Inhalt

Bündner Sonderausschuss soll Fall Reinhardt untersuchen

Donnerstag, 4. März 2010, 14:04 Uhr, Aktualisiert 20:46 Uhr

Die Alkoholprobleme und der Freitod des Bündner Polizeikommandanten Markus Reinhardt werden von einem fünfköpfigen Sonderausschuss der Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Grossen Rates untersucht. Ins Visier genommen wird vor allem die Rolle der Regierung.

Bild Janom-Steiner.
Als Vorgesetzte von Reinhardt steht Regierungsrätin Janom Steiner (BDP) besonders unter Druck. sf

Geleitet wird der Ausschuss vom 36-jährigen CVP-Grossrat Marcus Caduff aus Morissen im Lugnez. Die Mitglieder des Ausschusses gehören der BDP, CVP, FDP, SP und SVP an. Zur Unterstützung soll eine auswärtige Fachperson beigezogen werden. Wer diese Person ist, konnte Caduff noch nicht sagen.

Die direkte Vorgesetzte des verstorbenen Polizeikommandanten, Regierungsrätin Barbara Janom Steiner (BDP), stand der GPK rund zwei Stunden Red und Antwort. Es habe keine Indizien gegeben, die auf ein rechtliches Fehlverhalten der Justizdirektorin hingedeutet hätten, sagte Grossrat Caduff.

Fragen an Gesamtregierung

Die GPK möchte jedoch vertiefte Abklärungen durchführen. Dazu soll auch die Gesamtregierung zum Fall Reinhardt befragt werden. Untersucht werden soll insbesondere, ob sich die Regierung ein rechtliches Fehlverhalten hat zu Schulden kommen lassen.

Einen Zeitrahmen für die Dauer der Untersuchung konnte Caduff nicht nennen. Er deutete aber an, die Arbeiten innerhalb eines Monats abschliessen zu wollen. Neue Fakten zum Fall Reinhardt seien an der Sitzung am Donnerstag nicht bekannt geworden, sagte Caduff.

Rede von Alkoholproblem

Der Bündner Polizeikommandant und WEF-Sicherheitschef Markus Reinhardt hatte sich am 26. Januar in Davos in seinem Hotelzimmer mit der Dienstwaffe das Leben genommen, einen Tag vor Beginn des World Economic Forum. Er war 26 Jahre lang Kommandant der
Kantonspolizei und ebenso lange WEF-Sicherheitschef.

Den Suizid beging Reinhardt vor einer geplanten Besprechung mit seiner Vorgesetzten, Regierungsrätin Janom Steiner. Am Treffen hätte auch das Alkoholproblem des Kommandanten thematisiert werden sollen.

Die Regierungsrätin war zuvor darüber informiert worden, dass Reinhardt am Sonntag vor dem WEF betrunken in der Sicherheitszentrale in Davos aufgetaucht war. Hätte sich dies bestätigt, wäre der Kommandant suspendiert worden.

Risse im Filz

(sda/sf/hesa)

Kommentare aktiv...

R. Anderegg, Buchs
(karthago_77 Mann)
Verfasst am: 4.3.2010 21:50

Janom-Steiner nicht mehr tragbar

Ich verstehe das Alkohohlprobleme jede Schicht... mehr

Zustimmen — 8 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 8 Leser sind anderer Meinung.

Heiklen Inhalt melden antworten

Dieser Artikel wurde archiviert. Die Kommentarmöglichkeit wurde deshalb deaktiviert. Vielen Dank für Ihr Interesse.