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Kritik an Flugverbot wird immer lauter - trotz beschädigter Kampfjets

Montag, 19. April 2010, 12:08 Uhr, Aktualisiert 15:46 Uhr

Die Aschewolke aus Island bringt das Chaos nach Europa – vielerorts sind die Flughäfen zu, die Lufträume gesperrt. Jetzt wird die Kritik immer lauter: Fluglinien wollen die Sperrung aufheben, Politiker müssen sich rechtfertigen. Bei einem Testflug am Wochenende soll nun ein NATO-Kampfjet von Vulkanasche beschädigt worden sein.

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Die Maschine vom Typ F-16 landete mit Glas im Triebwerk, sagte ein hoher US-Beamter gegenüber einer Nachrichtenagentur. Das Glas sei durch Vulkanasche entstanden, die in das mit hohen Temperaturen laufende Triebwerk geriet.

Die aggressive Vulkanasche könnte die aerodynamischen Oberflächen abschleifen und die Düsen schliesslich blockieren. Ebenso könnten die Elektronik und die Frontscheibe schaden nehmen, hiess es in der Meldung weiter.

Vulkanasche wie Glasbeschichtung auf der Trieb

Thomas Peter, Professor für Atmosphärenchemie an der ETH Zürich, erklärte gegenüber «tagesschau.sf.tv», dass vor ein paar Tagen finnische Militärflieger durch die Vulkanwolken geflogen und beschädigt worden seien. «Die Ascheteilchen sind etwa ein Tausendstel Millimeter gross. Sie setzen sich wie eine Glasbeschichtung auf die Triebwerkhülle», so der Experte der ETH. Man dürfe jedoch nicht von Militär- auf Passagierflugzeuge schliessen.

Die EU-Verkehrsminister sowie Experten wollen am Nachmittag eine eine Videokonferenz abhalten, um über das weitere Vorgehen zu beraten.

IATA kritisiert Regierungen

Die seit Tagen anhaltende flächendeckende Lähmung des Flugverkehrs ruft inzwischen europaweit Kritik an den Luftraumsperrungen hervor. Der Luftfahrtbranchenverband IATA erklärte sich sehr unzufrieden damit, «wie die Regierungen damit umgegangen sind, ohne Risikoabschätzung, ohne Konsultationen, ohne Koordination und ohne Führung».

Es habe fünf Tage gedauert, bis die EU ein hochrangiges Treffen zustande gebracht habe. Die Fluggesellschaften verlieren laut IATA jeden Tag mindestens 200 Millionen Dollar wegen der Flugverbote. Grundlage der Entscheidung dürfe nicht nur ein theoretisches Modell sein.

Keine Einigkeit über akzeptable Aschemenge in der Luft

Die Europäische Luftfahrt-Sicherheitsbehörde erklärte, es gebe derzeit «keine einheitliche Meinung, was eine akzeptable Konzentration von Asche in der Atmosphäre ist».

Die Entscheidung über Flüge trotz der Aschewolke sollte nach Ansicht des österreichischen Airline-Chefs Niki Lauda den Fluggesellschaften überlassen werden. «Das ist der grösste Skandal der Luftfahrt, was hier gerade den Passagieren und den Airlines angetan wird», sagte der ehemalige Rennfahrer in einem Fernsehinterview. «Die EU-Verkehrsminister sind jetzt aufgefordert, die Verantwortung über die Flugsicherheit den Airlines zu überlassen.»

Bild Lauda vor einem Flugzeug.
Der ehemalige Rennfahrer Niki Lauda konnte nach seinem Testflug keine Schäden feststellen. keystone

Internationale Richtlinien müssten eingehalten werden

Lauda war nach langen Diskussionen mit der österreichischen Flugsicherung mit einem Airbus selbst durch die Aschewolke geflogen – dabei sei «überhaupt nichts passiert.» Deshalb müsse der Spuk jetzt ein Ende haben, forderte Lauda.

Auch in der Schweiz werden Vorwürfe laut, die Sperrung des Luftraumes sei übertrieben. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) argumentiert, dass die Massnahmen aus Sicherheitsgründen notwendig seien. Der deutsche Verkehrsminister Peter Ramsauer erklärte, dass die Behörden an internationale Vorgaben gebunden seien. Alle Länder handelten nach den Regeln der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO), sagte der CSU-Politiker im Radio.

(agenturen/gern)

Kommentare aktiv...

F. Stutz

Verfasst am: 20.4.2010 16:04

Aschenwolke oder Gewitterwolke

Wenn Gewitterwolken am Himmel sind, wird auch... mehr

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S. Drago, Delémont
(C.aloaP Mann)
Verfasst am: 19.4.2010 21:30

Ich warte auf Novartis

Erst wann Novartis Impfung gegen Aschenvolke an... mehr

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M. Steiner

Verfasst am: 19.4.2010 20:00

Es geht mal wieder nur um Geld!

Wenn ich so Berichte, wie die eines Herrn... mehr

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