International
Chaos in Chile: Unruhen und Tsunami-Debatte
Angesichts von massiven Plünderungen in den chilenischen Erdbebengebieten hat sich der künftige Präsident des Landes, Sebastián Piñera, für den Einsatz der Armee ausgesprochen. Noch-Staatschefin Michelle Bachelet solle die Armee in die betroffenen Gebiete schicken, um Verbrechen, Plünderungen und Unruhen zu verhindern, sagte Piñera. Wegen fehlender Tsunami-Warnungen gerät die Marine des Landes derweil unter Druck.
- 28.02.10: Nach dem Erdbeben kam die Flutwelle
- 28.02.10: Erdbeben in Chile fordert über 700 Tote
- 28.02.10: Tote bei Erdbeben auch in Argentinien
- 27.02.10: Schweiz schickt Experten nach Chile ins Katastrophengebiet
- 27.02.10: Die grosse Tsunami-Katastrophe bleibt aus
- 27.02.10: Die schwersten Erdbeben der Vergangenheit
- GALERIE: Erdbeben in Chile
- SF Wissen: Videodossier «Erdbeben»
Artikel bewerten
Artikel teilen
Recht und Ordnung drohten verloren zu gehen, erklärte das neu gewählte Staatsoberhaupt. Piñera war im Januar zum neuen Präsident des Landes gewählt worden und soll am 11. März sein Amt antreten.
Durch das Erdbeben der Stärke 8,8 am Samstagmorgen und die darauf folgenden Flutwellen starben in Chile mehr als 700 Menschen. In Folge der Katastrophe kam es am Sonntag an verschiedenen Orten zu Plünderungen, Bachelet verhängte deshalb den Ausnahmezustand über die beiden am stärksten betroffenen Regionen an der Pazifikküste.
Um weitere Plünderungen nach dem verheerenden Erdbeben in Chile zu verhindern hat die Regierung in Concepció nein Ausgehverbot verhängt. Bei Verstössen drohten die Behörden mit Festnahmen.
Zuvor war es in Concepción zu chaotischen Szenen gekommen. Bergungskräfte mussten ihren Einsatz an einem zusammengestürzten mehrgeschossigen Wohnhaus unterbrechen, weil die Sicherheitskräfte Tränengas gegen Plünderer einsetzten.
Hafenkapitäne retteten hunderte Menschen
Der chilenische Verteidigungsminister Francisco Vidal macht der Marine nach dem verheerenden Beben schwere Vorwürfe: Sie habe keine Tsunami-Warnung herausgegeben. Auch Präsidentin Michelle Bachelet spielte die Gefahr einer zerstörerischen Riesenwelle unmittelbar nach dem Beben zunächst herunter.
Hafenkapitäne hätten jedoch in Eigenregie vor einem Tsunami gewarnt und damit hunderte, wenn nicht tausende Menschen gerettet, sagte Vidal. Mehrere Küstengebiete waren am Samstag von Wellen getroffen worden, und eine noch unbekannte Zahl von Menschen fielen ihnen zum Opfer.
Diagnosefehler der Marine
Die Behörden mussten später einräumen, dass es sich um Tsunami-Wellen gehandelt habe. Die Marine hat für solche Fälle einen Notfallplan, der es den lokalen Behörden erlaube, die Bevölkerung zu warnen, auch wenn es dazu keine Anweisung gebe, sagte Vidal. «Dank dieses Systems konnten die Menschen trotz des Diagnosefehlers (der Marine) alarmiert werden und sich auf Hügel retten.»
Zwischen dem Beben und den Tsunami-Wellen verstrichen nur etwa 30 Minuten. Die Behörden gaben die Zahl der Toten am Sonntag mit 708 an. Der Grossteil der Opfer lebte in den überfluteten Küstengebieten. Wegen des Bebens der Stärke 8,8 gab die Tsunami-Warnzentrale auf Hawaii einen Alarm für 53 Pazifik-Anrainerstaaten heraus.
Allerdings blieben die Auswirkungen ausser in Chile begrenzt und es wurden keine weiteren Opfer aus Australien, Tonga, Japan, Russland oder Hawaii gemeldet.
(agenturen/halp)
Meldungen im Tagesverlauf
- Zorn über Wahlausgang auf Ägyptens Strassen
- Brandkatastrophe in Katar: Mindestens 19 Tote
- Shaqiri erneut «Spieler des Jahres»
- Elvis-Grabstätte kommt unter den Hammer
- Ungefährdeter Sieg für die Ukraine
- Saudi-Arabien: «Schlampe» wegen lackierter Fingernägel
- Fukushima-Strahlung in Thunfischen vor USA
- SP könnte Steuerabkommen kippen
- Golden Gate Bridge im Lichterregen
- Annan ist schockiert über Massaker in Syrien
- Bankia stürzt ab – Madrilenische Börse ebenfalls
- Wacker Thun verpasst Titel knapp
- 18 Milliarden Euro Hilfen für griechische Banken
- Sion verbleibt in der Super League
- Zwei Tote bei Absturz von Schweizer Flugzeug in Deutschland
- «Solar Impulse» bleibt vorläufig in Madrid


Saudi-Arabien: «Schlampe» wegen lackierter Fingernägel
Auch die Migros will Nespresso Konkurrenz machen
Zwei Tote bei Absturz von Schweizer Flugzeug in Deutschland
Golden Gate Bridge im Lichterregen
Zorn über Wahlausgang auf Ägyptens Strassen
Brandkatastrophe in Katar: Mindestens 19 Tote
Elvis-Grabstätte kommt unter den Hammer
EU-Sondergipfel im Zeichen des Wachstums
Levrat lehnt Steuerabkommen ab
Facebook-Foto verleitet Räuber zu Überfall
Bankia und Katalonien am Bettelstab
Steinbrück: Abkommen mit der Schweiz begünstigt Steuerbetrüger
Jetzt sorgen Militärvelos für rote Köpfe
Jeder zehnte Velofahrer ab 1. Juni nicht versichert
Ägypten: «Der schlimmste denkbare Albtraum ist eingetroffen»





















