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Erdbeben in Haiti

Illegale Adoption: Verdächtige vielleicht vor US-Gericht

Dienstag, 2. Februar 2010, 3:12 Uhr, Aktualisiert 11:59 Uhr

Die zehn Amerikaner, die nach dem Erdbeben in Haiti unter dem Verdacht der illegalen Kindervermittlung festgenommen wurden, könnten möglicherweise in den USA vor Gericht gestellt werden.

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Der haitianische Ministerpräsident Max Bellerive sagte, seine Regierung sei dieser Idee gegenüber offen, da die meisten Gebäude in seinem Land, darunter alle Gerichtsgebäude, bei dem Beben beschädigt worden seien.

Es sei jetzt klar, dass die Amerikaner die Kinder ohne die erforderlichen Papiere ausser Landes bringen wollten. Einige der Kinder hätten noch lebende Eltern. «Und es ist auch klar, dass sie (die Amerikaner) wussten, dass das, was sie taten, falsch ist», sagte er weiter.

Die US-Botschaft wollte zunächst nicht sagen, ob Washington im Fall der festgenommenen Amerikaner zu einem Prozess in den USA bereit ist.

Beschuldigte wiesen Vorwürfe zurück

Die haitianische Polizei hatte in der vergangenen Woche zehn US-Bürger festgenommen, die 33 Kinder ausser Landes bringen wollten. Es bestehe der Verdacht, dass die Kinder illegal an Adoptiveltern vermittelt werden sollten, eand gebracht werden.rklärte der haitianische Sozialminister.

Die Beschuldigten wiesen die Vorwürfe zurück und erklärten, sie wollten für die Kinder ein Waisenhaus in der an Haiti angrenzenden Dominikanischen Republik errichten.

Kinder in SOS-Kinderdorf untergebracht

Die haitianische Regierung hat alle Adoptionen gestoppt, die nicht schon vor dem Beben am 12. Januar eingeleitet waren. Zu gross ist die Befürchtung, dass verwaiste oder von ihren Familien getrennte Kinder jetzt mehr denn je in Gefahr sind, verschleppt und verkauft zu werden. Ohne Papiere und ohne jegliche Versuche, die Familie ausfindig zu machen, könnten sie für immer von Angehörigen getrennt werden, die willens und in der Lage wären, für sie zu sorgen.

Die 33 Jungen und Mädchen sind vorerst in einem SOS-Kinderdorf untergebracht. Nach Angaben des Heims haben zumindest einige von ihnen noch Eltern. Diesen sei offenbar gesagt worden, die Kinder gingen auf einen längeren Ferienaufenthalt, um aus dem Elend herauszukommen.

(dapd/weis)

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