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International

Chaos in Chile: Unruhen und Tsunami-Debatte

Montag, 1. März 2010, 3:53 Uhr, Aktualisiert 21:38 Uhr

Angesichts von massiven Plünderungen in den chilenischen Erdbebengebieten hat sich der künftige Präsident des Landes, Sebastián Piñera, für den Einsatz der Armee ausgesprochen. Noch-Staatschefin Michelle Bachelet solle die Armee in die betroffenen Gebiete schicken, um Verbrechen, Plünderungen und Unruhen zu verhindern, sagte Piñera. Wegen fehlender Tsunami-Warnungen gerät die Marine des Landes derweil unter Druck.

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Recht und Ordnung drohten verloren zu gehen, erklärte das neu gewählte Staatsoberhaupt. Piñera war im Januar zum neuen Präsident des Landes gewählt worden und soll am 11. März sein Amt antreten.

Durch das Erdbeben der Stärke 8,8 am Samstagmorgen und die darauf folgenden Flutwellen starben in Chile mehr als 700 Menschen. In Folge der Katastrophe kam es am Sonntag an verschiedenen Orten zu Plünderungen, Bachelet verhängte deshalb den Ausnahmezustand über die beiden am stärksten betroffenen Regionen an der Pazifikküste.

Um weitere Plünderungen nach dem verheerenden Erdbeben in Chile zu verhindern hat die Regierung in Concepció nein Ausgehverbot verhängt. Bei Verstössen drohten die Behörden mit Festnahmen.

Zuvor war es in Concepción zu chaotischen Szenen gekommen. Bergungskräfte mussten ihren Einsatz an einem zusammengestürzten mehrgeschossigen Wohnhaus unterbrechen, weil die Sicherheitskräfte Tränengas gegen Plünderer einsetzten.

Ulrich Achermann, Korrespondent SR DRS, über die Lage in Chile

Hafenkapitäne retteten hunderte Menschen

Der chilenische Verteidigungsminister Francisco Vidal macht der Marine nach dem verheerenden Beben schwere Vorwürfe: Sie habe keine Tsunami-Warnung herausgegeben. Auch Präsidentin Michelle Bachelet spielte die Gefahr einer zerstörerischen Riesenwelle unmittelbar nach dem Beben zunächst herunter.

Hafenkapitäne hätten jedoch in Eigenregie vor einem Tsunami gewarnt und damit hunderte, wenn nicht tausende Menschen gerettet, sagte Vidal. Mehrere Küstengebiete waren am Samstag von Wellen getroffen worden, und eine noch unbekannte Zahl von Menschen fielen ihnen zum Opfer.

Diagnosefehler der Marine

Die Behörden mussten später einräumen, dass es sich um Tsunami-Wellen gehandelt habe. Die Marine hat für solche Fälle einen Notfallplan, der es den lokalen Behörden erlaube, die Bevölkerung zu warnen, auch wenn es dazu keine Anweisung gebe, sagte Vidal. «Dank dieses Systems konnten die Menschen trotz des Diagnosefehlers (der Marine) alarmiert werden und sich auf Hügel retten.»

Zwischen dem Beben und den Tsunami-Wellen verstrichen nur etwa 30 Minuten. Die Behörden gaben die Zahl der Toten am Sonntag mit 708 an. Der Grossteil der Opfer lebte in den überfluteten Küstengebieten. Wegen des Bebens der Stärke 8,8 gab die Tsunami-Warnzentrale auf Hawaii einen Alarm für 53 Pazifik-Anrainerstaaten heraus.

Allerdings blieben die Auswirkungen ausser in Chile begrenzt und es wurden keine weiteren Opfer aus Australien, Tonga, Japan, Russland oder Hawaii gemeldet.

(agenturen/halp)

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