Wirtschaft
UBS-Aktionäre sagen nur knapp Ja zu 3 Mrd. Fr. Boni
An der UBS-Generalversammlung (GV) in der Basler St. Jakobshalle haben die Aktionäre dem umstrittenen Vergütungsbericht 2009 mit einer Mehrheit von nur gerade 54,7 Prozent zugestimmt. Damit billigen sie, dass die UBS trotz einem Milliardenverlust 3 Mrd. Boni ausbezahlt hat. Es handelte sich um eine rein konsultative Abstimmung. «tagesschau.sf.tv» berichtet laufend über die Generalversammlung.
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Live-Ticker zur Décharge
Die Aktionäre beraten über die Erteilung der Décharge für die ehemalige UBS-Spitze. «tagesschau.sf.tv» berichtet laufend, hier gehts zum Live-Ticker.
Die Berichterstattung zur UBS-GV bis zur Abstimmung über den Vergütungsbericht 2009 bis 16 Uhr:
16.01 Uhr: Brigitte Moser-Harder:
2007 warnte ich die Bank vor der US-Subprime-Krise. Nach der GV diskutierte der damalige CEO Marcel Rohner mit mir darüber und fand meine Argumente lächerlich. 10 Tage nach der GV realisierte die Bank ihre drohende Insolvenze. Damals wurde also wissentlich gelogen. Klagen wurden abgelehnt.
Peter Siegenthaler, Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung, sagte kürzlich: Beim UBS-Debakel waren die Managementfehler noch gravierender als bei der Swissair.
Gerade weil die UBS ohne Staatshilfe nicht überlebt hätte, hätten sie, Herr Villiger, dafür sorgen müssen, dass die Führungskräfte auf Basis der Organhaftpflicht angeklagt werden.
Ich bitte Sie, die Décharge abzulehnen, und zwar für alle drei Jahre.
15.55 Uhr: Christine Renaudin(spricht französisch)
Wenn die Entlastung erteilt wird, dann handelt es sich um eine Farce. Nehmen sie diese Entlastung wenigstens für das Jahr 2007 zurück, bis unsere Regierung die Vorfälle abgeklärt hat.
Ich schlage ihnen vor, dass sie der erste Präsident sind, der der ganzen Welt eine Bank vorstellt, die das Geld in den Dienst des Menschen stellt und nicht umgekehrt. Sie wären der erste Präsident, der sagt: Es gibt keine Boni in Jahren ohne Gewinn.
15.51 Uhr: Elias Jülke
15.44 Uhr: Elli Planta, Sprecherin der UBS-Mitarbeiter:
Wir müssen unsere Bank schützen. Viele von uns, auch ich, sind verletzt. Wir alle sind hochemotional, besonders diejenigen, die behaupten, rational zu handeln. Für macht es aber inzwischen den Eindruck, dass die Menschen nicht nur irritiert, verletzt und empört sind. Es scheint mir, dass diese Leute Rachegefühle haben. Es müssen dann Schuldige her. Idioten sind nicht automatisch Kriminelle.
Wir brauchen Ruhe für das Unternehmen. Wir brauchen Stabilität.
Eine Personalvertretung ist die Stimme des Personals.
15.40 Uhr: Werner Stauffacher
15:37 Uhr: Dominique Biedermann:
Die UBS hat auch den Finanzplatz Schweiz und die Wirtschaftslage der Schweiz gefährdet. Diese Verfehlungen sollen zivilrechtilch geahndet werden. Eine Klage ist teuer und deshalb muss der VR handeln. Sonst macht er sich gemein mit den Verfehlungen des früheren Managements. Nur so bleibt der neue VR glaubwürdig. Die Verantwortlichen für ds UBS-Debakel müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Es ist unerlässlich, die Decharge für alle drei Jahre zu verweigern.
15:33 Uhr: Hans-Jacob Heitz, Anwalt:
Die Aktionäre müssen aufpassen, dass sie das Image der Bank nicht beschädigen und damit den Aufschwung gefährden. Es ist zwischen Konzernleitung und Verwaltungsrat klar zu trennen. Die Decharge für 2009 soll separat erteilt werden, damit die neue Führung nicht kollektiv mit abgestraft wird.
15:26 Traktandum drei: Entlastung des Verwaltungsrates
Es soll Decharge erteilt werden für die Jahre 2007, 2008 und 2009. VR-Präsident Villiger verweist auf weitgehende Rechtsgutachten und betont, es seien in diesen Jahren keine rechtlichen Verfehlungen festgestellt worden. Zwei externe Gutachten haben untersucht, ob eine Klage der Bank gegen frühere Verantwortliche angestrengt werden sollte. Die Bank verzichtet mit Entscheid von Mitte Dezember auf eine solche Klage. Villiger betont, die Bank sei bereit, die Meinung der Aktionäre zu hören
Es sind 27 Redner vorgesehen.
15:21 Traktandum zwei: Verwendung des Jahresergebnisses
14:44 Uhr: Abstimmung über Traktandum 1b): Vergütungsbericht
Resultat der Konsultativabstimmung über den Vergütungsbericht.
Ja-Stimmen 922'586'075, das sind 54,7 Prozent.
Nein-Stimmen: 664'892'626, 39,4 Prozent
Enthalten rund 5,85 Prozent.
14. 37 Uhr: Rudolf Hopmann:
Das übliche Argument für die Boni ist: uns laufen die guten Leute weg. Das sagt die UBS. Das sagt die CS.
Mir scheint, es ist nötig, dass die Banker zusammen reden. National und international. Erkennen - Anerkennen - Handeln. Sie, Herr Villiger, haben als Ex-Bundesrat ein grosses Beziehungsnetz. Nützen sie das aus.
Antwort Villiger: Auch zwei Banken in der Schweiz können den Markt nicht verändern. Es wird immer gesagt, wir behaupten, wir hätten Leute verloren. Wir können dies beweisen. Wir empfehlen diesem Bericht zuzustimmen.
14. 33 Uhr: Paul André Eicher:(spricht englisch)
Als jahrelanger UBS-Kunde finde ich es skandalös, wie die UBS Boni auszahlt.
Antwort Villiger: Das Problem besteht darin, dass wir in einem realen Markt stehen. Wir versuchen das schon die ganze Zeit zu verstehen geben.
14.30 Uhr: Carola Hardt, UBS-Kleinaktionärin und Künstlerin:
Ich finde hohe Gehälter völlig in Ordnung, wenn gute Arbeit geleistet wird. Ansonsten Malus statt Bonus.
Ich konnte leider noch keinen Gewinn erzielen, nur tausende Franken Verlust.
Deshalb werbe ich mit meiner selbstgenähten Kleidung für mich selbst.
14.29 Uhr: Werner Fritsche:
Ich bin zwar im Bankenwesen ausgebildet, aber ich stelle trotzdem einen unsinnigen Antrag und zwar 2 Fr. Dividende für Aktionäre.
14.24 Uhr: Therese Noelle Klemenz:
Wir haben eine Finanzkrise. Hatten wir eine? Für ein dutzend Manager «la crise n'existe pas».
2006 gab es die Abzockerinitiative. Damals war sie nicht berechtigt, weil die Banken Milliardengewinne gemacht hat. Heute ist sie berechtigt, nur etwas kompliziert. Manager sind heute nur noch auf Geld fokussiert. Mit ein bisschen Ethik wäre dies besser.
14.17 Uhr: Mario Elser, Staatsangestellter BL
Ich habe nach 15 Jahren 1500 Fr. Treueprämie erhalten. Nur damit sie die Relationen sehen.
An welchen Kriterien ist der Boni des Verwaltungsrats gebunden?
... technische Probleme bei der Übertragung des UBS-Livefeeds.
Antwort Villiger: Herr Grübel hat keine Abgangsentschädigung. Wir wollen aber auch nicht seinen Abgang.
14.11 Uhr: Rolf Lüthi:
Das neue Vergütungsmodell ist abzulehnen.
14.05 Uhr: Urs Schneider:
Ich danke der UBS-Führung für ihre Arbeit. (Applaus) . Ausser bei der Deutschen Bank gibt es keine Bank, die so viel Boni zahlt wie die UBS. Vor allem weil es auch kein gutes Malus-System gibt, beantrage ich den Vergütungsbericht abzulehnen.
13.58 Uhr: Hans Peter Blumer:
Auf brutalste Weise sind Existenzen vernichtet worden. Davon habe ich heute noch nichts gehört.
Jetzt wollen sie Prämien ausschütten. Ist das die Reputation, von der sie gesprochen haben?
Herr Villiger, wie haben sie Schäden bereinigt? Schäden wurden abgeschmettert oder in die Länge gezogen. Ich habe seit 1 Jahr nichts mehr gehört von ihnen.
Ist man ein Landesverräter, wenn man über neue Systeme nachdenkt?
Es ist höchste Zeit zum Nachdenken. Vergüten sie die Schäden an die Geschädigten und nicht an die Verursacher. wir sind heute nicht zum Nicken gekommen.
Ich denke, also bin ich, sagte schon Descartes.
Antwort Villiger: Zur Ethik. Wir versuchen, das wirklich umzusetzen. Aber das ist schwieriger, als darüber schon zu reden.
13.53 Uhr: Walter Grob:
Es ist unverschämt, dass man Herrn Ospel und Co. eine weisse Wäsche verschaffen will. Die UBS wäscht weisser. Es würde mich nicht erstaunen, wenn man Herrn Haltiner für sein Engagement noch eine Schatulle offenhält.
Herrn Villiger haben sie schon überlegt, den Namen der UBS zu streichen? Denn der Name UBS taugt nichts in den nächsten Jahren.
Das Schweizer Volk hat die Nase voll von den zwei Schweizer Grossbanken.
Antwort Villiger: Wir haben schon mal überlegt, ob man den Namen wechseln sollte. Wir stellen fest, dass der Name UBS nicht überall die gleichen Probleme hat. In Asien ist UBS z.B. immer noch sehr stark. Alles, was gross ist, hat man in der Schweiz ohnehin nicht besonders gern.
13.45 Uhr: Brigitta Moser-Harder:
Herr Grübel hat 13 Mio. als Begrüssungsentschädigung in Form von Optionen erhalten. Der Wert hat sich inzwischen verdoppelt. Mit seinen 3 Mio. Lohn verdient Herr Grübel etwa 30 Mio. Fr., verzichtet dafür auf Boni. Ich empfehle den Vergütungsbericht abzulehnen.
13.40 Uhr: Elias Jülke:
Ich habe ein Geschenk mitgebracht. Ich übergebe es aber nicht persönlich. Das hat bereits Herr Minder versucht. (Jülke hat für Villiger und Grübel eine Tasse mit Untertasse mitgebracht).
Villiger unterbricht.
13.36 Uhr: Hans-Jacob Heitz, Anwalt
Ich wurde angehört, aber nicht gehört. Boni ja, aber mit Massen. Es gibt einen Begriff, der heisst Malus. Gehen sie diesbezüglich über die Bücher. Wir lehnen den Vergütungsbericht ab. Das ist eine Büchse der Pandora.
Es gilt Grenzen zu setzen. Die neue Konzernleitung ist in der Probezeit.
Antwort Villiger: Wir haben eine Maluskomponente eingebaut.
13.30 Uhr: René Zeyer:
Die UBS hat 2009 einen Multimilliardenverlust eingefahren. Die Aktionäre haben einen Multimilliardenverlust erlitten. Ein Desaster. Die UBS hat sich für 2009 einen Multimilliardenbonus gegönnt. Mehr als ein Desaster. Da wird es einem übel, Herr Grübel.
Jeder einzelne Schweizer hat der UBS 10'000 Fr. gepumpt. Ohne diese Hilfe wäre die UBS pleite gegangen. Sie haben zudem eine Krise des Schweizer Bankgeheimnisses herbeigeführt. Die Schulden bezahlen immer andere. Verantwortung übernehmen immer andere.
Solange sich die Bosse Millionenboni ausbezahlen können, ist die Welt für sie in Ordnung. Herr Grübel, kehren sie zurück auf den Golfplatz.
Ich beantrage, den Vergütungsbericht abzulehnen.
Antwort Villiger: Ich möchte darauf hinweisen, dass die Leute, die hier sitzen, den Schaden der UBS nicht angerichtet haben. (es wird geklatscht).
Ausführungen zum Vergütungsbericht 2009, 15 Votanten
... technische Probleme bei der Übertragung des UBS-Livefeeds.
13:09 Uhr:
Abstimmung über Traktandum 1a): Jahresbericht und Konzernergebnis 2009
97 Prozent der Aktionärsstimmen sagen Ja.
12:58 Uhr: Josef Steger
Das Personal der UBS hat in den letzten drei Jahren grossartig gearbeitet. Ich hätte gerne Auskunft über den Personalabbau. Wieviele Entlassungen hat es gegeben, wie viele Frühpensionierungen? Ich danke Elly Planta, der Präsidentin der Personalvereinigung für ihre grossartige Arbeit.
Lobt Villiger und Grübel für ihre Arbeit und mahnt sie, den Kontakt mit dem Personal nicht zu verlieren. Und er möchte eine Garantie, dass die Sportanlagen erhalten bleiben.
Antwort Grübel: wir haben 12'000 Arbeitsplätze teils verloren, teils abgebaut. Wir arbeiten mit Frau Planta sehr eng zusammen. Wir wollen natürlich nicht Leute entlassen, sondern Jobs kreieren. Ein Unternehmen mit 65'000 Angestellten in der ganzen Welt muss sich immer wieder anpassen, an Veränderungen, an Erfindungen etc. Wir haben eine Fluktuation von gegen 10 Prozent. Um Jobs kreieren zu können, brauchen wir Wachstum.
Antwort Villiger: dankt für die unterstützenden Worte. Mir ist es wichtig, Filialen zu besuchen und die Stimmung zu spüren, auch wenn ich die Trennung zwischen VR und Management als wichtig erachte. Meine Gespräche mit Herrn Grübel sind immer sehr konstruktiv, ich kann mich nicht an den letzten Streit zwischen uns erinnern. Also glauben sie nicht alles, was in den Medien steht.
12:52 Uhr: Heinz Keller
Die beiden Grossbanken werden nach Medienaussagen in den nächsten Jahren keine Steuern bezahlen. Wie sieht das aus mit der Verantwortung der Steuerzahler? Mir scheint, dass die guten Leute nur gut waren beim Kassieren der guten Löhne.
Antwort Villiger: Wir tragen wie in anderen Ländern die Verluste vor. Wann wir wieder Steuern zahlen, ist offen. Mein Vater hat immer gesagt: Sei froh, dass du Steuern bezahlen darfst. Denn solange du Steuern bezahlst, geht es dir gut.
12:48 Uhr: Monica Eggmann
Die gierigen Banker haben sich gegenüber den KMU schuldig gemacht. Sie sollen die Boni zurück geben. Das Geld soll für UBS-Geschädigte verwendet werden. Wir möchten der neuen UBS gerne glauben. Aber es fehlt das Vertrauen.
Antwort Villiger: Er weist auf zurück bezahlte Boni hin. Wir nehmen den Heimmarkt sehr, sehr ernst und wollen ihr etwas zurück geben.
12:45 Uhr: Hans Ullrich Gally
beleuchtet die medizinschen Hintergründe des moralischen Verhaltens und der Verantwortung. Und er fordert die Bank auf, in diese medizinische Forschung zu investieren.
12:43 Uhr: Werner Fritsche, Schutzvereinigung Kleinaktionäre
Statement zur Abzocker-Initiative: Unterstützen Sie diese Initiative und die SP-Initiative 1:12. Dann verdienen die Banker bald nicht mehr als 600'000 Franken
Reaktion Villiger: Und wir haben keine rentablen Grossbetriebe mehr
12.36 Uhr: Bruno Philipp, Basel:
Herr Grübel ist eine Fehlbesetzung. (Ein Raunen geht durchs Publikum).
12.34 Uhr: Urs Troxler:
Ich bin kein Sozialist, aber meine Mutter sagte ab und zu zu mir: Schäm dich.
12.30 Uhr: Grübel nimmt Stellung:
Natürlich haben sie recht, Vertrauen ist wichtig und auch unsere Kunden. Das meinten wir auch. Was macht Manager besonders? Als ich vor 50 Jahren bei der Bank angefangen habe und nach der Lehre einen Lohn von 3000 DM verdient habe, da gab es auch schon Leute, die eine halbe Million verdient haben. Ich bin kein Befürworter der ganzen Sache.
Unsere Manager haben in der letzten Zeit für weniger Geld gearbeitet, als sie woanders hätten verdienen können. Sie können uns beispielsweise nicht mit einer Verkäuferin vergleichen. Das Problem ist, dass die Schlechtesten in unserer Branche, die tausende Stellen zu verantworten haben, genausogut bezahlt wurden, wie unsere Besten, und das ist falsch.
12.27 Uhr: Villiger nimmt Stellung:
Ich habe Verständnis für Herrn Hämmerli. Ich komme auch aus dem mittelständischen Unternehmen und fühle mich immer noch so. Ich verstehe, dass es schwierig ist für eine Familie ist, die beispielsweis 70'000 Fr. im Jahr verdient.
12.23 Uhr: Hans-Peter Michael Hämmerli:
Ich möchte wissen, was diese unglaublichen Arbeiten sind, die unsere Topmanager vollbringen? Sodass sie 20, 30 ja bis zu 300 mal mehr verdienen als die Mitarbeiter an der Front. Was macht sie so wertvoll?
Gut, sie haben eine heikle Aufgabe. Sie arbeiten mit unserem Geld, dem Geld der anderen. Es ist nicht nur die Reputation, das höchste Gut der Bank, das höchste Gut ist das nahtlose Vertrauen der Kunden.
12.19 Uhr: Annunziato Sergio Capasso aus Genf(spricht italienisch)
Denken sie nächstes Jahr an uns die Aktionäre. Wieso halten sie die GV nicht einmal in Genf ab? Wir haben schönes Wetter, schöne Restaurants, schöne Mädchen...
12.26 Uhr: Villiger nimmt Stellung:
Was ich in der Arena gesagt habe, stimmt. Das Problem ist, dass der Bund das Geld nicht annehmen kann. Wir wissen, dass der Bund eine Rechtsgrundlage dafür schaffen will oder schon hat. Dann werden wir die Kosten selbstverständlich begleichen.
12.13 Uhr: Walter Benz:
In der SF-Sendung Arena sagte Villiger er hätte gerne mehr als 1 Mio. an den Kosten der Eidgenossenschaft bezahlt. (Aufwand der Eidgenossenschaft im Steuerstreit mit den USA kostete 38 Mio. Fr.). Wenn dem so ist, dann hätten sie das durchsetzen müssen, Herr Villiger.
Glauben sie nicht an die per Eilbrief verschickte Gewinnmeldung von 2,5 Mrd. Franken im 1. Quartal. Da sind die Boni noch nicht abgezogen.
12.09 Uhr: Villiger nimmt Stellung:
Ich weise ihre Vorwürfe zurück. Sie beleidigen damit die betreffenden Personen.
Leises Klatschen.
12.04 Uhr: Rudolf Meyer, Aktionärsvertreter
Die zuständigen Herren, und die leider wenigen Damen, haben extrem wenig dazugelernt. Eine wirklich neue UBS ist nicht in Sicht. Wenn sogar die NZZ am Anstand der UBS zweifelt, dann ist doch wohl alles gesagt über die Uneinsichtigkeit der jetzigen Führung. Herr Villiger, sie haben noch nicht fertig aufgeräumt.
Décharge, der Dreck wird einfach nach unten gekehrt. Das ist ein Irrtum. Dreck kommt immer wieder zum Vorschein. Sie erinnern sich sicher an die namenlosen Konten.
Die wirklich besten Leute haben Werte, die sich nicht mit Geld messen lassen.
Herr Villiger, ihre eigene Vergütung liegt im angemessenen Rahmen. Sie sind ein anständiger Mensch. Für das, was sie sich heute anhören müssen, hätten sie mehr verlangen sollen.
Ich empfehle, den Vergütungsbericht abzulehnen.
Aktionäre klatschen
11.59 Uhr: Erich Gerber, Kleinaktionär und Geschädigtenvertreter
Wer fühlt sich durch Lehman-Brothers geschädigt, der soll die Hand hochhalten?
Wer fühlt sich durch Falschberatung der UBS geschädigt?
Livestream-Kamera zeigt nicht auf Aktionäre
11.57 Uhr: Grübel nimmt Stellung zu Fischers Aussage:
Natürlich ist das kein Scheingewinn. Wäre es so, könnten sie mich bald im Gefängnis besuchen.
11.56 Uhr: Antwort des UBS-Chefjuristen zu Betreibungen:
Diese Zahlen sind mir nicht bekannt.
11.51 Uhr: Daniel Fischer, Anwalt der Lehman-Brothers-Geschädigten:
Die UBS hat Betreibungen in der Höhe von 3,5 Mrd. Fr. und Prozessrückstellungen in der Höhe von 2,3 Mrd. Fr. Die UBS kann sich noch lange nicht neue UBS nennen. Es kommt nicht auf die Verpackung, sondern auf den Inhalt an.
11.50 Uhr: Villiger rechtfertigt sich:
Meine Frau hat das gleiche gesagt. Allerdings hat sie nur eine Seite gelesen.
11.44 Uhr: Rudolf Weber, Kleinaktionär
Die Bank macht Mrd.-Verluste. Die Bank muss durch den Bund saniert werden. Der Bund bittet die Bankherrschaften: Seid vorsichtig mit den Boni.
Was tut Herr Grübel? Er verteilt 4 Mrd. an Boni. Man will uns erklären, wenn wir keine Boni verteilen, gehen die Männer zur Konkurrenz. Das ist doch fertiger Blödsinn. Man will uns Glauben machen, die Boni seien gerechtfertigt. Wir sind nicht so blöd. Ich hatte viel Zeit, um den Geschäftsbericht zu lesen: Ich protestiere dagegen, dass man Kurer eine Mio. nachgeschossen hat.
Aktionäre lachen und klatschen
11.38: Guido Röthlisberger
Wieviel muss ein Arbeitnehmer leisten, um eine Million zu verdienen?
11.36 Uhr: Dominique Biedermann (Ethos)
Der Aktionärsvertreter kritisiert das UBS-Vergütungssystem der UBS. Er fordert das Plenum auf, «Nein zum Vergütungsbericht» zu stimmen
Jahresbericht, Konzernrechnung und Rechnung des Stammhauses für das Geschäftsjahr 2009. 16 Votanten haben sich gemeldet.
Wenn es allzu beleidigend werden sollte, erlaube ich mir, das Mikrofon abzustellen.
Applaus für Grübel
11.31 Uhr: Grübel beendet seine Rede:
Was bei der UBS passiert ist, können wir nicht ungeschehen machen.
11.28 Uhr: Grübel verteidigt Boni:
Damit unsere Werte und Grundprinzipien wirklich gelebt werden, schaffen wir eine starke, faire und leistungsorientierte Unternehmenskultur. Dazu gehören die Rekrutierung, Förderung und Bindung talentierter Mitarbeiter, und dazu gehört auch die marktgerechte Entlöhnung.
11.25 Uhr: Wahrheit, Klarheit und Leistung:
Unsere Reputation ist unser wertvollstes Gut und letztlich abhängig davon, wie wir alle bei der UBS handeln und entscheiden. Wie schnell die Reputation zerstört ist - und wie steinig der Weg ist, um sie wieder zurückzugewinnen - haben wir gesehen. Deshalb sollen unsere Entscheide und unser Handeln bei der neuen UBS vond drei Werten geprägt sein: Wahrheit, Klarheit und Leistung.
11.23 Uhr: Grübel ist zuversichtlich
Diese Ziele halte ich für absolut realistisch. Mit diesen strategischen Anpassungen vollziehen wir keine Revolution, sondern gehen bewusst evolutionär vor. Tiefe Einschnitte in unseren Geschäftsfeldern wären weder erfolgsversprechend, noch sind sie nötig. Was sich jedoch massiv verändert, ist die Art, wie wir unser Geschäft betreiben
11.21 Uhr: Grübels Ziele, um UBS wieder erfolgreich zu machen
1. Hauptziel: UBS soll eine führende kundenorientierte Bank sein
2. In der Vermögensverwaltung werden wir unsere Position als wichtigster globaler Anbieter weiter festigen und ausbauen
3. Unsere Investment Bank richten wir auf das Kundengeschäft aus und fördern das Geschäft mit Produkten, die eine hohe Liquidität haben und mit geringen Risiken behaftet sind
4. In allen Segmenten, Märkten und Geschäftsfeldern, in denen wir tätig sind, sollen nachhaltige Gewinne erzielt werden
5. In der Schweiz wollen wir unsere führende Stellung in allen Kundensegmenten beibehalten
6. In jeder Wachstumsregion, in der wir aktiv sind, soll die UBS künftig zu den besten Anbietern gehören
7. Unser operatives Ergebnis wollen wir Schritt um Schritt deutlich weiter erhöhen.
11.19 Uhr: Grübel bedankt sich bei Schweizer Regierung
Wir sind der Schweizer Regierung für die grosse Unterstützung, die sie der UBS in einer schwierigen Phase gewährte, sehr dankbar
11.07 Uhr: Grübel bedankt sich bei UBS-Mitarbeitern
Aktionäre klatschen
11.06 Uhr: Grübel gibt Zahlen bekannt
Wie sie Anfang Woche unserem Ausblick entnehmen konnten, erwarten wir für das 1. Quartal 2010 einen Gewinn vor Steuern von mind. 2,5 Mrd. Fr. Meine Damen und Herren ihre Bank ist damit wieder zurück im Geschäft.
11.04 Uhr: CEO Oswald Grübel hat das Wort:(Er hat eine auffällig tiefe Stimme)
Vor einem Jahr - an meiner ersten GV als CEO ihrer Gesellschaft - habe ich Ihnen versprochen, dass wir die UBS grundlegend verändern werden, damit Sie wieder stolz sein können auf ihre Bank.
10.50 Uhr: Villiger zur Rolle der Führungspersonen:
Etwas Weiteres ist mir wichtig. Es gibt jenseits von Gerichten und Strafjustiz eine moralische unternehmerische Verantwortung, die schwer wiegt. Die früher Verantwortlichen der UBS haben unternehmerische Entscheide getroffen, die zu einer der grössten Beinahekatastrophe der Schweizer Wirtschaftsgeschichte geführt haben.
Sie taten dies in guten Treuen. Niemand wollte der UBS schaden. Aber sie müssen zu dieser moralischen Verantwortung stehen.
Die Herren Marcel Ospel, Peter Wuffli, Stephan Haeringer und Marco Suter, sowie zwei ausländische ehemalige Konzernleitungsmitglieder haben durch Rückzahlungen und freiwillige Verzichte auf vertraglich zugesicherte Leistung im Betrag von 70 Mio. Fr. ohne Anerkennung einer Schuld solche Verantwortung übernommn.
«Ich vertrete die Meinung, es sei in den letzten Jahren vor allem in den höheren Etagen übertrieben worden.»
«Ob uns das passt oder nicht»
Jedoch räumt er sogleich ein: «Gute Leute, die mit ihren Teams grosse Erträge erzielen, sind gesucht wie eh und je. Wenn man sie halten oder gewinnen will, muss man sich in den Grössenordnungen bewegen, die im betreffenden Arbeitsmarkt üblich sind. Ob uns das passt oder nicht.»
Es folgt Villigers 6 Seiten langes Referat. (siehe PDF-File in der Mehrwertbox)
10.30 Uhr: Begrüssung durch VR-Präsident Villiger
«Ich begrüsse Sie herzlich in der St. Jakobshalle in Zürich.» Mit diesen Worten hiess UBS-VR-Präsident Kaspar Villiger die rund 5000 in Basel anwesenden Aktionäre willkommen.
Die Aktionäre lachen.
«Ich wollte ihre Aufmerksamkeit testen», rechtfertigt Villiger diesen kleinen Fauxpas zu Beginn der Generalversammlung (GV).
4728 UBS-Aktionäre sind an die GV gekommen.
Décharge - Was ist das?
Bedeutendstes Traktandum ist die Entlastung, die Décharge, der UBS-Führungsriege für die Jahre 2007 bis 2009. Die damalige UBS-Spitze könnte durch eine Verantwortlichkeitsklage zu Schadenersatz verpflichtet werden Wird die Décharge verweigert, so kann ein einzelner UBS-Aktionär innerhalb von sechs Monaten die Klage beim zuständigen Gericht einreichen. Eine allfällige Schadenersatzpflicht trifft den Verwaltungsrat und den Konzernchef persönlich und unbeschränkt, das heisst, ohne Haftungslimite. Meist ist dieser Betrag versichert, jedoch mit Schranken nach oben begrenzt.
(sf/godc)
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H. Bruhin, Lugano
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H. Bruhin, Lugano
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Verfasst am: 15.4.2010 1:16
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H. Bruhin, Lugano
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Verfasst am: 15.4.2010 1:12
Hassprediger
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