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Dalai Lama spricht zum ersten Mal direkt zu Schweizern

Samstag, 10. April 2010, 20:02 Uhr

Mehrere tausend Personen haben in der Zürcher Innenstadt an einer Solidaritätskundgebung für Tibet teilgenommen. Höhepunkt war die 50-minütige Rede des Dalai Lama. Es war das erste Mal, dass er direkt zur Schweizer Bevölkerung sprach.

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Dalai Lama nimmt an Solidaritätsbekundung teil

Die mehrstündige Kundgebung auf dem Zürcher Münsterhof stand unter dem Motto «Die Schweiz für Tibet. Tibet für die Welt», zu der die Gesellschaft Schweizerisch-Tibetische Freundschaft (GSTF) aufgerufen hatte.

Nacheinander traten bekannte Schweizer Kunstschaffende auf, darunter The Young Gods, Endo Anaconda und Kutti MC.

Ihre Solidarität bekundeten auch die Nationalräte Mario Fehr (SP/ZH) und Doris Fiala (FDP/ZH). Mit ihrem Auftritt hätten sie auch ein Zeichen nach Bern schicken wollen, sagte ein Sprecher von GSTF.

Bild Zuhörer der Rede des Dalai Lama in der Zürcher Innenstadt.
Tibetische und Schweizerfahnen waren in der Zürcher Innenstadt auszumachen. keystone


Im Publikum wehten zahlreiche tibetische Flaggen, vereinzelt wurden auch Transparente mitgeführt, auf denen etwa «Free Tibet» oder »One Love» zu lesen war. Unter den Teilnehmenden waren nebst Tibetern verschiedener Generationen auch zahlreiche Schweizer.

Begrüssung mit «Brüder und Schwestern»

Höhepunkt war der Auftritt des Dalai Lama, der mit frenetischem Jubel begrüsst wurde. Seine frei vorgetragene Rede dauerte mit knapp 50 Minuten fast doppelt so lange wie vorgesehen.

Dalai Lama während seiner Rede vor der Bevölkerung in der Zürcher Innenstadt.
«Vielmehr geht es um Gerechtigkeit.»
Dalai Lama bei seiner Rede in der Zürcher Innenstadt

Das geistige Oberhaupt der Tibeter dankte den Teilnehmern, die er als «Brüder und Schwestern» begrüsste, für ihre Sympathie und ihr Interesse gegenüber der tibetischen Sache. Dabei gehe es nicht um die Frage, ob man für oder gegen Tibet sei. «Vielmehr geht es um Gerechtigkeit», betonte der Dalai Lama.

Selber nach Tibet reisen

Die chinesische Regierung tendiere dazu, die Probleme in Tibet zu negieren. Das Publikum forderte er deshalb dazu auf, nach Tibet zu reisen und sich sich selbst ein Bild von den dortigen Zuständen zu machen. Er zeigte sich überzeugt, dass Solidaritätskundgebungen wie diese über kurz oder lang auch das Denken der chinesischen Regierung beeinflussen werden.

Bild Der Dalai Lama während seiner Rede in der Zürcher Innenstadt.
Der Dalai Lama empfahl seinen Zuhörern, selbst nach Tibet zu reisen und sich ein Bild zu machen. reuters


Solange die chinesischen Verantwortlichen nicht bereit seien, das Tibetproblem realistisch zu betrachten und nur die Sprache der Gewalt und Unterdrückung anwendeten, solange werde es in dieser Frage keine Ruhe geben. Dies sei, so der Dalai Lama, «hundertprozentig sicher».

Tibetische Kultur und Sprache bewahren

Vor seiner Rede war der Dalai Lama bereits mit den Teilnehmern des Ersten Tibetischen Jugendparlaments zusammengetroffen. Dabei habe er die Jugendlichen an ihre grosse Verantwortung gegenüber der Tibetbewegung erinnert, wie der Verein Tibeter Jugend in Europa (VTJE) mitteilte.

Für das Fortbestehen des tibetischen Volkes sei es gemäss dem Dalai Lama sehr wichtig, die tibetische Kultur und Sprache zu bewahren. Für die Einberufung des Parlaments habe er lobende Worte gefunden.

Erst zweite Rede vor öffentlichem Publikum

Der Besuch des 74-jährigen Geistlichen geht am Sonntag mit einem öffentlichen Vortrag im Zürcher Hallenstadion zu Ende. Das zweistündige Referat trägt den Titel «Universelle Verantwortung und Wirtschaft». Insgesamt stehen 10'000 Tickets zum Verkauf.

In Europa war es bisher erst einmal vorgekommen, dass sich das geistige Oberhaupt der Tibeter direkt an ein öffentliches Publikum wandte. Dies war vor zwei Jahren in Berlin der Fall. Damals hielt der Dalai Lama vor dem Brandenburger Tor eine Rede, wie der Sprecher der GSTF sagte.

(sda/bosy)

Kommentare aktiv...

G. Niedermann, Zürich
(giselaniedermann Frau)
Verfasst am: 11.4.2010 17:03

Buddhistische Lebensphilosophie

Die Welt wäre viel friedlicher, harmonischer und... mehr

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J. Lorber, Zürich
(JeffLorber Mann)
Verfasst am: 11.4.2010 9:15

Nehmt euch ein Vorbild...

am Buddhismus. Nicht als Religion sondern als... [1]  mehr

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J. Capeider, Chur
(Diaula Mann)
Verfasst am: 11.4.2010 7:48

Man solle "nach Tibet reisen", um sich ein Bild von den "dortigen Zuständen" zu machen

Seine Heiligkeit soll sich mal erinnern, welche... mehr

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