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Chile korrigiert Opferzahlen nach unten
Die chilenische Regierung hat knapp eine Woche nach dem verheerenden Erdbeben eine neue Opferzahl bekanntgegeben. Demnach sind bisher 452 Tote identifiziert worden.
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Vize-Innenminister Patricio Rosende sprach von 173 zusätzlichen Toten, über deren Personalien jetzt Klarheit herrsche. Sie müssten zu den bisher bekannten 279 Todesopfern hinzugerechnet werden.
Die chilenische Regierung war in die Kritik geraten, weil sie die Zahl der Todesopfer zu hoch angegeben hatte. Es hatte Fehler bei der Zählung gegeben.
Unterdessen bescheinigte UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon den Chilenen «grossen Mut und Widerstandskraft». «Ich bin sehr bewegt», sagte er bei seiner Ankunft in der Hauptstadt Santiago.
Die UNO sei darauf vorbereitet, Chile «kurz- und langfristig jede Hilfe zukommen zu lassen, um die die Regierung bittet».
Nachbeben sind normal
Bei einem der schwersten je registrierten Erdbeben mit der Stärke 8,8 und einem anschliessenden Tsunami waren Milliardenschäden an Gebäuden und der Infrastruktur entstanden. Etwa zwei Millionen Wohnungen wurden beschädigt, 500'000 davon schwer. Chile wurde unterdessen von mehreren schweren Nachbeben mit Stärken von bis zu 6,6 erschüttert.
Ärzte warnen vor Infektionskrankheiten
Die Ärzte im chilenischen Katastrophengebiet warnen vor der Ausbreitung von Infektionskrankheiten. Trümmerberge und tonnenweise verrottender Fisch seien grosse Ansteckungsquellen. Wie es weiter hiess, häufen sich die Durchfallerkrankungen, weil die Menschen verunreinigtes Wasser trinken. Weil Plünderer die Apotheken heimgesucht haben, gibt es nicht mehr genug Medikamente gegen Diabetes oder Bluthochdruck. Ausserdem wurden bei dem Erdbeben am 27. Februar 36 Krankenhäuser schwer beschädigt oder zerstört.
Die zahlreichen Nachbeben sind nach Angaben von Experten normal, versetzten die Menschen jedoch immer wieder in Angst und Schrecken und behinderten die Hilfe für Millionen Bedürftige. Deren Lage ist auch sechs Tage nach dem Beben zum Teil verzweifelt. Einige Gebiete sind nach Angaben eines Mitarbeiters der Hilfsorganisation Care noch immer von jeder Hilfe abgeschnitten.

Westerwelle besucht Chile
Bundesaussenminister Guido Westerwelle wird während seiner einwöchigen Reise nach Südamerika auch Chile besuchen. Dort will sich Westerwelle über die Lage informieren und weitere deutsche Hilfe anbieten. Am Sonntagabend ist dazu in der Hauptstadt Santiago ein Treffen mit dem chilenischen Aussenminister Mariano Fernández geplant. Eine Visite im Erdbebengebiet von Concepción steht nicht auf seinem Programm.
(sda/horm)
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