Inhalt

Reckingen 1970: Als in der Nacht die Lawine kam

Mittwoch, 24. Februar 2010, 15:03 Uhr, Aktualisiert 25.02.2010, 12:24 Uhr

Heute vor 40 Jahren hat eine Lawine in Reckingen im Oberwallis 30 Menschen in den Tod gerissen. Bis heute hat noch nie eine andere einzelne Lawine in den Schweizer Alpen so viele Menschen getötet. «Schweiz aktuell» sprach mit einem Überlebenden.

Videoplayer
Der weisse Tod (Schweiz aktuell)

Über Wochen herrschte im Winter 1970 im Alpengebiet schlechtes Wetter mit Schneefall und starken Winden. Im Goms lagen Mitte Februar 1970 mehr als 140 Zentimeter Neuschnee. Doch im Dorf Reckingen fühlte sich dadurch niemand bedroht. Zu lange war es her, seit letztmals eine Lawine bis ins Dorf donnerte.

Bild Suchtrupps suchen Verschüttete.
Suche in Reckingen: Die grösste Lawinenrettungsaktion, die je in den Schweizer Alpen stattgefunden hatte. keystone

Lawine überraschte Menschen im Schlaf

Reckingen schlief, als am 24. Februar 1970, morgens um fünf Uhr, gewaltige Schneemassen Richtung Dorf stürzten. Ein riesiger Lawinenkegel bedeckte einen Teil des Dorfes, die Strasse und die Eisenbahnlinie. Mehrere Häuser wurden zerstört. Unter Schnee und Trümmern begraben lagen 48 Menschen.

Überlebender Eugen Walpen erinnert sich

Gegenüber «Schweiz aktuell» erinnert sich der Überlebende Eugen Walpen. «Ich hatte Angst und fror unter den Schneemassen. Ich lag zwei Stunden unter der Lawine, dann wurde ich gerettet.»

«Ich hatte Angst und fror unter den Schneemassen.»
Eugen Walpen, Überlebender

Insgesamt wurden achtzehn Vermisste gerettet, ein einjähriges Kind sogar unverletzt. Für dreissig Menschen, sechs Kinder, fünf Frauen und 19 Armeeangehörige, kam aber jede Hilfe zu spät. Trotz der grossangelegten Suchaktion dauerte es vier Tage, bis das letzte Opfer geborgen werden konnte.

Grosser Sachschaden

Der angerichtete Sachschaden belief sich auf mehr als elf Millionen Franken. Insgesamt wurden vier Wohnhäuser, zwei Ställe, eine Remise und fünf Militärgebäude vollständig zerstört.

(sf/widb)

Kommentare aktiv...

U. Roesli, Zuerich
(Traumtaenzer Mann)
Verfasst am: 25.2.2010 11:00

Ich muss sagen:

Ein sehr eindrücklicher Bericht. Und wie schnell... mehr

Zustimmen — 3 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 2 Leser sind anderer Meinung.

Heiklen Inhalt melden antworten

Dieser Artikel wurde archiviert. Die Kommentarmöglichkeit wurde deshalb deaktiviert. Vielen Dank für Ihr Interesse.