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Ukraine: Janukowitsch-Sieg definitiv
Mit seinem Sieg bei den Präsidentschaftswahlen in der Ukraine hat der pro-russische Oppositionsführer Viktor Janukowitsch das Ende der Orangen Revolution besiegelt. Janukowitsch schlug seine Rivalin Julia Timoschenko mit knapp drei Prozentpunkten Vorsprung.
Dem vorläufigen Endergebnis zufolge erhielt der 59-jährige NATO-Gegner bei der Stichwahl rund 48,8 Prozent der Stimmen. Janukowitschs pro-westliche Konkurrentin, Regierungschefin Julia Timoschenko, kam auf 45,6 Prozent
Bereits nach den ersten Prognosen am Sonntagabend hatte sich Janukowitsch zum Sieger erklärt. Die 49-jährige Timoschenko erkannte das Resultat dagegen vorerst nicht an und warf ihrem Rivalen Wahlfälschung vor. Sie schloss nicht aus, das Ergebnis anzufechten.
Die die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) lobte den Urnengang als «vorbildlich demokratisch». EU-Chefdiplomatin Catherine Ashton erklärte, die EU freue sich auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Präsidenten und wolle Reformen in dem Land unterstützen.
Kampf um Posten des Regierungschefs
Das knappe Ergebnis stärkt nach Ansicht von Beobachtern aber auch Timoschenkos Position als Regierungschefin. Sie hatte seit dem ersten Wahlgang vor drei Wochen rund 20 Prozentpunkte hinzugewonnen.
Janukowitsch hatte seine Rivalin nach der Wahl aufgefordert, ihr Amt niederzulegen. Er will den Bankier Sergej Tigipko in seine Führungsmannschaft einbinden. Es gilt aber als sicher, dass Timoschenko ihren Posten nicht kampflos räumen wird.
Annäherung an Russland
Unter dem neuen Präsidenten Janukowitsch dürfte sich das zuletzt zerrüttete Verhältnis zwischen der Ukraine und ihrem grossen Nachbarn Russland deutlich entspannen.
Der im russischsprachigen Osten des Landes verwurzelte Janukowitsch will Russisch zur zweiten Amtssprache machen und mit Moskau gegen mehr Geld über eine längere Stationierung der russischen Schwarzmeerflotte auf der ukrainischen Halbinsel Krim verhandeln. Seine Rivalin hatte zwar ebenfalls auf kritische Töne gegen Moskau verzichtet, jedoch stets für eine «europäische Ukraine» geworben.
Schwere Krise
Die Ex-Sowjetrepublik steckt in der schwersten innenpolitischen und wirtschaftlichen Krise seit dem Zerfall der Sowjetunion vor 20 Jahren. Janukowitsch gelang nach seiner Niederlage 2004 das Comeback gegen die pro-westlichen Kräfte der Orangen Revolution.
Damals hatte er nach einem Skandal um Wahlfälschung und Massenprotesten die Wiederholung der Abstimmung gegen Viktor Juschtschenko verloren. Der Amtsinhaber hatte im ersten Wahlgang Mitte Januar wegen gebrochener Reformversprechen und seiner anti-russischen Politik eine schwere Niederlage erlitten.
(agenturen/schuberca/gern/halp)



