Kultur
The Beatles: Vor 40 Jahren endete der Traum
Vor 40 Jahren - am 10. April 1970 - haben sich die Beatles aufgelöst. Das Ende kam nicht überraschend. Und doch traf es Millionen von Fans in aller Welt bis ins Mark, als Paul McCartney verkündete, dass es vorbei ist. Die «Fab Four» hatten von 1962 bis 1970 13 Alben veröffentlicht und mit 22 Singles die Hitparaden der 60er-Jahre dominiert.
- 03.06.10: Ex-Beatle rockt das Weisse Haus
- Beatles-Chronologie: Von der Schülerband zum Welterfolg
- 16.11.08: Ungewohntes von den Beatles
- 23.11.08: Der Vatikan verzeiht John Lennon
- 14.04.09: Ex-Beatles-Produzent hat getötet
- 08.08.09: «Abbey-Road»-Cover der Beatles ist 40
- 08.09.09: Alle Beatles-Alben in neuem Sound
- 19.02.10: 50 Millionen für die legendären Abbey Road Studios
Umfrage
Artikel bewerten
Artikel teilen
John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr hatten das Lebensgefühl einer Generation mitbestimmt, die aus der sorgsam gehegten bürgerlichen Idylle und Spiessigkeit der ersten Nachkriegsjahre ausbrach. Und ihr Ende im Frühjahr 1970, als alle Beatles noch unter 30 waren, markierte zugleich das Ende einer Jugend im 20. Jahrhundert.
An diesem kreativen Auf- und Ausbruch haben sich spätere Generationen von Punk bis Hip-Hop orientiert. Diese Intensität, dieser Einfluss auf Köpfe und Herzen der Menschen erreichte aber nach den Beatles niemand mehr - auch nicht die Ex-Beatles in ihren Solokarrieren.
Die Beatles-WG
Lennon und McCartney hätten so viel zu bieten gehabt, versucht Klaus Voormann, Beatles-Begleiter seit deren Hamburger Tagen Anfang der 60er-Jahre, das Phänomen zu erklären.
Wenn eine kleine Band zusammenhockt, dann funktioniert das alles wunderbar, die wohnen sogar in einer WG zusammen. Aber dann werden die Jungs erwachsen und entwickeln sich jeder in seine Richtung. Das war da ganz extrem der Fall.»
Lennon: «Die Beatles sind bekannter als Jesus»
Schon nach ihrer ersten Hit-Kaskade von den ersten Alben waren die Beatles keine kleine Band mehr. Sie waren schon 1966 so gross, dass Lennon sich zu dem Spruch hinreissen liess, die Beatles seien bekannter als Jesus. Lennon und McCartney begannen sich auseinander zu entwickeln.
Voormann, der das Cover für das Album «Revolver» gestaltete, erklärte im Interview 2009: «Beide hatten diesen, möchte ich schon beinahe sagen, kindischen Drang sich zu profilieren, einer gegen den anderen. Das fand ich nicht besonders gut.»
Yoko Ono als rotes Tuch
Viele Fans führten die Risse im Beatles-Gefüge aber eher auf die neuen Frauen an Lennons und McCartneys Seite zurück: Yoko Ono und Linda Eastman. Doch eher hat wohl - mit dem Abstand von vier Jahrzehnten - Voormann mit seiner Einschätzung recht, dass die Beatles schlicht erwachsen wurden und die Mitglieder eigene Wege gehen wollten - vielleicht sogar mussten.
Als schliesslich im Frühjahr 1970 das letzte Beatles-Album «Let It Be» erschien, war Lennons erste Platte mit der Plastic Ono Band bereits veröffentlicht. Fast zeitgleich mit «Let It Be» kam McCartneys Solodebüt auf den Markt, und Starrs «Sentimental Journey» liess auch nicht mehr lange auf sich warten. Erfolgreichster Ex-Beatle war zunächst aber Harrison, dessen im Sommer 1970 erschienenes Dreifachalbum bezeichnenderweise «All Things Must Pass» hiess. Die Beatles waren Geschichte.
«Vermisst du die Beatles?»
Das Ende kam nach einem langsamen und quälenden Prozess. Noch im Januar 1970 habe McCartney eine Tour vorgeschlagen, um wieder bei null anzufangen und sich daran zu erinnern, «was uns die Beatles bedeuten», berichtet der «Rolling Stone» in seiner April-Titelgeschichte über die letzen Tage und Wochen der Band. Lennon habe erwidert: «Sei nicht albern. Ich wollte es eigentlich nicht aussprechen, aber ich tue es: Ich löse die Band auf. Und das fühlt sich gut an. Wie eine Scheidung.»
Lennon bereitete eine Erklärung über das Ende der Beatles unter dem Titel «The Dream is Over» vor. Doch McCartney kam ihm mit einem «Interview mit sich selbst» zuvor, das er am 10. April mit Promoexemplaren seines selbstbetitelten Soloalbums verschickte.
«Vermisst du die Beatles? - Nein. Planst du noch weitere Aufnahmen mit den Beatles? - Nein.» Die Beatles schoben eine letzte gemeinsame Erklärung hinterher, in der sie ihre Bedeutung herunterspielten. Die Erde drehe sich weiter - erst wenn sie aufhöre, sich zu drehen, müsse man sich wirklich Sorgen machen.
«Beatlemania» erfasste die Welt
Die Beatles haben von 1962 bis 1970 insgesamt 13 LPs veröffentlicht und mit 22 Singles wie keine andere Band die Hitparaden ihrer Zeit dominiert. Ihre Plattenverkäufe sollen inzwischen die Milliardengrenze überschritten haben.
Von «From Me to You» an, das im Mai 1963 erschien, marschierten elf Songs hintereinander an die Spitzenposition der Hitparaden. «Beatlemania» erfasste die Welt, in Australien waren im März 1964 die sechs erstplatzierten Lieder der Top-Ten von den Beatles, und selbst die Hitparade des US-Magazins «Billboard» sah im April dieses Jahres so aus:
1. «Can't Buy Me Love», 2. «Twist And Shout», 3. «She Loves You», 4. «I Want To Hold Your Hand» und 5. «Please Please Me». Und das sind nur zwei Beispiele für etliche Rekorde, die diese Band aufstellte.
(sf/apn/widb)
Meldungen im Tagesverlauf
- Zorn über Wahlausgang auf Ägyptens Strassen
- Brandkatastrophe in Katar: Mindestens 19 Tote
- Shaqiri erneut «Spieler des Jahres»
- Elvis-Grabstätte kommt unter den Hammer
- Ungefährdeter Sieg für die Ukraine
- Saudi-Arabien: «Schlampe» wegen lackierter Fingernägel
- Fukushima-Strahlung in Thunfischen vor USA
- SP könnte Steuerabkommen kippen
- Golden Gate Bridge im Lichterregen
- Annan ist schockiert über Massaker in Syrien
- Bankia stürzt ab – Madrilenische Börse ebenfalls
- Wacker Thun verpasst Titel knapp
- 18 Milliarden Euro Hilfen für griechische Banken
- Sion verbleibt in der Super League
- Zwei Tote bei Absturz von Schweizer Flugzeug in Deutschland
- «Solar Impulse» bleibt vorläufig in Madrid


Saudi-Arabien: «Schlampe» wegen lackierter Fingernägel
Auch die Migros will Nespresso Konkurrenz machen
Fukushima-Strahlung in Thunfischen vor USA
Golden Gate Bridge im Lichterregen
Zorn über Wahlausgang auf Ägyptens Strassen
Brandkatastrophe in Katar: Mindestens 19 Tote
Elvis-Grabstätte kommt unter den Hammer
EU-Sondergipfel im Zeichen des Wachstums
Levrat lehnt Steuerabkommen ab
Facebook-Foto verleitet Räuber zu Überfall
Bankia und Katalonien am Bettelstab
Steinbrück: Abkommen mit der Schweiz begünstigt Steuerbetrüger
Jetzt sorgen Militärvelos für rote Köpfe
Jeder zehnte Velofahrer ab 1. Juni nicht versichert
Ägypten: «Der schlimmste denkbare Albtraum ist eingetroffen»











R. Di Dario, Basel
)
(baselcity
Verfasst am: 10.4.2010 12:27
Die Beatles sind zeitlos!
Band kamen, Bands gingen. Viele darunter waren... mehr
Zustimmen — 35 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 8 Leser sind anderer Meinung.
Heiklen Inhalt melden antworten
Heiklen Inhalt melden antworten