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Protestaktion nach massiven Stellenabbau bei Clariant

Dienstag, 16. Februar 2010, 7:18 Uhr, Aktualisiert 14:14 Uhr

Gewerkschaft Unia hat gegen den erneuten Stellenabbau beim Spezialchemie-Unternehmen Clariant protestiert. Gewerkschafter verteilten vor der Schweizer Börse Flugblätter. Zudem blockierten Linksaktivisten zeitweise den Zugang zum Gebäude. Clariant hatte zuvor einen Abbau um weitere 500 Stellen angekündigt, 400 davon in der Schweiz.

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Tiefrote Zahlen bei Clariant

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Vor der Schweizer Börse, in deren Räumen die Bilanzmedienkonferenz des Konzerns Clariant stattfinden soll, verteilten Gewerkschafter Flugblätter mit dem Titel «Widerstand gegen den Kahlschlag von Kottmann». Gemeint ist Clariant-Konzernchef Hariolf Kottmann.

Linke Aktivisten blockieren Zugang zu Börse

Noch radikaler gingen knapp 30 linke Aktivisten vor, die den Zugang zur Schweizer Börse bis 9.20 Uhr blockierten. Bei ihnen handelt es sich offenbar um Mitglieder des «Revolutionären Aufbaus Zürich». Vertreter der Gewerkschaft Unia erklärten vor Ort, sie hätten mit der Blockade des Gebäudes nichts zu tun. Die Unia wollte lediglich ihren Unmut über den erneuten Stellenabbau bei Clariant kundtun.

Bild Zettel mit Slogan gegen Kottmann am Eingang der Schweizer Börse in Zürich.
Aktivisten protestierten vor der Börse gegen Clariant-Konzernchef Kottmann. sf

Die Clariant-Angestellten reagierten ebenfalls erschüttert auf den neuerlichen Stellenabbau. In einer Mitteilung forderten sie das Management auf, «alles Erdenkliche zu tun», um Entlassungen zu vermeiden. Die Angestelltenvereinigung von Clariant (AVCS) sieht nach der neusten Abbau-Welle den Chemie-Standort Schweiz bedroht.

Stellenabbau wegen Standortverlagerungen

Vom geplanten Stellenabbau ist vor allem der Schweizer Hauptsitz in Muttenz betroffen. Wegen Produktionsverlagerungen nach Asien und Spanien gehen dort 400 Jobs verloren, wie Clariant mitteilte. Der Abbau soll bis 2013 vollzogen werden.

Unia-Vertreterin zu Stellenabbau

Die neuerliche Restrukturierung wird mit dem unsicheren Ausblick begründet. Schon im vergangenen Jahr fuhr das Unternehmen einen Verlust von 194 Millionen Franken ein. Das Unternehmen rechnet für 2010 mit Restrukturierungskosten in Höhe von 200 bis 300 Millionen Franken. Auf die Ausschüttung einer Dividende für das vergangene Geschäftsjahr soll - wie schon im Jahr davor - verzichtet werden.

Mit Stellenabbau in den Schlagzeilen

Der Umsatz fiel im vergangenen Jahr um 18 Prozent auf 6,61 Milliarden Franken. In Lokalwährungen belief sich das Minus auf 14 Prozent. Der Rückgang widerspiegle die schwere wirtschaftliche Krise des vergangenen Jahrs, schreibt Clariant. Der Konzern leidet unter der Rezession auf den wichtigsten Abnehmermärkten, insbesondere in der Textil- und Autobranche.

Interview mit Clariant-Konzernchef Kottmann

Bereits 2008 hatte Clariant einen Verlust von 37 Millionen Franken verbucht. Das Unternehmen sorgte immer wieder mit dem Abbau von Arbeitsplätzen für Schlagzeilen. Clariant hat weltweit bereits über 3200 Stellen gestrichen, davon rund 200 in der Schweiz. Betroffen waren in den ersten Abbaurunden vor allem Marketing und Verwaltung. Ende 2008 hatte der Konzern weltweit noch 20'102 Stellen gezählt, etwa 1400 in der Schweiz.

(sda/ddp/sprm/hues)

Kommentare aktiv...

J. Lorber, Zürich
(JeffLorber Mann)
Verfasst am: 17.2.2010 8:04

Der Arbeiter hat ausgedient

Er wird nur noch als Nummer eingesetzt oder... mehr

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N. Igwenya, Nelspruit
(I.Ndlovu Mann)
Verfasst am: 17.2.2010 7:41

Solange es keine Weltwaehrung gibt...

...ohne Wechselkursgeafelle, solange gibt es... mehr

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M. Mayer, Hürth
(mmayer Mann)
Verfasst am: 16.2.2010 14:03

Kämpft die UNIA eigentlich auch für Arbeitsplätze in der Bankenindustrie?

Davon hört man so wenig...?

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