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«Milliarden für die Reichen, aber nichts für uns»

Mittwoch, 24. Februar 2010, 9:04 Uhr, Aktualisiert 16:32 Uhr

Tausende Griechen sind dem Aufruf der Gewerkschaften gefolgt und haben mit einem Generalstreik gegen die drastischen Sparpläne der sozialistischen Regierung das öffentliche Leben nahezu lahmgelegt. Mit Sprechchören machten im ganzen Land rund 30'000 Demonstranten ihrem Ärger Luft.

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Streik in Griechenland

An zwei Orten im Zentrum der Hauptstadt versammelten sich nach Einschätzungen der Polizei rund 15'000 Menschen. Viele trugen Transparente mit Aufschriften wie «Die Krise sollen diejenigen bezahlen, die das Geld haben und die grossen Immobilien besitzen - Es reicht!»

Streik in Griechenland

Zwischen gewaltbereiten Gruppen und der Bereitschaftspolizei, die sich zunächst im Hintergrund gehalten hatte, kam es zu Zusammenstössen. In der Nähe des Parlaments flogen Steine und mit roter Farbe gefüllte Plastikflaschen. Die Polizei setzte Tränengas ein und nahm mindestens zwei Personen fest.

Rund 7000 weitere Menschen demonstrierten im nordgriechischen Thessaloniki. Auch in anderen Grossstädten waren Demonstrationen angekündigt. Landesweit schätzten die Gewerkschaften die Zahl der Demonstranten auf etwa 30'000 - viel weniger als erwartet.

Nicht alle beteiligen sich an Streik

Bereits seit Mitternacht gab es wegen eines Ausstands der Fluglotsen keine Flüge von und nach Griechenland. Auch die Fähren zu den griechischen Inseln und die Eisenbahn werden bestreikt. In Athen fahren hingegen weiterhin Busse und Bahnen, um die Streikenden zu Kundgebungen ins Stadtzentrum zu bringen.

Angesichts des Generalstreiks haben Schulen, Behörden, Ministerien und Gerichte ihre Türen gar nicht geöffnet. Auch in Banken, Spitälern und staatlichen Unternehmen ist es zu Arbeitsniederlegungen gekommen. Medienbetriebe werden ebenfalls bestreikt: Im Radio und Fernsehen gibt es keine Nachrichten, am Donnerstag erscheinen deshalb keine Zeitungen.

Das Hotelpersonal ist dagegen nach Angaben von Athener Hoteliers fast ohne Ausnahmen am Arbeiten. Auch viele Volksschullehrer unterrichten trotz des Streiks ihre Klassen. Geschäfte und Supermärkte sind landesweit geöffnet.

Verständnis, aber kein Geld

Umfragen zeigten, dass trotz der Härte des Sparprogramms der Regierung rund 86 Prozent der Befragten der Ansicht sind, die Massnahmen seien unabwendbar.

Aufgerufen zu dem Streik hatten unter anderem der Gewerkschaftsbund GSEE mit einer Million Mitgliedern und der Beamtenbund Adedy mit 300'000 Mitgliedern. Beide Arbeitnehmervertretungen werden von sozialistischen Funktionären geführt.

Bild Eine Gruppe Demonstranten mit einem grossen Transparent.
Die Demonstranten fordern eine gerechte Verteilung der Lasten, die auf Griechenland zukommen. keystone

Der Streik richtet sich gegen die geplanten Sparmassnahmen der sozialistischen Regierung von Ministerpräsident Giorgos Papandreou. Sie will Leistungen für den öffentlichen Dienst kürzen, neue Steuern einführen und Einstellungsstopps verhängen, um die Haushaltskrise des Landes zu meistern. Papandreou hatte auf die Streikankündigung mit dem Hinweis reagiert, er habe zwar «Verständnis dafür», es gebe aber einfach «kein Geld».

«Das griechische Volk ist sich durchaus bewusst, dass die finanzielle Lage des Landes schrecklich ist», sagte der Vorsitzende des Gewerkschaftsverbands GSEE, Yiannis Panagopoulos. «Aber die Massnahmen sind nicht gerecht. Wir fordern eine gerechte Verteilung der Lasten, damit Gehaltsempfänger und Rentner nicht den Preis für eine Krise zahlen, für die sie nicht verantwortlich sind.»

Hoch verschuldetes Land

Griechenland hat Schulden in Höhe von fast 300 Milliarden Euro. Die EU-Kommission hat die griechischen Staatsfinanzen unter ihre ständige Aufsicht gestellt. Eine Erhöhung der Mehrwertsteuern in den kommenden Wochen gilt als sicher. Drastisch erhöht wurden bereits die Steuern auf Tabak, Spirituosen und Treibstoffe.

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Griechenlands Schulden bei ausländischen Banken (in Milliarden Dollar) Quelle: Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, Februar 2010

(sda/apn/stom)

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H. Gutser, Mindelheim
(gustav_de Mann)
Verfasst am: 25.2.2010 20:00

@Thessa Norman

Sie haben Ihr Anliegen jetzt mindestens 8 x... mehr

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T. Norman, BB
(tessa_norman Frau)
Verfasst am: 25.2.2010 18:01

Griechenland hätte die deutsche Ehrlichkeit verdient.

Seit Jahrzehnten verbindet Griechenland und... [1]  mehr

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T. Norman, BB
(tessa_norman Frau)
Verfasst am: 25.2.2010 15:31

Deutschland ist nicht Gläubiger sondern Schuldner!

Bevor Griechenland seine Schulden an Deutschland... [1]  mehr

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