Erdbeben in Haiti
Haiti: Zahl der Waisen auf 1 Million verdoppelt
In Haiti steigen die Gefahren für Waisen und Kinder ohne Begleitung Erwachsener. Vier Experten der UNO haben in Genf vor den Risiken für die Minderjährigen gewarnt: Die Kinder könnten entführt, verkauft oder als Sklaven missbraucht werden. Gleichzeitig wurde bekannt, dass sich die Zahl der Voll- und Halbwaisen in dem Erdbebengebiet auf rund eine Million verdoppelt hat.
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«Der Schutz für die Kinder muss ein Hauptziel der Wiederaufbau-Arbeiten in Haiti sein», forderten die vier UNO-Delegierten vor den Medien.
Strassengangs bedrohen Kinder
Besonders Strassengangs und andere Kriminelle, die aus zerstörten Gefängnissen fliehen konnten, bedrohten die Kinder. Die Kinder ohne Begleitung Erwachsener müssten registriert und wenn möglich, mit Familienmitgliedern vereint werden, hiess es weiter.
Besonders schwierig sei die Lage für die «Restavek»-Kinder. Das Wort kommt aus dem Französischen «reste avec» und bezeichnet Kinder armer Eltern, die nach der Geburt an reichere Familien gegeben wurden, damit die Kleinen ernährt und erzogen werden können.
Zahl der Waisen verdoppelt
Nach dem Erdbeben drohe den «Restaveks», die bereits vor dem Erdbeben oft als Haushaltshilfen missbraucht worden waren, ein Leben als Sklaven, warnten die UNO-Experten.
Gemäss Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) lebten vor der Katastrophe 300'000 «Restaveks» in Haiti.
Die Zahl der verwaisten Kinder in Haiti hat sich mehr als verdoppelt und erreichte nach jüngsten Schätzungen rund eine Million. Das geht aus einer aktuellen Übersicht der EU-Kommission hervor. Dies umfasse Voll- und Halbwaisen, aber auch Kinder, die durch die Katastrophe von ihren Eltern getrennt wurden.
UNICEF startet Impfkampagne
Für die Gesundheit der haitianischen Kinder setzt sich das Kinderhilfswerk UNICEF ein: Heute Dienstag begann im Erdbebengebiet eine grosse Impfkampagne. Mit Unterstützung der Weltgesundheitsorganisation WHO und lokaler Behörden werden rund 700'000 Kinder gegen Krankheiten wie Masern, Diphtherie und Tetanus geimpft.
Für Kleinkinder unter fünf Jahren, die oft unterernährt seien, stellten solche Krankheiten eine tödliche Gefahr dar, teilte UNICEF mit.
Angriff gegen UNO-Konvoi
In Haiti ist nach Angaben der Vereinten Nationen derweil ein Hilfskonvoi mit Lebensmitteln von Bewaffneten angegriffen worden. UNO-Blauhelmsoldaten hätten die Angreifer aber durch Warnschüsse vertreiben können, teilte UNO-Sprecherin Elisabeth Byrs in Genf mit.
Bei dem Angriff am Samstag nahe dem Flughafen von Jeremie im Südwesten Haitis sei niemand verletzt worden. Er zeige aber, wie angespannt die Sicherheitslage sei. Die haitianische Polizei hat inzwischen ihre Patrouillen verstärkt und wird dabei von UNO-Polizisten unterstützt.
(agenturen/halp)
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A. Lund
Verfasst am: 2.2.2010 20:43
Die Weltbank Paul Wolfowitz
Robert B. Zoellick haben aus Haiti viele... mehr
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