Vermischtes
Mehlschwalbe zur Botschafterin der Vogelwelt gekürt
Die Mehlschwalbe ist Vogel des Jahres 2010. Der Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz sieht in der schwarz-weissen Schwalbe eine Botschafterin für mehr Biodiversität im Siedlungsraum.
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Der Vogel benötige offene Bodenstellen und ein grosses Insektenangebot, teilte der SVS weiter mit. Die schwarz-weisse Mehlschwalbe trifft Mitte bis Ende April aus Afrika in der Schweiz ein.
Einer Farbbesonderheit verdankt sie ihren Namen: Als einzige der Schwalben hat sie eine ganz weisse Körperunterseite.
Die Mehlschwalbe gilt als äusserst geschickte und wendige Flugjägerin und vertilgt Unmengen von Insekten. Ein einziges Mehlschwalbenpaar erbeutet bei der Aufzucht von vier Jungvögeln insgesamt rund 150'000 Insekten.
Modernes Bauen macht der Schwalbe Sorgen
Das Brüten am Haus fällt ihr jedoch immer schwerer. Moderne Glasfassaden und neue Verputze sind viel zu glatt, als dass die Lehmnester daran haften bleiben. Ursprünglich brütete diese Schwalbenart an Felswänden. Seit langem baut sie ihre Nester aber an Gebäuden und ist sehr ortstreu.
Ihr Nest besteht aus 700 bis 1500 Lehmkügelchen, welche die Mehlschwalbe mit ihrem Speichel einzeln zu einem Nest verklebt. Leider finde sie im Siedlungsraum kaum mehr offene, feuchte Bodenstellen, wo sie Lehm suchen könnte, teilte der SVS mit.
Mensch vernichtet Lebensraum
Ebenso fehlten die Insekten als Nahrung, da es kaum mehr Blumenwiesen und Kiesflächen mit Blumen gibt, wo sich Insekten aller Art entwickeln könnten. Immer wieder würden Schwalbennester aus Angst vor Fassadenverschmutzung entfernt.
Das Problem der Fassadenverschmutzung könne durch das Anbringen von Kotbrettern 60 bis 80 Zentimeter unterhalb der Nester gemindert werden, hält der SVS fest. Ist trotzdem zu wenig Nistmaterial vorhanden, könne der Mehlschwalbe auch mit künstlichen Nestern in Schwalbenhäusern geholfen werden. Letztere beherbergen ganze Kolonien mit rund 50 Nestern.
Meist brüten die Mehlschwalben zwei Mal und ziehen drei bis fünf Junge pro Brut auf. Ihr Ruf ist ein typisches, eher leises, schwatzendes Zwitschern. Als Langstreckenzieherin verlässt die Mehlschwalbe die Schweiz ab Mitte September bis etwa Mitte Oktober in Richtung Afrika, wo sie den Winter verbringt.
(ddp/schj)
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