Wirtschaft
Clariant-Arbeiter fordern Mitspracherecht
Gut 200 Clariant-Mitarbeitende und Gewerkschafter haben in Liestal (BL) gegen den Stellenabbau beim Spezialchemie-Unternehmen demonstriert. Sie forderten unter anderem ein gesetzeskonformes Konsultationsverfahren und die Einschaltung der Politik.
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Aufgerufen zu der bewilligten Kundgebung hatte die Gewerkschaft Unia. Nach ihren Schätzungen nahmen gar über 300 Personen daran teil. Das Gros der Teilnehmenden versammelte sich beim Clariant-Werk in Muttenz (BL) und fuhr dann per Bus nach Liestal, wo nach 9 Uhr ein Demonstrationszug durchs Zentrum des Städtchens stattfand.
«Kahlschlag bei Clariant - Wir kämpfen um Arbeitsplätze» hiess es auf einem Transparent. Vor dem Regierungsgebäude forderten Sprecher der Unia und der Clariant-Betriebskommission, dass die Mitwirkungsrechte der Gewerkschaften, die bisher missachtet worden seien, «ohne Wenn und Aber respektiert» werden.
Erste Zeichen der Politik?
Zudem solle eine Arbeitsgruppe bestehend aus Mitgliedern der Belegschaft, Gewerkschaft, Konzern und Politik neue Perspektiven erarbeiten. Verlangt wurden auch Verbesserungen am Sozialplan, damit dieser der «dramatischen Situation der Betroffenen gerecht wird». 400 schwarze Luftballons, die die Demonstranten steigen liessen, sollten die bedrohten Arbeitsplätze symbolisieren.
Während der Kundgebung versammelte sich im Regierungsgebäude der Baselbieter Landrat zu einer ordentlichen Sitzung, für welche ein SP-Landrat eine dringliche Interpellation ankündigte; Volkswirtschaftsdirektor Peter Zwick sagte, er wolle den Vorstoss entgegennehmen.
Produktion nach Asien verschoben
Laut einem Polizeisprecher verlief die Kundgebung ohne Zwischenfälle. Unter den Teilnehmenden waren auch Leute aus dem Clariant-Werk im elsässischen Hüningen bei Basel, das geschlossen werden soll. Das Werk, vor dem schon letzte Woche eine Kundgebung stattgefunden hatte, wird laut einem Gewerkschaftssprecher bestreikt.
Clariant hatte nach früheren Abbauschritten Mitte Februar den Abbau weiterer 500 Stellen angekündigt. Allein 400 davon sollen in Muttenz verschwinden; die Produktion in der Schweiz soll fast gänzlich geschlossen und nach Asien sowie Spanien verlagert werden. In der Schweiz dürfte Clariant danach noch rund 1000 Stellen aufweisen.
(sda/from)
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