Inhalt

International

Neue Cyber-Spionageform aus China entdeckt

Dienstag, 6. April 2010, 17:45 Uhr

Nordamerikanische Experten haben ein grossangelegtes Spionagenetz im Internet aufgedeckt. Dies habe insbesondere Indiens Regierung und Sicherheitsorgane sowie den Dalai Lama ausgespäht. Auch andere Länder und die Vereinigten Nationen sind von den Spionageakten betroffen.

Bild

Gemäss amerikanischen und kanadischen Forschern der Gruppe «Information Warfare Monitor» an der Universität von Toronto und Experten der Shadowserver Stiftung kamen die Cyber-Attaken aus Chengdu in Südwestchina. Dies veröffentlichten sie in ihrem Bericht «Shadows in the Cloud».

«Wir verstehen nicht, warum diese Leute immer die chinesische Regierung erwähnen»
Jiang Yu, Sprecherin des chinesischen Aussenministeriums

Die Regierung in Peking wies die Vorwürfe umgehend zurück. Jiang Yu, Sprecherin des Aussenministeriums versteht nicht, weshalb die chinesische Regierung in diesem Zusammenhang immer erwähnt wird. China lehne Cyber-Verbrechen ab und gehe gegen Hacker vor. Solche Angriffe seien ein internationales Problem.

Keine Beweise gegen China

Während acht Monaten hatten die Forscher das komplexe System von Cyber-Spionage zu bekannten Gruppen innerhalb des kriminellen Untergrunds in China untersucht. Aus dem Bericht über das «Schattennetzwerk» geht hervor, dass es eine offensichtliche Verbindung zwischen den Opfern, der Art der gestohlenen Dokumente und den strategischen Interessen des chinesischen Staates gebe. Die Forschungen bauten auf der Untersuchung auf, welche im März 2009 zur Enthüllung eines Spionagerings geführt hatte. Dieser Spionagering wurde damals ebenfalls mit China in Verbindung gebracht.

Gemäss der Forschergruppe könnten die Hacker von Agenten des chinesischen Staates angeführt werden. Eine Verwicklung der chinesischen Regierung könne jedoch nicht bewiesen werden. Wichtig sei nun zu wissen, ob Chinas Behörden eine Untersuchung gegen das Spionagenetzwerk einleiten werde.

Dalai-Lama ein Spionageopfer

1500 E-Mails von 2009 seien aus dem Büro des Dalai Lama, des religiösen Oberhauptes der Tibeter, ausgekundschaftet worden. Zudem entdeckten die Forscher bei der Verfolgung der Spione Dokumente der indischen Regierung, welche als «geheim» oder «vertraulich» eingestuft waren. Es handelte sich dabei um geheime Einschätzungen der Sicherheitslage in indischen Bundesstaaten oder um Beziehungen Indiens zu anderen Ländern.

(sda/maem/muek)

Kommentare aktiv...

A. Strebel, Winterthur
(A.Strebel Frau)
Verfasst am: 6.4.2010 18:21

China kann's egal sein

China finanziert mit seinem Exportüberschuss die... mehr

Zustimmen — 38 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 8 Leser sind anderer Meinung.

Heiklen Inhalt melden antworten

Dieser Artikel wurde archiviert. Die Kommentarmöglichkeit wurde deshalb deaktiviert. Vielen Dank für Ihr Interesse.