Wirtschaft
UBS-GV: Keine Décharge für Ospel und Wuffli
Die Aktionäre verweigern der UBS-Spitze des Jahres 2007 die Entlastung. An der Generalversammlung in Basel stimmten 52,75 Prozent der vertretenen Stimmen gegen die so genannte Décharge. Über das Traktandum war wochenlang diskutiert worden. Für die Jahre 2008 und 2009 wurde die Décharge hingegen erteilt.
- 15.04.10: Aufstand der Aktionäre gegen UBS-Chefs
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- Vergütungsbericht der UBS: Denkzettel von den Aktionären
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- Politiker erfreut über Décharge-Verweigerung
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18.51 Uhr: Live-Protokoll über UBS-GV wird hiermit beendet.
Aktionäre stimmen für Revisionstelle.
Traktandum 5.3: Bestätigungswahl Revisionsstelle Ernst & Young AG, Basel
Mayrhuber als neuer Verwaltungrat angenommen.
18.43 Uhr: Mayrhuber hält eine kurze Rede
Ich bin ein grosser Bewunderer der Schweiz. Ich würde mich freuen, wenn ich hier arbeiten könnte.
Villiger stellt den Kandidaten Wolfgang Mayrhuber vor.
Traktandum 5.2: Neuwahl in den Verwaltungsrat
VR-Präsident Kaspar Villiger würdigt die Leistungen von Sergio Marchionne, der künftig nicht mehr dem UBS-Verwaltungsrat in der Funktion des Vizepräsidenten angehören wird.
Ebenso den Verwaltungsrat verlassen, wird Peter R. Voser. Villiger verabschiedet ihn.
18.33 Uhr: David Sidwell wurde wiedergewählt
18.30 Uhr: William G. Parrett wurde wiedergewählt
18.28 Uhr: Helmut Panke wurde wiedergewählt
18.26 Uhr: Axel P. Lehmann wurde wiedergewählt
18.24 Uhr: Ann F. Godbehere wurde wiedergewählt
18.22 Uhr: Bruno Gehrig wurde wiedergewählt.
18.20 Uhr: Rainer-Marc Frey wurde wiedergewählt.
18.15 Uhr: Michel Demaré wurde wiedergewählt.
18.14 Uhr: Sally Bott wurde wiedergewählt.
18.10 Uhr: Kaspar Villiger wurde wiedergewählt.
Traktandum 5: Bestätigungswahl des Verwaltungsrats:
Traktandum 4: Diverses
Villiger: Der Verwaltungsrat nimmt dieses Ergebnis zur Kenntnis und es wird an einer der nächsten Sitzungen diskutiert.
Entlastung für das Geschäftsjahr 2007:
VR-Präsident Marcel Ospel und CEO Peter Wuffli
52,75 Prozent stimmten Nein. Keine Décharge für die Führungsriege von 2007.
Décharge - Was ist das?
Die Décharge («Entlastung») wurde abgelehnt. Das heisst: Die UBS-Spitze von 2007 kann durch eine Verantwortlichkeitsklage zu Schadenersatz verpflichtet werden. Der einzelne UBS-Aktionär kann somit innerhalb von sechs Monaten eine Klage beim zuständigen Gericht einreichen. Wird eine solche Schadensersatzklage gutgeheissen, haftet der Beklagte persönlich und unbeschränkt, das bedeutet: ohne Haftungslimite. Meist ist dieser Betrag versichert, jedoch mit Schranken nach oben begrenzt.
Entlastung für das Geschäftsjahr 2008:
VR-Präsident Peter Kurer und CEO Marcel Rohner:
Ja, Décharge angenommen.
Entlastung für das Geschäftsjahr 2009:
VR-Präsident Kaspar Villiger und CEO Oswald Grübel:
Ja, mit 85,1 %.
17.45: Abstimmung:
17.24 Uhr: Villiger nimmt Stellung zu den vorhergehenden Votanten:
Ich bin klar der Meinung, dass keine Tatbestände vorliegen, um der jetzigen Führung, die Décharge zu verweigern.
Wenn sie eine Differenz machen wollen zur Vergangenheit, liegt das natürlich in ihrem Ermessen.
Zur Frage der parlamentarischen Untersuchung: Eine PUK und GPK können nicht das gleiche machen wie eine gerichtliche Instanz.
Meiner Meinung nach liegen keine strafrechtlich relevanten Übergriffe vor. Dass US-Recht verletzt worden sein könnte, ist etwas anderes.
Zur Frage der Boni, die immer wieder aufgekommen ist, möchte ich sagen: Eine kleine Bank allein kann diese Sache nicht verändern.
Der Verwaltungsrat wird sich im Anschluss an die GV Gedanken machen, über die Aussagen der Votanten. Das ist sein Job.
17.19 Uhr: Hansruedi Demenga:
Ich möchte sagen, wenn wir etwas Gutes machen wollen für die Bank, dann müssen wir Nein stimmen. Ich sage auch zu unseren asiatischen Freunden: Vote No. Nein, nein, nein. Für 2007, 2008 und auch für 2009.
Auch die nationalrätliche Kommission (Wirtschaftskommission des Nationalrats WAK) hat sich mit 15:7 Stimmen gegen eine Décharge entschieden.
17.15 Uhr: Anton Keller:
Stell dir vor, es ist Krieg und die UBS tut so als wäre nichts. Die USA führt seit Jahren ein Wirtschaftskrieg gegen die Schweiz.
Villiger unterbricht Keller. Zeit abgelaufen.
17. 13 Uhr: Herr Moser:
17.09 Uhr: Alois Bohnet:
Sehr geehrte Aktionäre und Aktionärinnen, sehr geehrte hoch bezahlte Herren hier auf der Bühne: «Hebet doch so viel Füdli, schaffet die Boni ab.»
17.04 Uhr: Hermann Struchen:
Ich stelle die Anträge, die Décharge für die Jahre 2007 und 2008 zu verweigern. 2009 soll die Décharge gutgeheissen werden.
Ich wünsche Herrn Villiger und Herrn Grübel viel Glück.
17.03 Uhr: Georg Schnell:
Auch ich war enttäuscht, empört und verärgert über die katastrophalen Ereignisse bei unserer Bank. Trotzdem empfehle ich die Décharge. (Buhrufe aus dem Publikum - Villiger mahnt zu Respekt). Warum? Ich möchte, dass die UBS endlich aus den negativen Schlagzeilen heraus kommt. Nur ein Ja liegt im Interesse von uns Aktionären. Wut, Enttäuschung und Empörung sind schlechte Ratgeber bei so einer Abstimmung.
Villiger erinnert Schnell an die 3-Minuten-Grenze.
Villiger: Votant Stauffacher verzichtet auf sein Votum. Auch das ist vielleicht ein Applaus wert.
17.00 Uhr: Hans-Jacob Heitz:
16.57 Uhr: Rainer Hauser:
Wir haben viel gehört. Ein Punkt ist vergessen worden. Was müssen junge Leute denken? Ich muss nur genügend hoch kommen, dann bekomme ich Boni - Verlust hin oder her. Geben wir der leeren Worthülse etwas Bedeutung und stimmen wir Nein.
VR-Präsident Kaspar Villiger: Ich stelle fest, dass die Rednerliste immer länger wird. Ich schlage deshalb vor, dass wir die Rednerliste schliessen.
16.54 Uhr: Hans-Ulrich Bühler:
Ich habe mehr als 41 Jahre für die UBS gearbeitet. Ich habe der UBS viel zu verdanken, aber auch viel von ihr erhalten. Ich sei stolz auf die UBS, sagte ich meinen Kollegen vom Stammtisch. Es war eine Bank, die Arbeitsplätze schafft, Steuern zahlt.
Es geht um die vielen Mitarbeiter der UBS und um die Kunden der UBS. Für sie möchte ich, dass die Bank wieder eine vertrauenswürdige Bank wird. Das geht aber nicht, ohne die Vergangenheit genau zu beleuchten.
Ich bitte sie, die Décharge zu verweigern.
16.52 Uhr: Beat Huber: (spricht Schweizer Dialekt)
Ich bin nur Arbeiter. Wo ist das Vertrauen? Wo? Nein, Boni!
Villiger schlägt vor, die Rednerzeit von 5 auf 3 Minuten zu verkürzen. Vorschlag wird mangels Applaus angenommen.
16.48 Uhr: Gilbert Puder
Villiger bittet die Votanten sich kurz zu halten
16.42 Uhr: Heinz Schmid:
Das Volk versteht nicht, dass Manager, die solch hohe Verluste eingefahren haben, so hohe Boni bekommen.
Ich spüre, sie haben den Willen, dass der Aktionär gut wegkommt.
16.37 Uhr: Susanne Leutenegger Oberholzer, SP-Nationalrätin und Kleinaktionärin:
Ich bitte sie, die Anträge abzulehnen.
Wahrheit und Klarheit ist gefordert.
16.38 Uhr: Roger Emil Camponovo
Ehre - das ist ein grosses Wort. Damals gab es einfach keine Moral.
Herr Villiger, warum sind die WCs im unteren Geschoss geschlossen?
16.28 Uhr: Othmar Bachmann:
Ich nenne, das was vorgefallen ist, Diebstahl! Diebstahl und ungetreue Geschäftsführung. Im Nahen Osten wird den Dieben noch heute die Hand abgehackt. Wir belohnen solche Leute noch mit Geld.
Ich bitte sie, die Décharge an diese Typen zu verweigern.
Die Rednerzeit ist abgelaufen. Bachmann muss abtreten und tritt darum lauthals protestierend ab.
16.18 Uhr: Urs Schneider:
Ich würde aus politischer, sozialer und ökonomischer Sicht, das Traktandum Décharge verschieben.
16.14 Uhr: Walter Benz:
Es geht uns nicht darum, Rache zu üben. Es geht um eine saubere Abklärung im Sinne des Vertrauens. (Applaus)
2007 warnte ich die Bank vor der US-Subprime-Krise. Nach der GV diskutierte der damalige CEO Marcel Rohner mit mir darüber und fand meine Argumente lächerlich. 10 Tage nach der GV realisierte die Bank ihre drohende Insolvenz. Damals wurde also wissentlich gelogen. Klagen wurden abgelehnt.
Peter Siegenthaler, Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung, sagte kürzlich: Beim UBS-Debakel waren die Managementfehler noch gravierender als bei der Swissair.
Gerade weil die UBS ohne Staatshilfe nicht überlebt hätte, hätten sie, Herr Villiger, dafür sorgen müssen, dass die Führungskräfte auf Basis der Organhaftpflicht angeklagt werden.
Ich bitte Sie, die Décharge abzulehnen, und zwar für alle drei Jahre.
Wenn die Entlastung erteilt wird, dann handelt es sich um eine Farce. Nehmen sie diese Entlastung wenigstens für das Jahr 2007 zurück, bis unsere Regierung die Vorfälle abgeklärt hat.
Ich schlage ihnen vor, dass sie der erste Präsident sind, der der ganzen Welt eine Bank vorstellt, die das Geld in den Dienst des Menschen stellt und nicht umgekehrt. Sie wären der erste Präsident, der sagt: Es gibt keine Boni in Jahren ohne Gewinn.
Wir müssen unsere Bank schützen. Viele von uns, auch ich, sind verletzt. Wir alle sind hochemotional, besonders diejenigen, die behaupten, rational zu handeln. Für macht es aber inzwischen den Eindruck, dass die Menschen nicht nur irritiert, verletzt und empört sind. Es scheint mir, dass diese Leute Rachegefühle haben. Es müssen dann Schuldige her. Idioten sind nicht automatisch Kriminelle.
Wir brauchen Ruhe für das Unternehmen. Wir brauchen Stabilität.
Eine Personalvertretung ist die Stimme des Personals.
Die UBS hat auch den Finanzplatz Schweiz und die Wirtschaftslage der Schweiz gefährdet. Diese Verfehlungen sollen zivilrechtlich geahndet werden. Eine Klage ist teuer und deshalb muss der VR handeln. Sonst macht er sich gemein mit den Verfehlungen des früheren Managements. Nur so bleibt der neue VR glaubwürdig. Die Verantwortlichen für das UBS-Debakel müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Es ist unerlässlich, die Décharge für alle drei Jahre zu verweigern.
Die Aktionäre müssen aufpassen, dass sie das Image der Bank nicht beschädigen und damit den Aufschwung gefährden. Es ist zwischen Konzernleitung und Verwaltungsrat klar zu trennen. Die Décharge für 2009 soll separat erteilt werden, damit die neue Führung nicht kollektiv mit abgestraft wird.
Es soll Decharge erteilt werden für die Jahre 2007, 2008 und 2009. VR-Präsident Villiger verweist auf weitgehende Rechtsgutachten und betont, es seien in diesen Jahren keine rechtlichen Verfehlungen festgestellt worden. Zwei externe Gutachten haben untersucht, ob eine Klage der Bank gegen frühere Verantwortliche angestrengt werden sollte. Die Bank verzichtet mit Entscheid von Mitte Dezember auf eine solche Klage.
Es sind 27 Redner vorgesehen
Live-Protokoll bis 16 Uhr
Nach teilweise lebhaften Debatten haben die UBS-Aktionäre den umstrittenen Vergütungsbericht angenommen. Hier geht’s zum Live-Protokoll bis 16 Uhr.
(sf/godc)
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J. Plaz, Zürich
)
(snowraver
Verfasst am: 15.4.2010 2:46
Idioten
*können* ohne weiteres auch kriminell sein. Eine... mehr
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H. Bruhin, Lugano
)
(secutor
Verfasst am: 15.4.2010 0:51
Idioten sind nicht automatisch Kriminelle
Da gibts nichts inzuzufügen. Super! [1]
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G. Bossert, Safenwil
)
(GaBo
Verfasst am: 14.4.2010 20:56
Ein über Wochen diskutiertes Traktandum
und jetzt stellt sich lediglich heraus, dass die... mehr
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