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International

Mordserie in Deutschland: Tatwaffe kommt aus Solothurn

Von Mario Poletti
Freitag, 12. Februar 2010, 17:03 Uhr

Das deutsche Bundeskriminalamt hofft, dank einer Schweizer Spur endlich den «Döner-Killer» zu fassen. Der Unbekannte hat seit dem Jahr 2000 neun Menschen ermordet, meist türkische Kleinhändler. Die Fahnder sind laut «10vor10» überzeugt, dass die Tatwaffe, eine Ceska 83, aus dem Kanton Solothurn stammt. Die Schweizer Bundeskriminalpolizei unterstützt die Ermittlungen intensiv. Es ist eine Belohnung von 300'000 Euro ausgesetzt.

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Mysteriöse Mordserie

Der Mörder benutzt immer die gleiche Waffe: eine Ceska 83 mit Schalldämpfer, Kaliber 7,65 mm. Jetzt hat das Bundeskriminalamt BKA in Wiesbaden eine entscheidende Spur entdeckt, die zum Täter führen könnte.

Die Tatwaffe stammt nämlich aus einer speziell angefertigen 24-Stück-Serie, die 1993 vom tschechischen Herstellerwerk an einen Waffenhändler in den Kanton Solothurn geliefert wurde.

«Es handelt sich hier um ein ganz spezielles, eigenes Produktionsverfahren.»
Uwe Deetz, Ermittlungsleiter BKA

Das bestätigt Ermittlungsleiter Uwe Deetz vom BKA gegenüber «10vor10»: «Nachforschungen beim tschechischen Hersteller haben ergeben, dass diese Waffen speziell für diese Lieferung angefertigt worden sind. Es handelt sich hier also um ein ganz spezielles, eigenes Produktionsverfahren, und daraus resultiert auch diese ganz prägnante Spur.»

Fahndung nach Waffenverkäufern

Die 24 Schalldämpfer-Pistolen wurden 1993 vom Waffengeschäft Luxik im solothurnischen Derendingen importiert. Die Firma ist 2005 erloschen, aber der damalige Inhaber konnte aufgrund des Waffenhandelsbuchs die Namen der 24 Käufer bekannt geben. 16 Waffen konnten inzwischen in der Schweiz sichergestellt werden.

Nach den restlichen 8 Ceskas, bzw. deren Weiterverkäufern wird nun intensiv gefahndet, denn eine von diesen 8 Pistolen ist die Tatwaffe, sind die Ermittler überzeugt. Auf der Website vom Bundeskriminalamt werden die Seriennummern der Waffen aufgelistet.

Hausdurchsuchungen in der Schweiz

Auch die Schweizer Polizei arbeitet intensiv bei der Fahndung mit, es wurden auch schon Hausdurchsuchungen durchgeführt.

«Die Kantonspolizeien werden auf die Waffenhändler zugehen und noch einmal versuchen, die Waffen zu finden.»
Eva Zwahlen, Sprecherin Fedpol

Eva Zwahlen, Sprecherin beim Fedpol, sagt gegenüber «10vor10»: «Die Bundeskriminalpolizei ist auf die Kantone zugegangen, mit der Bitte, die acht Waffen zu suchen. Zu dem Zweck werden die Kantonspolizeien auf die Waffenhändler zugehen und noch einmal versuchen, die Waffen zu finden.»

Mehr dazu sehen Sie in der Sendung «10vor10» auf SF 1.