Inhalt

Gratis-Ferien für Top-Krankenkassen-Verkäufer

Dienstag, 13. April 2010, 16:05 Uhr, Aktualisiert 22:37 Uhr

Die Krankenkassen-Prämien steigen auch nächstes Jahr. Doch statt Kosten zu sparen, machen die Kassen bereits jetzt Jagd auf neue Kunden für den Krankenkassenwechsel aufs Jahr 2011. Laut der Sendung «Kassensturz» geben die Unternehmen Millionen für Provisionen und fragwürdige Wettbewerbe aus. Ein Unternehmen motiviert die Mitarbeiter sogar mit tollen Preisen.

Videoplayer
Gratis-Kreuzfahrt für Verkäufer

Mehr zum Thema

Artikel bewerten

  • Durchschnittliche Bewertung: 5
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5

Artikel teilen

Auffallend häufig werden Versicherte schon in den letzten Wochen von Krankenkassenverkäufern angerufen. Die Makler versuchen sogenannt «gute Risiken» zu einem Wechsel der Krankenkasse zu bewegen.

Ombudsmann kritisiert

Eine Umfrage des «Kassensturz» zeigt: Viele Versicherer bieten schon jetzt Verträge für 2011 an. Die meisten mit den diesjährigen Prämien. Das ist erstaunlich, denn die Prämien sind noch gar nicht bekannt.

Rudolf Luginbühl, Ombudsmann der Krankenversicherung, bestätigt, dass Versicherungsmakler schon so früh am Werk sind, sei eine neue Erscheinung. Er kritisiert das Vorgehen: «Man verpflichtet sich aufgrund von Prämien, die weder bekannt noch genehmigt sind.» Das könne dann im Herbst zu Streitfällen führen.

Autos und Kreuzfahrten als Anreiz

Dennoch rüsten sich einige Kassen besonders aggressiv für das nächste Jahr: So zum Beispiel die «Groupe Mutuel». Die Krankenkasse motiviert ihre Makler zusätzlich mit einem Wettbewerb. Wer in den ersten Monaten des Jahres viele Kunden holt, kann ausser den üblichen Provisionen tolle Preise gewinnen: Autos, Kreuzfahrten und eine Reise an die Fussballweltmeisterschaften. Gratis-Ferien für Makler auf Kosten der Prämienzahler.

«Groupe Mutuel» rechtfertigt den Wettbewerb: Es sei ein legitimer Ansporn für ihre Verkäufer, er werde ausserdem aus der Zusatzversicherung finanziert.

Bald Verbot von Provisionen?

«Das ist eine Verschwendung von Prämiengeldern und nicht die Aufgabe von Krankenkassen», sagt hingegen die Aargauer Nationalrätin Ruth Humbel. Sie hat gemeinsam mit anderen Parlamentariern ein ganzes Bündel von Sparmassnahmen im Gesundheitswesen vorgeschlagen. Sie möchte auch Telefonwerbung und Provisionen in der Grundversicherung verbieten.

Über 100 Millionen geben gemäss Zahlen des Bundesamts für Gesundheit alle Krankenkassen für Provisionen in der Grundversicherung aus. Im Sommer soll der Nationalrat voraussichtlich über das Verbot entscheiden.

(sf/ferp/bers)

Kommentare aktiv...

O. toneatti, bern
(olgar Mann)
Verfasst am: 15.4.2010 12:03

Solange man den Menschen

in der Schweiz einreden kann, dass in unserem... mehr

Zustimmen — 23 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 6 Leser sind anderer Meinung.

Heiklen Inhalt melden antworten

J. Simon, Bern

Verfasst am: 14.4.2010 12:50

dégueulasse & dégoutant ....

wie sich die Leuten von den caisse maladie, man... mehr

Zustimmen — 24 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 8 Leser sind anderer Meinung.

Heiklen Inhalt melden antworten

J. Lorber, Zürich
(JeffLorber Mann)
Verfasst am: 14.4.2010 8:45

Wundert euch das?

Ich weise schon seit über einem Jahr darauf hin,... mehr

Zustimmen — 48 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 29 Leser sind anderer Meinung.

Heiklen Inhalt melden antworten

Dieser Artikel wurde archiviert. Die Kommentarmöglichkeit wurde deshalb deaktiviert. Vielen Dank für Ihr Interesse.