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Aktionäre: «UBS offenbar 'too big to jail'»

Mittwoch, 14. April 2010, 17:27 Uhr

Im Vorfeld der Abstimmungen über die Déchargen der UBS-Konzernleitung für die Jahre 2007 bis 2009 haben die Aktionäre ihrem Ärger Luft gemacht. Insbesondere die Entlastung für das Jahr 2007 stiess den Votanten sauer auf. Die UBS sei nicht nur «too big to fail», sondern offenbar auch «too big to jail».

Die Votantin Brigitte Moser-Harder nahm kein Blatt vor den Mund. «Laut dem ehemaligen VR-Präsidenten Peter Kurer war die UBS eine der am besten kapitalisierten Banken.» An der Generalversammlung habe er gesagt, das Management hätte die Bank durch die Turbulenzen manövriert. «Kurer hat wissentlich und öffentlich die Unwahrheit gesagt.»

Eine Klage gegen die Führung sei aber abgelehnt worden, sagte Moser-Harder weiter. Die UBS sei offenbar nicht nur «too big to fail», sondern auch «too big to jail».

Ohne Nein: Glaubwürdigkeit angekratzt

Dominique Biedermann von der Anlagestiftung Ethos forderte, dass die Verfehlungen der UBS-Spitze zivilrechtlich geahndet werden. «Die UBS hat auch den Finanzplatz Schweiz und die Wirtschaftslage der Schweiz gefährdet.»

Ethos-Direktor, Dominique Biedermann, verlangt eine gerichtliche Aufklärung

Eine Klage sei teuer und deshalb müsse der Verwaltungsrat handeln. Sonst mache er sich mitschuldig an den Verfehlungen des früheren Managements. «Nur so bleibt der neue Verwaltungsrat glaubwürdig.»

Nein als Signal an den Verwaltungsrat

Die SP-Nationalrätin Susanne Leutenegger-Oberholzer (BL) wies vor allem darauf hin, dass die UBS Kunden in den USA systematisch bei der Umgehung der Steuergesetzgebung unterstützte. «Und die UBS verspekulierte sich. Die Folgen sind erheblich. Das Ende dieser Geschichte kennen wir noch nicht.»

Man müsse sich nun fragen, wer eigentlich die Verantwortung für das Debakel trage: die damalige aber leider auch die heutige Führung, stellte Leutenegger-Oberholzer fest. «Der Verwaltungsrat weigert sich, eine Verantwortlichkeitsklage gegen die damalige Führung einzureichen. Das ist unverständlich.» Ein Nein bei der Décharge müsse ein Singal sein an den Verwatlugnsrat, diesen Entscheid zu überdenken.

«Idioten sind nicht automatisch Kriminelle»

Für die Entlastung der Führung sprach sich dagegen die Präsidentin der UBS-Arbeitnehmervertretung, Elli Planta, aus. Die UBS brauche nun Ruhe und Stabilität. Es wirke auf sie, als müssten Schuldige her. «Idioten sind nicht automatisch Kriminelle.»

Präsidentin der UBS-Arbeitnehmervertretung, Elli Planta, fordert die Décharge.

(sf/hues)

Kommentare aktiv...

B. seiler, pop
(brunomax Mann)
Verfasst am: 15.4.2010 3:10

das ist ja alles gut und recht !!

das wirkliche problem ist weiterhin das too big... mehr

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