Schweiz
Cannabis fährt auf Schweizer Strassen häufig mit
Cannabis ist die klar häufigste Droge im Strassenverkehr. Doch immer mehr Auto-, Töff- und Velofahrer scheinen mit Kokain aufgeputscht zu sein. Das zeigt die erste schweizweite Studie über Drogen und illegale Substanzen im Strassenverkehr.
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Auf den 1. Januar 2005 hat die Schweiz im Strassenverkehr nicht nur die 0,5 Promille-Grenze für Alkohol eingeführt. Für eine Reihe von illegalen Drogen gilt seit diesem Zeitpunkt auf der Strasse eine Nulltoleranz. Die Schweizerische Gesellschaft für Rechtsmedizin hat nun für das Bundesamt für Gesundheit die ersten Übertretungsfälle untersucht.
Maria-Cristina Senna vom Universitätsspital Lausanne analysierte dazu alle Drogenverdachtsfälle des Jahres 2005, die in einem der acht schweizweiten, vom Bund anerkannten Laboratorien abgeklärt wurden. Fälle, in denen die Polizei einzig auf Alkohol testete, wurden nicht berücksichtigt.
4800 Verdachtsfälle
Wie Senna und ihre Kollegen im Fachmagazin «Forensic Science International» berichten, gab es 4794 Verdachtsfälle - 4243 bei Männern und 543 bei Frauen. Das Durchschnittsalter der Auto-, Lastwagen-, Töff-, Töffli- und Velofahrer betrug 31 Jahre. 35 Prozent der Tests veranlasste die Polizei nach Verkehrsunfällen.
In 89 Prozent der Fälle fanden sich eine oder mehrere psychoaktive Substanzen im Blut. Die häufigste war Cannabis (48 Prozent) vor Alkohol (35 %), Kokain (25 %), Opiaten (10 %), Amphetaminen wie Speed, Crank oder Crystal (7 %), den als Beruhigungs- und Schlafmitteln benutzten Benzodiazepinen (6 %) und Methadon (5 %).
Ähnliche Werte fand eine frühere, aber viel weniger umfassende Studie aus den Jahren 2002 und 2003. Einzige Ausnahme: Die Häufigkeit von Kokain verdoppelte sich von etwa 13 auf 25 Prozent. Das widerspiegle die bessere Verfügbarkeit der Substanz und den ansteigenden Konsum, sagte Senna.
Mehrere Drogen aufs Mal
Viele Verkehrsteilnehmer hatten gleich mehrere Drogen aufs Mal intus. Nur 23 Prozent der Kokain-Positiven konsumierten die Droge allein. Bei 17 Prozent fand sich auch Alkohol, bei 16 Prozent auch Cannabis, bei 9 Prozent auch Opiate. 7 Prozent konsumierten zudem Cannabis und Alkohol, 4 Prozent auch Methadon und Opiate.
Zudem massen die Labors beachtliche Drogenkonzentrationen im Blut, besonders bei Alkohol, Cannabis und Kokain, wie Senna sagte. Das lasse den Schluss zu, dass die Verkehrssünder hohe Dosen kurz vor dem Losfahren - oder sogar am Steuer - einnahmen. Zudem könne man davon ausgehen, dass viele der Betroffenen abhängig seien.
90 Prozent Männer
89 Prozent der Drogensünder am Steuer waren Männer. Ihr Durchschnittsalter betrug 30 Jahre, jenes der Frauen 37 Jahre. Die am häufigsten erwischte Altergruppe war jene zwischen 20 und 29 Jahren. Wie erwartet fuhren die Jungen eher unter Drogeneinfluss, während ältere Personen häufiger positiv auf Medikamente getestet wurden.
Das Fahren unter Medikamenten-Einfluss ist zwar nicht verboten. Arzneimittel waren aber bei rund acht Prozent der Verdachtsfälle auf Fahruntauglichkeit mit im Spiel. Auch die Medikamente wurden oft nicht alleine, sondern gleichzeitig mit Alkohol, Cannabis oder Opiaten eingenommen.
Laut Senna werden momentan neuere Daten für die Jahre 2006 und 2007 zusammengetragen. Für Aussagen über die Entwicklung sei es noch zu früh. Die Gesetzesänderung 2005 habe aber die Zahl der Fälle stark erhöht; die Polizeibeamten seien nun sensibilisiert auf das Problem.
(sda/koua)
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M. Opinion, St. Gallen
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(MyOp
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Tipp
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Zustimmen — 3 Leser sind auch dieser Meinung.
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P. D., Esslingen am Neckar
)
(Peterle
Verfasst am: 6.4.2010 7:57
Wie ist das Verhältnis
von Canabis zu Alkohol auf schweizer Strassen?
Zustimmen — 6 Leser sind auch dieser Meinung.
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J. Lorber, Zürich
)
(JeffLorber
Verfasst am: 6.4.2010 7:44
Canabis sicherer als handytelefonierende Frauen
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