Wirtschaft
UBS-GV: «Das wird ein langer Tag»
Seit 10:30 findet in der St. Jakob-Halle in Basel die Generalversammlung der UBS statt. SF-Bankenexpertin Marianne Fassbind rechnet damit, dass die Aktionäre der Grossbank ihrem Verwaltungsrat die Décharge für das Geschäftsjahr 2007 verweigern. Und es stehen noch weitere, teils brisante Traktanden an.
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Zuerst wird über die Décharge für das Geschäftsjahr 2009 abgestimmt werden. Diese wird voraussichtlich mit einer grossen Mehrheit angenommen. Grosse Aktionärsgruppen wie ISS oder auch die UBS-Mitarbeiter stimmen für die Entlastung, weil das Geschäftsjahr 2009 weitgehend unter die Führung von Kaspar Villiger und Oswald Grübel fällt. Eine Ablehnung würde heissen, dass die Aktionäre der neuen Führungsspitze kein Vertrauen schenken. Ebenfalls angenommen wird wahrscheinlich die Décharge für 2008. Damals waren Peter Kurer und Marcel Rohner an der Spitze. Sie verantworten zwar das Debakel mit, sind jedoch nicht die eigentlichen Verursacher der Krise bei der UBS.
Abgelehnt wird voraussichtlich aber die Décharge für das Geschäftsjahr 2007, das unter die Ägide von Marcel Ospel und Peter Wuffli fällt. Grosse Aktionärsgruppen wie Ethos, Actares und ISS, aber auch Einzelaktionäre und UBS-Mitarbeiter, die total mehr als 5 Prozent am Kapital halten, werden dagegen stimmen. Banknahe Aktionärsgruppen werden die Décharge ablehnen, um der UBS weitere Probleme zu bereiten. Das könnte anderen Banken Konkurrenzvorteile bringen.
Es ist ausserdem möglich, dass Aktionäre den Antrag stellen, den Depotstimmrechten die Stimmberechtigung zu verweigern. Wird dieser Antrag angenommen, ist die Ablehnung der Décharge für 2007 noch wahrscheinlicher.
Das wird ein langer Tag. Es kann davon ausgegangen werden, dass es sich um eine sehr grosse Generalversammlung handelt, an der etwa 5000 Aktionäre teilnehmen werden. Die Versammlung wird um 10:30h mit den Ansprachen von Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger und CEO Oswald Grübel beginnen. Das dauert etwa eine Stunde.
Das erste Traktandum betrifft das Geschäftsjahr 2009 und das Vergütungssystem. Dazu werden etwa 30 bis 40 Redner sprechen, die je fünf Minuten Zeit für ihr Anliegen haben. Die erste Abstimmung ist also frühestens um 13.30 Uhr zu erwarten.
Wie stehen die Aktionäre zum Thema der Vergütungen?
Dieses Traktandum hat mehr Chancen durchzukommen als die Déchargen. Denn banknahe Aktionärsgruppen werden dem Vergütungssystem zustimmen.
Das zweite Traktandum - die Verwendung des Jahresergebnisses bzw. die Ausschüttung der Dividende - sollte schnell und problemlos abgehandelt werden können. Das dritte Traktandum betrifft dann den Entscheid über die Déchargen. Auch hier ist zu erwarten, dass sich etwa 30 Redner für je fünf Minuten äussern werden, bevor es zur eigentlichen Abstimmung kommt.
Mit dem Abstimmungsergebnis der Erteilung der einzelnen Déchargen für die Jahre 2007, 2008 und 2009 ist also frühestens zwischen 16 und 17 Uhr zu rechnen. Danach folgen noch die Traktanden vier und fünf. Insgesamt wird die gesamte Generalversammlung bis schätzungsweise 18 oder 19 Uhr andauern.
Kann der geplante Ablauf auf den Kopf gestellt werden?
Zu Verzögerungen kann es kommen, falls Aktionärsgruppen nach dem zweiten Traktandum noch einen Antrag auf Klage stellen. Ein solcher Antrag würde vorsehen, dass der Verwaltungsrat eine Klage gegen Ex-UBS-Verwaltungsrat Marcel Ospel sowie Ex-CEO Peter Wuffli einreicht.
Möglicherweise stellen einzelne Aktionärsgruppen den Antrag, dass zwischen einer Décharge für den Verwaltungsrat und einer Décharge für die Konzernleitung unterschieden und einzeln darüber abgestimmt wird. Auch das könnte zur Verzögerungen führen.
Sonderbulletin auf SF1, 15:55 Uhr
Zur UBS-Generalversammlung sendet die Tagesschau um 15:55 Uhr ein Sonderbulletin auf SF1 und im Livestream auf tagesschau.sf.tv: Mit einer Zusammenfassung der Ereignisse und Beschlüsse sowie einer Live-Schaltung zu SF-Wirtschaftsredaktorin Marianne Fassbind.
Nein, die Wiederwahl von Kaspar Villiger sollte nicht in Gefahr sein. Eher wird die Wahl von Lufthansa-Konzernchef Wolfgang Mayrhuber als neues Mitglied des Verwaltungsrats zu einem Problem. Es ist anzunehmen, dass kritisiert wird, er habe bereits zu viele Verwaltungsratsmandate inne.
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M. Gasser, Freiburg
)
(markusgasser
Verfasst am: 14.4.2010 8:17
Ospel war der Beste !
Der beste Verwaltungsrat mit dem besten... mehr
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