Wirtschaft
Fastweb droht die Zwangsverwaltung
Die in Geldwäscherei-Ermittlungen steckende italienische Swisscom-Tochter Fastweb rechnet nicht damit, demnächst unter Zwangsverwaltung gesteckt zu werden. Laut Fastweb wird der zuständige Untersuchungsrichter in Rom erst in den nächsten Tagen über die Massnahme entscheiden.
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Der Römer Untersuchungsrichter Aldo Morgigni hatte am Dienstag einem Gesuch von Fastweb und der ebenfalls im Visier der Behörden befindlichen Telecom Italia-Tochter Sparkle stattgegeben. Er räumte beiden Telekomunternehmen mehr Zeit ein, um neue Vorschläge zum weiteren Vorgehen auf den Tisch zu legen.
Fastweb soll laut der italienischen Zeitung «Il Sole 24 Ore» darum ersuchen, die staatliche Zwangsverwaltung zu beschränken. Lediglich die Sparte Wholesale, die Telekomdienstleistungen an alternative Anbieter verkauft und im Zentrum der Geldwäscherei- und Steuerbetrugsermittlungen steht, solle unter die Aufsicht des vom Gericht eingesetzten Kommissars gestellt werden.
Gespräche mit Staatsanwaltschaft
«Wir führen Gespräche mit der Staatsanwaltschaft, um eine Ausprägung der Aufsicht oder alternativ eine freiwillige Massnahme zu finden», erklärte Swisscom-Chef Carsten Schloter in einem Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung». Damit solle einerseits der Untersuchungsrichter eine möglichst grosse Transparenz über das von den Vorwürfen betroffene Geschäft erhalten.
Andererseits sollte die Lösung keine negativen Auswirkungen auf die anderen Geschäfte von Fastweb haben, die durch eine staatliche Aufsicht verlangsamt oder gelähmt werden könnten.
Verdacht der Geldwäscherei in Milliardenhöhe
Fastweb und die Telecom Italia-Tochter Sparkle stehen im Zentrum von Ermittlungen wegen Mehrwertsteuerbetrugs und Geldwäscherei. Dabei sollen zwischen 2003 und 2006 mit fiktiven Käufen und Verkäufen von internationalen Telekom-Dienstleistungen knapp 2 Mrd. Euro in Rechnung gestellt worden sein. Damit sei der Fiskus um 365 Mio. Euro betrogen worden.
Fastweb-Gründer, Silvio Scaglia, wurde am 26. Februar am Römer Flughafen verhaftet. Mit ihm sitzen 55 weitere Verdächtige ebenfalls in Untersuchungshaft. Scaglia bestreitet sämtliche Vorwürfe.
(sda/godc)
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