International
Staatstrauer in Polen nach Tod des Präsidenten
Beim Absturz eines Flugzeugs mit dem polnischen Präsidenten Lech Kaczynski an Bord sind sämtliche Insassen ums Leben gekommen. Neben Kaczynski starben auch dessen Ehefrau Maria, der Vize-Aussenminister und der Chef der polnischen Zentralbank. Regierungschef Donald Tusk brach in Tränen aus und rief das Kabinett zu einer Sondersitzung zusammen. In Polen wurde eine einwöchige Staatstrauer angeordnet.
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Das Flugzeug ist beim Landeanflug auf den russischen Flughafen Smolensk in dichtem Nebel in ein Waldstück gestürzt. «Das Flugzeug hat Bäume gestreift, ist abgestürzt und hat dann Feuer gefangen», liess ein Sprecher des polnischen Aussenministeriums verlauten. Offenbar hatte der Pilot trotz Warnungen des Fluglotsen versucht, die Maschine zu Boden zu bringen. Der Absturz passierte beim bereits vierten Landeversuch. Genauere Infos soll nun der Flugschreiber liefern, der schon gefunden wurde.
«An Bord war der Präsident, begleitet von seiner Frau», sagte der Sprecher weiter. Ausserdem befanden sich auch der stellvertretende Aussenminister Andrzej Kremer, der Armeechef Franciszek Gagor, mehrere Parlamentarier, der Chef der polnischen Zentralbank, Slawomir Skrzypek, und enge Mitarbeitende des Präsidenten im Flugzeug. Laut Aussenministerium waren insgesamt 96 Personen in der Unglücksmaschine. Inzwischen wurde auch die Leiche Lech Kaczynskis geborgen.
Gedenkfeier in Katyn
Kaczynski wollte in Russland an einer Gedenkveranstaltung mit Familien der Opfer des Massakers von Katyn teilnehmen. Am Mittwoch hatten erstmals die Ministerpräsidenten beider Länder gemeinsam der Opfer von Katyn gedacht und sich als Zeichen der Versöhnung die Hand gereicht.
Die Menschen in Katyn reagierten auf die Nachricht des Absturzes mit Bestürzung. In einer ersten Reaktion versuchten sie den Schock und die Trauer mit einem spontanen Gebet zu verarbeiten.
Das Massaker von Katyn
Nach dem Einmarsch der Roten Armee in Ostpolen waren am 17. September 1939 polnische Offiziere verhaftet worden. Im April 1940 wurden sie auf Anordnung des Sowjetdiktators Josef Stalin in Katyn erschossen.
Nach der Entdeckung der Massengräber 1943 beschuldigte der Kreml «deutsche Faschisten», das Verbrechen begangen zu haben. Erst 1990 bekannte sich Moskau zur Täterschaft.
Schock in Warschau
Der polnische Regierungschef Donald Tusk brach in Tränen aus, als er von der Nachricht hörte. Er rief das Kabinett zu einer Sondersitzung zusammen. Tusk stand in direkter Verbindung mit Parlamentspräsident Bronislaw Komorowski. Nach der polnischen Verfassung übernimmt der Chef des Abgeordnetenhauses nach dem Tod Kaczynskis die Geschäfte des Staatschefs.
Komorowski hat sofort eine einwöchige Staatstrauer angeordnet. «Es gibt heute keine Rechte, keine Linke und keine Differenzen,» betonte der Parlamentschef. Er soll nun innerhalb von zwei Wochen den Termin für eine Präsidentenwahl bekanntgeben.
Internationale Betroffenheit
In zahlreichen Ländern hat der Tod des polnischen Staatspräsidenten Lech Kaczynski Betroffenheit ausgelöst. Bundespräsidentin Doris Leuthard hat mit grosser Bestürzung vom tragischen Unglück Kenntnis genommen. «Im Namen des Bundesrates und der gesamten Schweizer Bevölkerung spricht Bundespräsidentin Leuthard den betroffenen Familien, dem polnischen Volk, dem Parlament und den Behörden ihr tiefes Beileid aus», teilte das Eidg. Volkswirtschaftsdepartement am Samstag weiter mit.
Auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie Aussenminister Guido Westerwelle kondolierten dem polnischen Volk. Beileidsbekundungen kamen unter anderem vom britischen Premierminister Gordon Brown, dem französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy, dem US-Aussenamtssprecher P.J. Crowley und dem NATO-Generalsekretär Andres Fogh Rasmussen.
Tupolew TU-154 – traurige Berühmtheit
Die Tupolew TU-154, mit welcher der polnische Präsident Lech Kaczynski tödlich verunglückte, gehört zu den meistverkauften Flugzeugen der zivilen russischen Luftfahrtindustrie. Die mit drei Triebwerken ausgestattete TU-154 wurde vor fast vier Jahrzehnten entwickelt, sie ist knapp 48 Meter lang und hat eine Spannweite von 37 Metern.
Der einstige Verkaufsschlager hat jedoch eine schwarze Serie hinter sich: Seit der Inbetriebnahme im Jahr 1972 gab es mehr als 30 Abstürze mit Toten. Das Passagierflugzeug, das im Juli 2002 bei Überlingen (D) mit einem Frachtflugzeug zusammenprallte, war ebenfalls eine TU-154. Bei dem Unglück starben 71 Menschen.
(agenturen/bucf/gern)
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J. Simon, Bern
Verfasst am: 11.4.2010 0:34
..... und noch eines
Smolensk soll zwei Flughäfen haben: Ein... mehr
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J. Simon, Bern
Verfasst am: 11.4.2010 0:28
----??
Im August 2008 wurde ein Pilot eines der beiden... mehr
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M. Michael, Zürich
)
(MeierFCZ
Verfasst am: 10.4.2010 23:16
Warum ausgerechnet in Katyn?
Tragisch. Traurig. Hoffentlich zementiert dieses... mehr
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