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Weiterer Imageschaden für japanische Industrie

Mittwoch, 10. Februar 2010, 17:18 Uhr

Nach Toyota ist erneut ein japanisches Unternehmen ins schiefe Licht geraten. Der Sitzhersteller Koito Industries Ltd hat zugegeben, Sicherheitsdaten für Flugzeugsitze vorsätzlich gefälscht zu haben. Betroffen sind 150'000 Sitze in rund 1000 Boeing- und Airbusflugzeugen von 32 Fluglinien weltweit.

Bild Zwei Flugzeugsitze des Unternehmens Koito Industries Ltd.
Offenbar nutzte Koito Industries Daten früherer Tests, um die Sicherheitsstandards zu bestehen. koito industries ltd

«Wir haben falsch gehandelt, weil wir befürchteten, dass unsere Lieferungen verzögert werden, wenn die Sicherheitstest keine eindeutigen Daten liefern,» sagte der Konzernchef, Takashi Kakegawa, vor Medien.

Koito gab zu, einige Sicherheitstests überhaupt nicht durchgeführt zu haben und Daten früherer Tests genutzt zu haben. Es wird weiter vermutet, dass es bereits seit Mitte der 90er-Jahre Versäumnisse bei den Messdaten gegeben hat. Die Probleme wurden bekannt, nachdem ein Informant diese vergangenes Jahr publik machte.

Verkehrsminister droht mit Strafe

Der japanische Verkehrsminister, Seiji Maehara, bezeichnete die Affäre als beschämend und forderte, dass das Unternehmen «streng bestraft» wird. Maehara verlangt nun von Koito, dass alle betroffenen Sitze neu getestet werden, damit sie den Qualitäts- und den erforderlichen Sicherheitsstandards genügen.

Obwohl die gefälschten Daten nach Angaben von Aufsichtsbehörden, Fluglinien und Flugzeugherstellern kein Sicherheitsproblem darstellen, wie die Website «dowjones.de» schreibt, wird die Affäre Auswirkungen auf den Flugbetrieb haben.

Verzögerungen zu befürchten

Bei den Lieferungen der Flugsitze kommt es nun wahrscheinlich zu Verzögerungen. Als wichtigster Fabrikant von Flugzeugstühlen in Japan beliefert Koito Industries vor allem All Nippon Airways (ANA), aber auch Air Canada, KLM, Scandinavian Airlines und Singapore Airlines.

Mit dem Eingeständnis von Koito nimmt das Image der japanischen Industrie erneut Schaden. Der Automobilhersteller Toyota, der 20 Prozent an Koitos Mutterkonzern hält, musste in den vergangenen Wochen mehrere Millionen Fahrzeuge wegen Problemen mit dem Gaspedal beziehungsweise den Bremsen zurückrufen.

(sf/afp/hues)

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