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Erdbeben in Haiti

Über 1 Million Haitianer leben auf der Strasse

Samstag, 20. Februar 2010, 2:43 Uhr

Mehr als eine Million Haitianer leben nach Angaben der Regierung in Port-au-Prince gut einen Monat nach dem verheerenden Erdbeben noch auf der Strasse. Mindestens 250'000 Wohnhäuser und öffentliche Gebäude seien am 12. Januar zerstört worden, sagte Haitis UNO-Botschafter Leo Merores vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York.

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Die Überlebenden brauchten dringend Hilfe, zumal in spätestens zwei Monaten die Regenzeit beginne.

1,2 Millionen Menschen dringend zu versorgen

Einen Tag zuvor hatten die Vereinten Nationen für Haiti den grössten Spendenaufruf ihrer Geschichte gestartet. Generalsekretär Ban Ki Moon und sein Haiti-Sonderbeauftragter Bill Clinton forderten die Mitgliedsländer auf, im Laufe dieses Jahres 1,44 Milliarden Dollar (derzeit 1,05 Milliarden Euro) zur Verfügung zu stellen. Etwa 1,2 Millionen Menschen müssten über Monate mit Essen und Unterkünften versorgt werden.

Völlig überfüllte Unterkünfte

Nach Angaben von UNO-Nothilfekoordinator John Holmes sind Unterkünfte das drängendste Problem. «Viele sind in einem unzureichenden Zustand und die wenigen guten sind völlig überfüllt», sagte der Engländer. «Wir haben nicht genügend Unterkünfte und viele der vorhandenen können überflutet werden. Das ist jetzt noch ein überschaubares Problem, aber spätestens bis zur Regenzeit müssen wir es gelöst haben.»

Kaum flutsichere Plätze

Allerdings mangele es auch an guten Plätzen, wo Unterkünfte flutsicher gebaut werden könnten. Der UNO-Untergeneralsekretär für Friedensmissionen, Alain Le Roy, sagte, dass noch Polizisten gebraucht würden. «Wir haben 1500 zusätzliche Kräfte bekommen, aber da ist immer noch eine Lücke von ein paar hundert Mann.»

Polizei von Erdbeben betroffen

Ein Problem sei, dass auch die Polizei von dem Erdbeben betroffen sei. «Es gab zahlreiche Tote bei der haitianischen und auch bei der UNO-Polizei. Zudem wurde die Infrastruktur zerstört, Gebäude und Technik», sagte der Franzose. Mehrere Länder hätten Hilfe versprochen. Allerdings müssten die Polizisten für ihre Arbeit in Haiti französisch sprechen.

(agenturen/halp)

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