Schweiz
Gaddafi ruft zum «Heiligen Krieg» gegen die Schweiz auf
Der libysche Staatschef Muammar Gadaffi hat zum Dschihad («Heiliger Krieg») gegen die Schweiz aufgerufen. In einer Rede bezeichnete Gaddafi die Schweiz wegen des im November beschlossenen Minarett-Verbots als «ungläubig» und «abtrünnig».
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«Der Dschihad muss mit allen Mitteln gegen die Schweiz ausgerufen werden. Die Schweiz zerstört die Häuser Allahs», erklärte Gaddafi bei seiner Rede im libyschen Bengasi anlässlich eines Feiertags zu Ehren des Geburtstages von Mohammed.
Für den libyschen Staatsführer ist «der Dschihad gegen die Schweiz, gegen den Zionismus, gegen die ausländische Aggression (...) kein Terrorismus», heisst es.
«Ungläubige Rasse»
«Jeder Muslim auf der ganzen Welt, der mit der Schweiz verkehrt, ist ein Ungläubiger und gegen den Islam, gegen Mohammed, gegen Gott und gegen den Koran», sagte Gaddafi weiter.
«Boykottiert die Schweiz. Boykottiert ihre Waren, boykottiert ihre Flugzeuge, ihre Schiffe und ihre Botschaften. Boykottiert diese ungläubige und abtrünnige Rasse, welche die Häuser Allahs verletzen», fügte Gaddafi hinzu.

Das libysche Staatsfernsehen Al Manara zeigt Bilder von Gaddafis Rede.
Das Schweizer Stimmvolk hat am 29. November eine Volksinitiative für das Verbot von Minaretten im Land mit einer deutlichen Mehrheit von 57,5 Prozent angenommen.
Bedeutung des «Dschihad»
Der Begriff «Dschihad» bezeichnet im religiösen Sinne ein wichtiges Element der islamischen Religion. Übersetzt wird das Wort mit «Anstrengung, Kampf, Bemühung und Einsatz». Historisch steht der Begriff im Koran vor allem für einen militärischen Kampf. Aus dem Koran geht nicht hervor, ob es sich dabei um einen universellen Kampf gegen Andersgläubige handelt oder dieser nur defensive Ziele verfolgt. Nach klassischer Rechtslehre dient der Kampf der Erweiterung des Territoriums, bis der Islam die beherrschende Religion ist.
(afp/sda/godc)
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