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Siegenthaler: UBS beging «Riesendummheit»

Samstag, 13. März 2010, 13:00 Uhr

Peter Siegenthaler, der scheidende Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung (EFV), spart nicht mit Kritik an der UBS. Er spricht mit Blick auf die Geschäftsgebaren der Grossbank von «Dummheit» und «Arroganz». Die Fehler der UBS seien grösser gewesen als bei der untergegangenen Swissair.

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Bild Porträt von Peter Siegenthaler.
Siegenthalter spricht sich dafür aus, dass die damaligen UBS-Manager auf zivilrechtlichem Weg zur Verantwortung gezogen werden. keystone

Bei der UBS hätten sich gleich zwei Fehlentwicklungen kumuliert, sagte der scheidende EFV-Direktor in einem im «Tages-Anzeiger» und «Bund» publizierten Interview. Die Bank habe sich sehr stark in Papieren engagiert, die «zu riesigen Wertberichtigungen führten».

Und die UBS habe «selbst dann noch aggressiv auf unversteuerte Vermögen» gesetzt, als der Finanzplatz bereits erkannt habe, «dass es nicht mehr in diese Richtung gehen sollte». Siegenthaler unverblümtes Fazit: «Das war eine Riesendummheit».

Bild UBS-Filiale und eine Schweizerfahne im Vordergrund.
Die UBS setzte laut Siegenthaler «aggressiv auf unversteuerte Vermögen». keystone


Eine abschliessende Erklärung für dieses Verhalten habe er nicht. Die UBS habe lange als Klassenbeste gegolten. «So wurde es schwierig, sie zu kritisieren. Und sie hatte Mühe, Kritik ernst zu nehmen.»

Aufgeregt über «Arroganz»

Siegenthaler spricht im Interview auch über die Rettungsaktion des Bundes für die UBS. Am 12. Oktober 2008 sei definitiv klar geworden, dass der Bund bei der Bank Kapital einschiessen müsse. Dabei habe er dem Bundesrat einen Antrag «für die grösste Einzelausgabe der Geschichte der Eidgenossenschaft» stellen müssen. «Da ging es mir nicht gut.»

Die Frage, weshalb er bei seinem Engagement zur Rettung der angeschlagenen Grossbank sehr viel weniger verdiente als die UBS-Manager, habe er sich nie gestellt. «Ich denke nicht in diesen Kategorien», sagt Siegenthaler. Aufgeregt habe ihn hingegen «Arroganz», der er «in Einzelfällen» bei der UBS begegnet sei.

Befürchtung der «dreckigen Wäsche»

Siegenthaler spricht sich im Interview dafür aus, dass die damaligen UBS-Manager auf zivilrechtlichem Weg zur Verantwortung gezogen werden. Die UBS habe sich dies auch überlegt, «befürchtete aber, dass so jahrelang dreckige Wäsche gewaschen würde».

Er frage sich allerdings, «ob dies nicht ohnehin» passiere. Für die Auf- und Verarbeitung des Geschehenen wäre ein zivilrechtlicher Prozess wichtig gewesen.

Dok vom 1. Oktober 2009

(sda/bosy)

Kommentare aktiv...

R. Pfeiffer, Pucallpa
(Cashibo Mann)
Verfasst am: 13.3.2010 21:00

Grössenwahn macht blind

Es ist gefährlich, auf der Rangliste unbedingt... mehr

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S. Schneeberger, Gossau
(Sybille Frau)
Verfasst am: 13.3.2010 16:14

Die Arroganz

konnte man dazumal schon hören beim... mehr

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N. Binsberger, St. Gallen
(NBinsberger Frau)
Verfasst am: 13.3.2010 14:25

Er hat Recht.

Aber Grübel hat auch Recht: dieses Verhalten ist... mehr

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