Wirtschaft
US-Börsianer starren nach Washington
Nach dem Aufwärtstrend in der vorigen Woche richten die Anleger an der Wall Street ihre Aufmerksamkeit in den kommenden Tagen vor allem auf die Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve. Zwar erwarten die Börsianer bei dem Treffen des Offenmarktausschusses am Dienstag keine Anhebung der Leitzinsen, doch Hinweise auf die künftige Geldpolitik des Hauses.
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Die Anlegen dürften also aufmerksam verfolgen, ob die Fed an ihrer Formulierung festhält, dass das Zinsniveau für längere Zeit nahe Null bleiben wird.
Vorigen Monat hatte die Notenbank die Zügel leicht angezogen und den Zinssatz für Übernachtkredite erhöht.
Neuer Anlauf zur US-Finanzmarktreform
Heute dürften die Marktteilnehmer nach Washington schauen, wo der demokratische Verhandlungsführer im Senat, Christopher Dodd, einen neuen Gesetzentwurf seiner Partei zur Finanzmarktreform vorlegen will. Überparteiliche Gespräche über eine breit angelegte Neuordnung der Branche waren zuletzt gescheitert.
Dodd kündigte an, der neue Vorschlag werde einige Elemente enthalten, auf die er sich mit den Republikanern geeinigt habe. Knackpunkt ist demnach vor allem die Frage, wie viel Macht die geplante Verbraucherschutzbehörde erhalten soll. Die Republikaner und die Finanzbranche lehnen eine neue Behörde zulasten anderer Bankenaufsichtsämter ab.
Bullen und Bären auf Augenhöhe
Viele Händler sehen derzeit die Bullen und die Bären in New York auf Augenhöhe. So ist der S&P-Index nach einer Durststrecke während der Berichtssaison zwar wieder auf das Niveau von Mitte Januar zurückgekehrt und hat zeitweise den höchsten Stand seit 17 Monaten erreicht. Das Börsenbarometer schloss am Freitag aber tiefer und konnte die Marke von 1150 Punkten nicht überwinden.
Analysten rechnen weiterhin mit schwankenden Kursen, da die wirtschaftliche Entwicklung für viele Marktteilnehmer weiterhin unklar ist. Ende kommender Woche steht zudem der vierfache Verfallstag an, vor dem das Handelsvolumen traditionell besonders hoch ist.
Konjunkturdaten ohne Ende
Auf Unternehmensseite dürfte es aber vergleichsweise ruhig zugehen. Nach dem Abebben der Berichtssaison legt lediglich der Paketdienstleister FedEx am Donnerstag seine Zahlen für das dritte Quartal vor.
Dagegen prasseln in der kommenden Woche umso mehr Konjunkturdaten auf die Anleger ein. So steht heute der Konjunkturindex der Notenbank von New York (Empire State Index) an, am Donnerstag folgt der Bericht der Fed von Philadelphia. Analysten rechnen in beiden Fällen mit einem Anstieg der Konjunkturbarometer.
Zahlen vom Immobilien- und Arbeitsmarkt
Dagegen erwarten die Experten bei den für Dienstag angekündigten Zahlen zum Bau neuer Häuser im Februar einen Rückgang auf 570'000 von 591'000 im Vormonat. Am gleichen Tag stehen Daten zu den Importpreisen im Februar an, am Mittwoch folgen die Zahlen zu den Erzeugerpreisen und am Donnertag zu den Verbraucherpreisen, beide ebenfalls für Februar. Zudem wird am Donnerstag die Übersicht zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe erwartet.
Am vergangenen Freitag war der Dow-Jones-Index der Standardwerte mit einem Plus von 0,1 Prozent auf 10'624 Punkte aus dem Handel gegangen. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss leicht im Minus bei 1149 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq tendierte nahezu unverändert bei 2367 Punkten. Auf Wochensicht ergab sich für den Dow ein Plus von 0,6 Prozent, der S&P stieg ein Prozent und die Nasdaq 1,8 Prozent.
(reuters/halp)
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N. Binsberger, St. Gallen
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(NBinsberger
Verfasst am: 17.3.2010 2:28
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