Wirtschaft
Villiger verteidigt UBS - Grübel lobt Fortschritt
In seinem Referat vor den Aktionären hat Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger die UBS auf der ganzen Linie in Schutz genommen. Er empfinde Stolz und Dankbarkeit. Die UBS habe im letzten Jahr fast alles richtig gemacht und sei trotzdem «einem steten Trommelfeuer an Kritik» ausgesetzt. Ins gleiche Horn stiess auch UBS-CEO Oswald Grübel. Die Bank sei zurück im Geschäft.
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Mit den Worten: «Das neue Team der UBS legt heute zum ersten Mal Rechenschaft über ein volles Geschäftsjahr ab. Wir tun dies mit Freude und Stolz», eröffnete Villiger sein Referat. Der alt Bundesrat verschrieb sich in seiner Rede der Zuversicht und erntete dafür viel Applaus.
Zürich statt Basel
Mit der charmanten Entschuldigung für einen kleinen Versprecher bei der Begrüssung der Aktionäre flogen Villiger die Sympathien der Aktionäre zu.
Die Fortschritte der UBS seien grösser, als man vor einem Jahr hätte erwarten können. Seltsamerweise stosse das in der Schweizer Öffentlichkeit auf wenig Interesse. «Hingegen wird emotional diskutiert, warum man die Verantwortlichen für das Debakel nicht ins Gefängnis stecke und wer wann welche Kompetenzen vielleicht überschritten haben könnte.»
Prozess kontraproduktiv
Dennoch hätte die Frage nach der Verantwortung für das Debakel den Verwaltungsrat keineswegs kalt gelassen. «Sie muss aber nüchtern und ohne Emotionen angegangen werden», sagte Villiger weiter. Keine der knapp zehn internen und externen Untersuchungen habe Beweismittel zutage gebracht, die als erfolgsversprechend erscheinen liessen, Klagen gegen ehemalige Organpersonen einzureichen.
Gemäss Obligationenrecht müsse der Verwaltungsrat die Interessen der Gesellschaft wahrnehmen. «Das kann bedeuten, dass wir sogar dann auf Klagen verzichten müssten, wenn eine gewisse Erfolgschance bestünde - was wir in unserem Fall aber bezweifeln.» Solche Prozesse dauerten mindestens zehn Jahre, würden Millionen verschlingen, die Gesellschaft jahrelang in den Schlagzeilen halten und zu einer internen Lähmung führen, zählte Villiger die Nachteile auf.
Déchargen-Antrag begründet
Dann wandte sich der VR-Präsident der anstehenden Abstimmung über die Déchargen zu. «Weil wir uns auf die Zukunft konzentrieren und mit der Vergangenheit abschliessen wollen», sei die geforderte Décharge für 2007 und 2008 unternehmenspolitisch richtig.
«Was wir aber unterschätzt haben, ist die öffentliche Reaktion auf diesen Antrag.» Aus heutiger Sicht sei der Antrag politisch unklug gewesen. «Es wurde uns empfohlen, das Déchargen-Traktandum für 2007 und 2008 abzusetzen». Eine nachträgliche Absetzung des Traktandums hätte zu nicht zu unterschätzenden neuen rechtlichen Risiken geführt.
Zudem hätten die früheren Verantwortlichen der UBS nicht schaden wollen. Sie hätten Entscheide in guten Treuen getroffen. Dennoch müssten sie zu ihrer moralischen Verantwortung stehen. «Die Herren Marcel Ospel, Peter Wuffli, Stephan Haeringer und Marco Suter, sowie zwei ausländische ehemalige Konzernleitungsmitglieder haben durch Rückzahlungen und freiwillige Verzichte auf vertraglich zugesicherte Leistungen im Betrag von 70 Millionen Franken ohne Anerkennung einer Schuld solche Verantwortung übernommen.»
Nur Ansätze von Selbstkritik zeigte Villiger auch bei der Entlöhnung: Man könne sich fragen, ob die höheren Löhne in der Finanzbranche als in der sogenannten Realwirtschaft gerechtfertigt seien. «Ich vertrete die Meinung, es sei in den letzten Jahren vor allem in den höheren Etagen übertrieben worden.» Zudem seien die Anreizsysteme klar falsch gewesen.
Dennoch hielt der alt Bundesrat ein Plädoyer für die Absegnung des Vergütungsberichts für das Jahr 2009. Die UBS habe ihre Hausaufgaben gemacht und ein risikoadäquates Vergütungssystem installiert.
Grübel gibt sich optimistisch
Als zweiter Redner meldete sich UBS-CEO Oswald Grübel zu Wort. Auch seine Bilanz nach einem Jahr fiel durchwegs positiv aus. Es sei gelungen eine neue UBS aufzubauen. Die guten Zahlen in den letzten zwei Quartalen würden den Aktionären zeigen: «Ihre Bank ist damit wieder zurück im Geschäft».
Dennoch relativierte Grübel die guten Zahlen. «Noch nicht ausreichend gelungen ist uns, das Vertrauen in unsere Bank wiederherzustellen, insbesondere in der Schweiz.» Er habe jedoch schon vor einem Jahr darauf hingewiesen, dass das ein langer Weg sein werde. «Dass wir dabei immer wieder aufs Neue mit Fehlern aus der Vergangenheit konfrontiert werden, ist eine Realität, der wir uns stellen müssen», gab Grübel zu bedenken.
(sf/hues)
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P. Stockli
Verfasst am: 14.4.2010 14:24
Business as usual...
Früher hätte man die ganze "Brut" der... mehr
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