Schweiz
Kopfschütteln über Gefahrenkarte von Armeechef Blattmann
Das Erstaunen war gross, als Armeechef André Blattmann im Bundeshaus unlängst einen Vortrag über die Bedrohungslage der Schweiz hielt: Auf einer Karte mit dem Titel «Bedrohungen/Risiken für die Schweiz» finden sich auch EU-Länder, darunter klassische Feriendestinationen wie Frankreich, Italien oder Spanien. Der «Tagesschau» liegt die Folienpräsentation des Armeechefs vor.
Artikel bewerten
Artikel teilen
Blattmann teilt mögliche Gefahrenlagen auf der Karte, über die der «Sonntag» berichtet hatte, nach folgenden Kriterien ein: Währungszerfall, Gefahr einer Wirtschaftskrise und hoher Arbeitslosigkeit (Dollarzeichen); soziale Unruhen wegen der Wirtschaftslage und Arbeitslosigkeit von über 10 Prozent («schwarze Explosion»); Auseinandersetzungen ethnischer, religiöser oder politischer Natur («orange Explosion»); Attentate seit den Anschlägen vom 11. September 2001 («rote Explosion») sowie Länder, welche über Massenvernichtungswaffen verfügen (Atombombe).
Brisant wurde die Karte insbesondere nach Äusserungen Blattmans zu Griechenland in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» vor ein paar Tagen. Der Armeechef wies unter anderem darauf hin, dass «auch grosse Migrationsströme einen Einsatz nötig machen könnten.»
Athen reagiert irritiert
Man müsse nur «an die wirtschaftliche Situation in Griechenland» denken, erklärte Blattmann. «Plötzlich steht in einem EU-Land der Staat vor dem Bankrott», hatte Blattmann zur Erläuterung seiner Annahmen hinzugefügt.
Griechenland reagierte heftig auf die Ausführungen Blattmanns: «Wir sind überrascht über diese Aussage», erklärte Achilles Paparsenos, Sprecher der griechischen UNO-Mission in Genf.
«Unglückliche Aussagen für einen Armeechef»
Solche Aussagen seien zum jetzigen Zeitpunkt fehl am Platz, erklärte Bruno Zuppiger, SVP-Nationalrat und Mitglieder der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrates, gegenüber der «Tagesschau»: «Dass Blattmann mit dieser Gefahrenkarte direkt Länder als mögliche Bedrohungen bezeichnete, war nicht sehr glücklich.» Zuerst müsse eine politische Diskussion stattfinden, bevor auf Armeestufe solche Strukturmodelle diskutiert würden.
Auch die Einschätzungen des Armeechefs bezüglich Griechenland erachtet Zuppiger als heikel. Wenn Blattmann so zu Griechenland denke, «sollte er es nicht öffentlich sagen».
Zwar sei unbestritten, dass das Land in einer schwierigen Lage sei. Und auch, dass eine Eskalation geschehen könnte, könne man durchaus in Erwägung ziehen, so Zuppiger weiter. Aber: «Man darf deswegen einen Staat nicht als mögliche Gefahr für die Schweiz darstellen.»
«Veraltete Karte ist keine Diskussionsgrundlage»
«Diese Karte zeigt ein veraltetes Europa. Wenn man mit dieser Karte eine sachliche Diskussion über Bedrohungsszenarien des 21. Jahrhunderts führen soll, taugt sie nichts», erklärte SP-Nationalrätin Evi Allemann. Die Karte liste Bedrohungsszenarien auf, welche nicht Sache der Armee seien, etwa wenn es um Arbeitslosigkeit oder soziale Unruhen gehe. Dies sei Sache der Wirtschafts- und Sozialpolitik.
Kein Kommentar vom VBS-Chef
Der Präsident der Sicherheitspoltischen Kommission, Nationalrat Jakob Büchler (CVP), will den Armeechef wegen seinen Äusserungen zu Griechenland in der kommenden Woche zur Rede stellen.
Verteidigungsminister Ueli Maurer wollte sich nicht äussern. Er nehme nicht Stellung zu Aussagen eines Untergebenen, liess Maurer über seinen Sprecher gegenüber der «Tagesschau» ausrichten.
(sf/schl/halp)
Meldungen im Tagesverlauf
- Regeln fürs sichere Eislaufen
- Nico Siegrist leihweise zu Aarau
- Transparenz bei Kampfjet-Beschaffung gefordert
- Zankapfel Renten – Einigung in Athen lässt auf sich warten
- Behörden lassen Skandalarzt gewähren
- Davis Cup: Wawrinka eröffnet, Federer gegen Isner
- Jan Ullrich schuldig gesprochen
- UBS und CS mit «eklatanten Schwächen im Investment-Banking»


38-jähriger Familienvater stirbt bei Lawinenunfall am Pilatus
Neue Banknoten kommen frühestens 2013
Skihütten-Feeling im Auto – dank Cheminée
Credit Suisse hat ein mageres Jahr hinter sich
Transparenz bei Kampfjet-Beschaffung gefordert
Zankapfel Renten – Einigung in Athen lässt auf sich warten
UBS und CS mit «eklatanten Schwächen im Investment-Banking»
«Free Tibet»: Unbekannter zündet sich selbst an
Berlin: Pergamonaltar ab 2014 in Renovation
Einigung über Megafusion zwischen Glencore und Xstrata
Bis heute Mittag: Ultimatum der Kreditgeber an Athen
Hersteller will Preis für Gripen senken
AKW Mühleberg notfallmässig abgeschaltet
Häufige Eisenbahn-Suizide von Schweizer Jugendlichen
US-Senator macht mit Steuergesetz Druck auf die Schweiz

















M. Scherrer, Kilchberg ZH
)
(ZHakdkdkaljeijfajkdjfCH
Verfasst am: 15.3.2010 18:36
Was ist denn Los?
Rein inhaltlich hat er gar nicht mal so unrecht?... mehr
Zustimmen — 13 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 4 Leser sind anderer Meinung.
Heiklen Inhalt melden antworten
Heiklen Inhalt melden antworten
M. Dimitropoulos, Basel
)
(sedgfiel
Verfasst am: 15.3.2010 16:23
An die Ablehner meines Beitrages vom 15.3.2010 11:51
Vieilleicht ist SF so freundlich und... mehr
Zustimmen — 14 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 2 Leser sind anderer Meinung.
Heiklen Inhalt melden antworten
Heiklen Inhalt melden antworten
G. gutberlet, münchen
)
(germansausage
Verfasst am: 15.3.2010 13:34
soso jetzt ist es also amtlich
die CH fürchtet die eu (nicht ganz neu) aber... [1] mehr
Zustimmen — 26 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 1 Leser ist anderer Meinung.
Heiklen Inhalt melden antworten
Heiklen Inhalt melden antworten