Kultur
Spanischer Autor Miguel Delibes ist tot
Der spanische Schriftsteller Miguel Delibes ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Er sei in seiner Geburtsstadt Valladolid im Norden des Landes einer schweren Krankheit erlegen, teilte seine Familie mit. Der Autor litt nach Medienberichten an Darmkrebs. Delibes war einer der bedeutendsten Literaten Spaniens des 20. Jahrhunderts. Er galt als einer der Hauptvertreter des sozialen Realismus.
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Delibes hätte den Literaturnobelpreis verdient gehabt, sagte der spanische Kulturminister Angeles Gonzalez-Sinde. «Er war ein vielgelesener Schriftsteller, unglaublich produktiv und eine Inspiration für andere Autoren.»
Delibes erhielt in den mehr als fünf Jahrzehnten seines Schaffens zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1993 den Cervantes-Preis, die wichtigste Ehrung der spanischen Literaturwelt. Zudem war er Mitglied der Königlich-Spanischen-Akademie, die über die spanische Sprache wacht.
Delibes arbeitete zunächst als Zeichner und Reporter für eine Regionalzeitung. In seinen literarischen Werken pries der passionierte Jäger seine kastilische Heimatstadt Valladolid und das Leben auf dem Land.
In dem 1981 erschienenen Roman «Los Santos Inocentes» (Die heiligen Narren) beschrieb er die schwere Existenz verarmter Bauern, die unter einem eigensüchtigen und wohlhabenden Landbesitzer leiden. Das Buch wurde 1984 verfilmt. In «Cinco Horas con Mario» (Fünf Stunden mit Mario, 1966) reflektiert eine Witwe in einem inneren Monolog am Sarg ihres Mannes über ihr gemeinsames Leben.
«Menschenscheu» und naturverbunden
Der Autor scheute öffentliche Auftritte und mied Menschenmengen. «Ich liebe die Natur und ich unterhalte mich gern mit einem oder zwei meiner Kollegen, aber nicht mit mehreren», sagte Delibes 1986 in einem Interview.
In seiner Dankesrede für den Cervantes-Preis sagte er, das Leben vergehe für Autoren schneller, weil sie so viel Zeit in den Köpfen ihrer Figuren verbrächten und ihr eigene Existenz vernachlässigten.
(apn/sda/godc)
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