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Unter dem «Dermaroller»

Dienstag, 9. März 2010, 11:36 Uhr

Sie testet Behandlungen, die eigentlich niemand freiwillig machen will: «Puls»-Redaktorin Sarah Allemann geht in einer neuen Serie zur Darmspülung, in die Kältekammer oder zum Ganzkörperwickel mit Elektroschock. In der ersten Folge testet das Versuchskaninchen den «Dermaroller», ein angebliches Wundermittel gegen Fältchen im Gesicht.

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Der «Dermaroller» verspricht, Falten im Gesicht zum Verschwinden zu bringen. Auch Hollywood-Stars würden sich mit dem sogenannten «Micro-Needling» behandeln lassen. Das «Puls»-Versuchskaninchen Sarah Allemann hat den Dermaroller ausprobiert.

Dabei wurde ihr Gesicht von einem Roller mit 192 winzigen Nädelchen gelöchert. Danach wurde eine Flüssigkeit mit Hyaluronsäure aufgetragen, die den Anti-Aging-Effekt noch verstärken soll. «Es hat ziemlich weh getan – trotz der Betäubungscreme, die vorher aufgetragen wurde», sagt das Versuchskaninchen, dessen Gesicht nach der Behandlung für einige Stunden zündend rot angeschwollen war.

Haut wird mit Verletzungen angeregt

Genau auf dieser Entzündung basiert die Hautverjüngung. Denn faltiger Haut fehlt es in der tiefer liegenden Lederhaut an Kollagen und elastischen Fasern. Indem die Lederhaut verletzt wird, wird der Körper dazu angeregt, die Lederhaut zu reparieren: Bei den Einstichen bildet sich neues Kollagen – was dazu führen kann, dass kleine Fältchen verschwinden.

Selbstversuch «Micro-Needling» («Puls» vom 8. März 2010)

Das Prinzip funktioniert – doch Experten warnen

Dieses Prinzip bestätigt auch Reinhard Dummer, Professor für Dermatologie am Unispital Zürich. Allerdings setzt er bei Methode des Dermarollers grosse Fragezeichen. «Sind die Verletzungen zu oberflächlich, dann nützt es gar nichts», sagt Dummer. Heim-Dermaroller zum Selberanwenden zuhause seien Humbug: «Sie haben etwa dieselbe Wirkung wie kratzen.» Die Dermaroller mit richtigen Nadeln, wie sie Kosmetik-Studios benutzen, seien nicht ungefährlich, speziell wegen bakterieller Infekte. «Sind die Einstiche zu tief, kann es zu unkontrollierten Entzündungen kommen, weil Fremdkörper in die Haut eingebracht werden.» Reinhard Dummer äussert auch Bedenken, dass Metallsplitter vom Gerät in der Haut zurück bleiben könnten. «Die Methode hat einen vernünftigen Hintergrund, aber es gibt für mich sehr viele Fragezeichen. Also ich persönlich würde mir das nie antun.»

Siegfried Borelli, Dermatologe am Dermatologischen Ambulatorium des Zürcher Triemlispitals, äussert dieselben Bedenken: Würde etwa jemand mit Herpes behandelt, sei die Gefahr gross, die Krankheit übers ganze Gesicht zu verteilen. Zudem würde die Methode nur gegen kleine Fältchen helfen – und dies auch nur, wenn sie mehrmals wiederholt würde. «Gegen tiefere Falten hat man damit keine Chance.»

(sf/puls)

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P. Pogger, Luzern
(Piet10 Mann)
Verfasst am: 9.3.2010 14:02

Versuchskaninchen für Puls

Ich habe gestern den ersten Beitrag gesehen. Ich... mehr

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