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Schweiz

Zahl der möglichen Atomendlager weiter bei sechs

Freitag, 26. Februar 2010, 15:34 Uhr, Aktualisiert 16:33 Uhr

In der Schweiz stehen weiterhin sechs Standorte für den Bau eines Endlagers für radioaktive Abfälle zur Debatte. Es handelt sich um Gebiete im Schaffhausen, im Zürcher Weinland, um Regionen in der Nähe von Baden sowie die Regionen Bözberg, Jura-Südfuss und den Wellenberg im Kanton Nidwalden.

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Lager für Atomabfälle

Bei den zur Debatte stehenden Gebieten handelt es sich um den Südranden bei Schaffhausen, das Zürcher Weinland, die nördlichen Lägeren in der Nähe von Baden sowie die Regionen Bözberg, Jura-Südfuss und den Wellenberg bei Wolfenschiessen im Kanton Nidwalden.

Mögliche Standorte für Bau eines Endlagers

In allen diesen Fällen habe die nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) eine umfassende und auch nachvollziehbare Analyse der geologischen Grundlagen vorgenommen, hiess es an einer Pressekonferenz des Bundesamts für Energie (BFE) in Bern.

Noch rund 10 Jahre bis zum Entscheid

Das Eidgenössische Nuklearsicherheits-Inspektorat (ENSI) stimmt aufgrund seiner Überprüfung der Sicherheit und der bautechnischen Machbarkeit den von der Nagra vorgeschlagenen Standortgebieten zu.

Bis ein definitiver Entscheid fällt und ein Gesuch für eine Rahmenbewilligung eingereicht wird, dürften jedoch noch rund zehn Jahre vergehen. Danach - voraussichtlich im Jahr 2011 - erstellt das BFE einen Ergebnisbericht, der wiederum in eine dreimonatige Anhörung bei Kantonen, Nachbarstaaten, Parteien und Organisationen geschickt wird.

Erst dann wird der Bundesrat entscheiden, welche der sechs Standortgebiete im Auswahlverfahren verbleiben und in den folgenden Etappen weiter untersucht werden.Frühestens im Jahr 2019 dürfte dann die Nagra bei den zuständigen Behörden die notwendigen Rahmenbewilligungsgesuche einreichen.

Zurückhaltend bis ablehnend

Die politischen Behörden der möglichen Standorte für ein Tiefenlager für Atommüll nehmen den neusten Bericht des Bundes mit unterschiedlicher Vehemenz zur Kenntnis. Die Reaktionen reichen von abwartender Zurückhaltung bis zu beinhartem Widerstand.

Die vehementesten Gegner sehen sich durch das Gutachten des Nuklearsicherheitsinspektorats vor allem in einem bestätigt: Andere Standorte wären geeigneter als der eigene. Sie verweisen dabei auf jene Punkte im Gutachten, die als nur «günstig» oder «bedingt günstig» statt «sehr günstig» bewertet wurden.

Endlager ja – aber anderswo

So hielt etwa der Solothurner Regierungsrat fest, dass es bessere Standortgebiete für ein geologisches Tiefenlager gebe als den Jura-Südfuss. Auch für die Kantonsregierungen von Ob- und Nidwalden ist klar, dass der Wellenberg als Tiefenlager für radioaktive Abfälle weniger gut geeignet ist als andere Gebiete der Schweiz. Gleich argumentiert man in Schaffhausen.

Sicherheit vor Widerstand

Im Gegensatz zu Schaffhausen herrscht im benachbarten Thurgau Gelassenheit. Gebaut werden solle das Endlager nicht da, wo es am wenigsten Widerstand gebe, sondern da, wo es am sichersten sei.

Der Kanton Zürich seinerseits will das neue Gutachten und die Unterlagen der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra), «kritisch prüfen». Das wollen auch die Aargauer Kantonsbehörden tun.

(ddp/sda/bosy/schl)