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Kunstsammler und Galerist Ernst Beyeler ist tot

Freitag, 26. Februar 2010, 11:31 Uhr

Der Basler Kunstsammler, Galerist und Museumsgründer Ernst Beyeler ist tot. Er verstarb am Donnerstag im Alter von 88 Jahren, wie die Fondation Beyeler Angaben der «Basler Zeitung» bestätigte.

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Ernst Beyeler ist tot

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Zusammen mit seiner am 20. Juli 2008 verstorbenen Ehefrau Hildy hatte Ernst Beyeler seine Kunstsammlung aufgebaut, eine der weltweit bedeutendsten der Kunst des 20. Jahrhunderts. Das Paar war seit 1948 verheiratet und blieb kinderlos.

Beyeler war mit seinem sicheren Urteil, Charisma, geschäftlichem Geschick und pointierten Kommentaren eine der herausragendsten Persönlichkeiten des internationalen Kunsthandels. Mit seiner Frau war er 1971 auch Mitbegründer und bis 1992 Mitorganisator der weltweit führenden Kunstmesse Art Basel.

Bild Ernst Beyeler.
Beyeler galt als eine der herausragendsten Persönlichkeiten des internationalen Kunsthandels. pd

«Ein Gentleman der alten Schule»

Ernst Beyeler habe eine «wahnsinnig gute Nase für Qualität» gehabt, «eigentlich erstaunlich, wenn man bedenkt, dass er als Amateur nicht zur 'Zunft' gehörte», sagte der frühere Direktor des Museums Tinguely, Guido Magnaguagno.

Als Mensch sei er immer sehr verbindlich gewesen, habe nie Smalltalk gemacht sondern immer unglaublich sachkundig über Kunst gesprochen. Beyeler sei ein Gentleman der alten Schule gewesen, «immer leicht distanziert, aber so sind die Basler halt».

Von Holzschnitten zur Klassischen Moderne

Die Laufbahn Ernst Beyelers begann in den 1940er-Jahren: Damals durchlief der am 16. Juli 1921 geborene Basler eine kaufmännische Ausbildung und studierte Ökonomie sowie Kunstgeschichte an der Universität Basel. Zur gleichen Zeit arbeitete er als Aushilfe in einem Basler Antiquariat.

1945 übernahm er das Antiquariat an der Bäumleingasse, eröffnete 1947 eine erste Ausstellung mit japanischen Holzschnitten und widmete sich ab 1951 nur noch Ausstellungen und dem Kunsthandel. 1959 bis 1965 landete er einen ersten grossen Coup, als er 340 Werke der Sammlung Thompson in Pittsburgh (USA) erwerben konnte.

Von diesen Werken der Klassischen Moderne - so von Cézanne, Monet, Picasso, Matisse, Léger, Mondrian und Braque bis Klee - gingen zahlreiche in Museen. Unter anderem kehrten 80 Werke Giacomettis in die Schweiz zurück, in die Giacometti-Stiftung Zürich und ins Kunstmuseum Basel.

Privatsammlung für alle

1966 zu Besuch bei Picasso, liess dieser Beyeler 26 Werke aus eigenen Beständen auswählen - ein Privileg. 1982 gründete er die Beyeler-Stiftung. So ging seine Sammlung auch auf Reisen: Teile davon wurden 1989 mit grossem Publikumserfolg im Centro de Arte Reina Sofia in Madrid präsentiert, später auch in Berlin und Sidney.

Der Erfolg in Madrid bestärkte Beyeler in der Absicht, seine Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Um die über Jahrzehnte entstandene Kollektion mit Werken der wichtigsten Künstler des 20. Jahrhunderts sowie aus Afrika und Ozeanien buhlten Museen aus aller Welt, sogar das Museum of Modern Art in New York.

Grosser Besucherandrang

Das Kunstmuseum Basel litt derweil schon unter Platzmangel. Doch Beyeler wollte die Sammlung in seiner Heimat unterbringen. Nach Debatten und einer Volksabstimmung in Riehen entstand schliesslich das Beyeler-Museum am Wohnort des Ehepaars.

Das 1997 eröffnete Beyeler-Museum wurde wegen des Publikumsandrangs bereits 1999 erweitert. Die grossen Sonderausstellungen ziehen bis heute Scharen von Kunstfans an: Das Haus hatte 2008 mit rund 300'000 am meisten Besucher aller Museen in Basel und auch landesweit einen Spitzenplatz.

(sda/bers)

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