den staatlichen Stellen vor. So bemängelten Lufthansa und Air Berlin vor allem, dass die Sperrungen allein auf der Grundlage von Computersimulationen veranlasst worden seien.

Die staatlichen Behörden betonen dazu immer wieder die Sicherheit, die an erster Stelle stehe. Ausserdem würde jeder Absturz oder sonstige gefährliche Zwischenfall zu Vorwürfen führen, die Behörden hätten sich dem Druck der Luftfahrtindustrie auf Kosten der Passagiersicherheit gebeugt.

«Keine andere Wahl»

Auch BAZL-Direktor Peter Müller betont: «Die Aschewolke - und das muss betont werden - ist immer noch da. Aber, das haben Messungen gezeigt, deren Dichte hat ganz beträchtlich, nämlich um den Faktor 10, abgenommen.»

Vorwürfe, die Behörden hätten bisher überreagiert, wies der BAZL-Chef zurück: Aufgrund des unpräzisen Wissens über die Auswirkungen der Vulkanasche, hätten die zuständigen Stellen gar keine andere Wahl gehabt.

Triebwerksausfall durch Asche

Einige Schäden an Flugzeugen, die durch Aschewolken flogen, sind belegt, unter anderem ein Vorfall aus dem Jahr 1989. Damals flog eine Boeing 747 der KLM über Alaska durch eine Vulkanaschewolke. Vorübergehend fielen alle vier Triebwerke aus. Den Piloten gelang es aber, die Motoren in einer niedrigeren Höhe wieder zu starten und das Flugzeug sicher zu landen.

Asche wird zu Glas

Vulkanasche neigt dazu, sich in den inneren Teilen eines Triebwerks, beispielsweise der Turbine, festzusetzen. Dort schmilzt sie dann zu einem glasähnlichen Belag zusammen. Dies wiederum stört den Luftstrom und kann zu einer Überhitzung und schliesslich einem Ausfall des Triebwerks führen.

Am Montag wurde zudem bekannt, dass mehrere F-16-Kampfflugzeuge der NATO durch die Aschewolke Triebwerkschäden erlitten. In der vergangenen Woche wurden bei zwei F-18-Kampfjets der finnischen Luftwaffe ähnliche Schäden am Triebwerk entdeckt.

Kein Ende der Kontroverse in Sicht

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat die Existenz einer Vulkanaschewolke über Deutschland inzwischen bestätigt. Bei ihrem Testflug am Montag über ganz Deutschland hätten die DLR-Experten deutliche Braunfärbungen der Luft gesehen. «Es gibt die Wolke wirklich», erklärte DLR-Sprecher Andreas Schütz im ZDF-Morgenmagazin.

Heute Dienstag gab die britische Wetterbehörde eine Warnung vor einer neuen Aschewolke heraus, obwohl aus Island gegensätzliche Informationen kamen. Für eine Stellungnahme war das «Met Office» nicht zu erreichen.

(sf/apn/sda/schj)

Kommentare aktiv...

P. Feher, Geuensee
(Spartakus Mann)
Verfasst am: 20.4.2010 23:15

Selten so einen Schwachsinn gelesen

Habt Ihr schon mal was von einem Vulkan namens... [1]  mehr

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W. Rolli, Wattwil
(werni1 Mann)
Verfasst am: 20.4.2010 17:52

Alle wollen...

...in die Luft...und keiner will... mehr

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P. Sigrist, Sarnen
(ph_sigrist Mann)
Verfasst am: 20.4.2010 16:51

Kritisieren wir doch die Sicherheit

Kritisiert wird die Luftfahrtbehörde und denn... mehr

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