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International

Zahl der Erdbebentoten in Chile steigt auf über 300

Samstag, 27. Februar 2010, 8:08 Uhr, Aktualisiert 28.02.2010, 3:24 Uhr

Das heftigste Erdbeben in Chile seit einem halben Jahrhundert hat mehr als 300 Menschen in den Tod gerissen und verheerende Schäden angerichtet. Der Erdstoss der Stärke 8,8 erschütterte am Samstag um 3.34 Uhr Ortszeit (07.34 Uhr MEZ) die Landesmitte. In Santiago wurde das Gebäude der Schweizer Botschaft beschädigt.

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Heftiges Erdbeben vor Chile

Das Zentrum des Erdbebens lag rund 320 Kilometer südwestlich von Santiago unweit von Concepción, der zweitgrössten Stadt Chiles. Dem schweren Beben der Stärke 8,8 folgten rund ein Dutzend Nachbeben, das stärkste von ihnen erreichte eine Stärke von 6,9 auf der Richterskala.

50 Mal stärker als Haiti-Beben

Chiles Präsidentin Michelle Bachelet hat in Chile den Katastrophenzustand ausgerufen. In der Hauptstadt Santiago wankten minutenlang die Häuser, einige stürzten ein. Die Hochhäuser in Santiago hielten den heftigen Erdstössen jedoch stand.

In Mitleidenschaft gezogen wurde unter anderem auch das Gebäude der Schweizer Botschaft. Wie das Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) gegenüber der Zeitung «Sonntag» sagte, seien Teile des Hochhauses nicht mehr zugänglich. In der Kanzlei im 14. Stock seien Glastüren zersplittert und Räume blockiert. Alle Botschafts-Mitarbeiter seien aber wohlauf. Aus sonst liegen keine Berichte über Schweizer Opfer vor.

Bild Botschaftsgebäude.
Die Schweizer Botschaft (hier vor dem Beben) wurde schwer beschädigt. pd/archivbild

Brücken eingestürzt

In der Hauptstadt stürzten auch neue Autobahnbrücken ein. Die wichtigste Strassenverbindung von Santiago in die besonders betroffenen Gebiete ist unterbrochen. Überall strömten Menschen auf die Strassen, weinten und umarmten sich. Der internationale Flughafen von Santiago wurde erheblich beschädigt und für mindestens eine Woche geschlossen.

Ulrich Achermann, Südamerika-Korrespondent SR DRS, zur aktuellen Lage in Chile

Kein Strom

Immer noch liegt die Stromversorgung in einigen Quartieren der Fünf-Millionen-Hauptstadt brach, wie ein Augenzeuge gegenüber «tagesschau.sf.tv» berichtete. Viele Bewohner wissen daher nicht, welche Schäden das Erdbeben ausserhalb von Santiago verursacht hat. Minutenlang habe die Erde massiv gebebt, so der Augenzeuge weiter. Internet und Telefone funktionieren immer noch nicht überall.

Aus einem Gefängnis im zentralchilenischen Chillan ist nach dem Beben eine Mauer eingestürzt. Die 269 Häftlinge sind entwischt - 60 davon konnten inzwischen wieder aufgegriffen werden, wie der zuständige Justizvollzugsbeamte sagte. Ein Wachmann war beim Einsturz der Mauer schwer verletzt worden.

Erdbeben der Stärke 9,5

1960 war Chile von dem stärksten Erdbeben seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1900 erschüttert worden. Das Beben der Stärke 9,5 verwüstete damals die Stadt Valdivia, 1655 Menschen kamen ums Leben.

Bild Karte von Südamerika.
Das Beben ereignete sich im Pazifik in einer Tiefe von 60 Kilometern. reuters

Der Tsunami

In neuer Zeit bezeichnet der Begriff eine sich schnell fortpflanzende Meereswoge. Überwiegend gehen solche Wasserverwerfungen von Seebeben, also Erdbeben auf dem Meeresgrund aus. Besonders Tsunami-wirksam sind Abbrüche des Meeresgrundes. Aber auch ein Felssturz, das Kalben eines Eisbergs oder ein Gletschersturz kann Tsunamis auslösen. Der Verdrängungsdruck sich verschiebender Meeresböden oder der abbrechenden Massen stört das physikalische Gleichgewicht des Wassers. Auf offenem Meer werden Tsunamis kaum bemerkt, sie können dennoch bis zu 1000 km pro Stunde schnell werden. In Ufernähe jedoch können sich die Wellen je nach Beschaffenheit der Küstengebiete und Uferzonen auftürmen und weiträumige, katastrophale Schäden verursachen. Der Begriff wurde von japanischen Fischern geprägt und bezeichnet die durch Meereswogen verursachten Verwüstungen, welche sie jeweils nach Rückkehr in ihren Häfen vorfanden.

Die schlimmsten Beben der Vergangenheit

Erdbeben gehören seit Menschengedenken zu den verheerendsten Katastrophen für Mensch und Kultur. Ein Beben von der Stärke 8,8 auf der Richterskala gilt als ein schweres seismisches Ereignis. Wie die Chronik zeigt, ist Chile in der Vergangenheit bereits mehrfach von solch schweren Beben heimgesucht worden.

Wo waren die schlimmsten Beben der Vergangenheit? In unserem Mehrwert-Artikel finden Sie eine Aufstellung aller Beben mit einer Stärke von 8,5 und mehr.

(agenturen/meip/godc/from)

Kommentare aktiv...

S. Wyssling

Verfasst am: 28.2.2010 20:35

Chile

es ist beides Naturkatastrophe und ehemaliger... mehr

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S. Wyssling

Verfasst am: 28.2.2010 20:13

Erdbeben in Chile

ich kenne Chile jeder Rappen zählt..SF arbeitet... mehr

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C. Schildknecht

Verfasst am: 28.2.2010 15:16

Haiti-Beben?

Sorry, ich verstehe nicht was Haiti damit zu tun... mehr

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