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Ständerat will Pauschalbesteuerung nicht abschaffen

Dienstag, 16. März 2010, 16:01 Uhr, Aktualisiert 20:56 Uhr

Die Pauschalbesteuerung von reichen Ausländern soll in der Schweiz nicht abgeschafft werden. Der Ständerat hat sich gegen eine Standesinitiative des Kantons St. Gallen ausgesprochen, die eine Gleichbehandlung der Steuerzahler fordert. Das Geschäft geht nun an den Nationalrat.

Pauschalbesteuerte Personen nach Kantonen (Stand 31.12.2008)Die Pauschalbesteuerung bzw. Aufwandbesteuerung ist politisch umstritten. Die Finanzdirektorenkonferenz (FDK) spricht sich nach wie vor für eine Beibehaltung diese Instruments aus.Quelle: Umfrage der Finanzdirektorenkonferenz (FDK)

 

0 - 5 Pauschalbesteuerte

 

6 - 15 Personen

 

16 - 20 Personen

 

21 - 50 Personen

 

51 - 100 Personen

 

101 - 300 Personen

 

301 - 1500 Personen

Die bürgerliche Mehrheit im Ständerat vertrat die Auffassung, die Pauschalbesteuerung bringe der Schweiz Vorteile. Es brauche gewichtige Gründe für eine Ungleichbehandlung, räumte Rolf Schweiger ein (FDP/ZG), doch diese seien gegeben.

Die 5000 Pauschalbesteuerten hätten im Jahr 2008 insgesamt 578 Millionen Franken Steuern bezahlt, sagte Schweiger. Sie hätten über 200'000 Arbeitsplätze gesichert und eine Bruttowertschöpfung von 2,2 Milliarden Franken generiert. Hinzu kämen Konsumausgaben von 1,7 Milliarden Franken und erhebliche freiwillige Leistungen.

Pauschalbesteuerung bleibt erhalten

Pauschalen auch in anderen Ländern

Die Schweiz sei nicht das einzige Land, das eine spezielle Besteuerung von Ausländern kenne, gab Schweiger weiter zu bedenken. In anderen Ländern seien die Bedingungen für Ausländer sogar günstiger, zum Beispiel in England.

Andere Verteidiger wiesen darauf hin, dass in Zürich - wo sich das Volk an der Urne gegen die Pauschalbesteuerung ausgesprochen hat - diese nur einige Promille der Steuereinnahmen ausmache, während es in anderen Kantonen bis zu 2 Prozent seien. «Wir wären schlecht beraten, einen Trumpf aus der Hand zu geben», stellte Peter Briner (FDP/SH) fest.

Hauptargument Ungleichbehandlung

Eine Minderheit von Ständeräten vor allem aus dem linken Lager setzte sich für die Abschaffung der Pauschalbesteuerung ein. Sie machte Gerechtigkeitsüberlegungen geltend. Didier Berberat (SP/NE) monierte, die Ungleichbehandlung von Ausländern und Schweizern sei unhaltbar. Er erinnerte auch daran, dass Ausländer wie Johnny Halliday wegen der Pauschalbesteuerung dem Fiskus in ihrem Herkunftsland entflohen seien.

Kantone sollen handeln

Auch Ständeräte aus dem bürgerlichen Lagen bekundeten Sympathie für das Anliegen des Kantons St. Gallen. Er sei stets ein Gegner der Pauschalbesteuerung gewesen, sagte Philipp Stähelin (CVP/TG). Diese möge zwar mit wirtschaftlichen Vorteilen verbunden sein, doch stelle sie eine Ungleichbehandlung dar. «Wer hat, dem wird gegeben», stellte Stähelin fest. Dies sei störend. Die bürgerlichen Kritiker der Pauschalbesteuerung möchten Änderungen aber eher den Kantonen überlassen. «Ich bitte die Kantone zu handeln», sagte Stähelin.

Finanzdirektoren gegen Abschaffung

Die kantonalen Finanzdirektoren (FDK) hatten sich im Januar gegen die Abschaffung der Pauschalbesteuerung ausgesprochen. Sie schlugen aber Anpassungen vor. So sollen die steuerlich bevorzugten Ausländer in Zukunft den siebenfachen Mietwert versteuern statt wie bisher den fünffachen.

Einführen will die FDK zudem eine minimale Bemessungsgrundlage von 400'000 Franken bei der direkten Bundessteuer. Auch die Kantone sollen einen Mindestbetrag festlegen. Dem Ständerat genügt dies. Er beschloss mit 22 zu 13 Stimmen, der Standesinitiative keine Folge zu leisten. Die Vorlage geht nun an den Nationalrat.

(sda/kurn)

Kommentare aktiv...

H. G., MN
(gustav_de Mann)
Verfasst am: 17.3.2010 22:56

Was kümmert diesen Ständerat der Gleichheitsgrundsatz und das Willkürverbot?

Gleiches Einkommen, gleiche Leistungsfähigkeit =... mehr

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O. toneatti, bern
(olga Frau)
Verfasst am: 17.3.2010 10:39

Der Ständerat beweist wieder

einmal mehr, dass die Schweizer/innen, die diesen... mehr

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E. Hasler, Zürich
(anti-demagogie Frau)
Verfasst am: 16.3.2010 20:47

Die Pauschalbesteuerung ist eine praktikabel Lösung

Jeder Kanton soll in der föderalistischen CH... [2]  mehr

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