Schweiz
Deutscher UBS-Kunde von Zürcher Steueramt pauschalbesteuert
Ein deutscher Millionär mit Wohnsitz am Tegernsee in Bayern hat gegenüber der «Rundschau» vor laufender Kamera ausgepackt, wie er dank der UBS in den Genuss einer Pauschalbesteuerung in der Schweiz gekommen ist - ohne in der Schweiz zu wohnen. Nicht nur die UBS, auch die Zürcher Steuerbehörden erscheinen nach den Recherchen der «Rundschau» in einem schiefen Licht.
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Zeit seines Lebens hat der deutsche Unternehmer S., der seinen Namen nicht veröffentlicht haben will, in Venezuela gelebt und gearbeitet. Vor rund vier Jahren kam S. dann nach Deutschland, um seine krebskranke Frau zu pflegen.
Er betraute die UBS mit der Verwaltung seines Millionenvermögens. Um den hohen deutschen Steuern zu entgehen, konzipierte die UBS für ihren reichen Kunden ein umfassendes Konzept, das auch eine Wohnsitznahme in Zürich vorsah.
«Die UBS hat mir vorgeschlagen, in Zürich eine Wohnung zu nehmen. Sie hat mir eine Wohnung gesucht, die Verträge gemacht, mir eine Aufenthaltsgenehmigung verschafft und die Pauschalsteuerregelung mit der Stadt Zürich vereinbart.Ich habe von 2006-2008 diese Steuern in Zürich bezahlt.» In Tat und Wahrheit wohnte S. während dieser ganzen Zeit nie in Zürich. Er habe nie die Absicht gehabt, in der Schweiz Wohnsitz zu nehmen, sagte der Unternehmer.
Ganzes Vermögen verloren
Doch statt dass sich sein Geld vermehrte, erlebte S. eine böse Überraschung. Im Zuge der Wirtschaftskrise verlor er innerhalb von vier Wochen sein gesamtes Vermögen und steht heute mit Schulden da.
«Ich erfuhr, dass ich innerhalb von vier Wochen anstatt 70 Millionen Franken Vermögen 9 Millionen Franken Schulden hatte», erzählte S. in der «Rundschau». In der Folge beauftragte er Anwälte, um der Sache nachzugehen. Jetzt will S. gegen die UBS Klage einreichen. Ihm drohen vom deutschen Staat Nachsteuern im zweistelligen Millionenbereich.
Auch Steuerbehörden in schiefem Licht
Der Fall des deutschen Millionärs S. wirft auch ein schiefes Licht auf die Zürcher Steuerbehörde. Diese verliess sich bei der Überprüfung von S. offenbar einzig auf die Angaben der UBS, welche die angebliche Wohnsitznahme des Deutschen in Zürich organisiert hatte.
Adrian Hug, Chef des kantonalen Steueramtes Zürich, kennt den konkreten Fall nicht, bestätigt aber diese allgemeine Praxis. «Es ist sicher nicht unüblich, dass dies so läuft», sagt Hug gegenüber der Rundschau. «Nur bei Hinweisen, dass etwas nicht stimmt, würden wir weitere Nachforschungen machen.»
Mit dem konstruierten Wohnsitz in Zürich war S. ab sofort in der Schweiz steuerpflichtig. Den Antrag auf Pauschalbesteuerung hatte nicht S. selber verfasst, sondern sein UBS-Kundenberater.
Bank übernimmt Antrag auf Pauschalbesteuerung
Im September 2006 schrieb dieser an die Zürcher Steuerbehörde: «(Herr S.) ist heute Rentner und nicht mehr erwerbstätig, Nach einem erfolgreichen Geschäftsleben möchte der Gesuchsteller mit 71 Jahren seinen Lebensabend in der Schweiz geniessen». In der Folge gab das kantonale Steueramt dem Antrag der UBS auf Pauschalbesteuerung ihres Kunden S. statt.
Interne Untersuchung bei der UBS
Gegenüber der «Rundschau» nimmt die UBS wie folgt Stellung: «Die damals vom Kunden erhobene Forderung zum Ausgleich seiner Anlageverluste weist UBS Deutschland AG zurück.
Zu den neu erhobenen Vorwürfen bezüglich Steuerfragen und Wohnsitz hat UBS eine interne Untersuchung eingeleitet, um die damaligen Ereignisse zu überprüfen. Sollten sich diese Vorwürfe erhärten, wird die heutige Führung von UBS entsprechende Massnahmen ergreifen.»
(sf/godc)
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I. Snowman, Zurich
)
(snowman
Verfasst am: 7.2.2010 9:14
...
... wo wird eigentlich der Datendieb die Steuern... [1] mehr
Zustimmen — 12 Leser sind auch dieser Meinung.
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B. Bütler, Luzern
)
(Leodegar
Verfasst am: 7.2.2010 8:52
UBS - eine Abzockerbande ?
In der Handelszeitung Nr. 5 vom 3.2.2010 steht... mehr
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K. Berger, Davos Wolfgang
)
(kabeda
Verfasst am: 7.2.2010 2:27
Lauter Rätsel...
Wie man in EINEM Leben 70 Mio verdienen kann...... mehr
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