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Datenklau soll sich für Regierungen nicht lohnen

Montag, 1. Februar 2010, 16:51 Uhr, Aktualisiert 02.02.2010, 0:34 Uhr

Auch nach dem neusten Fall von Datenklau will Finanzminister Hans-Rudolf Merz keinen zusätzlichen Passus in die neuen Doppelbesteuerungsabkommen einfügen. Dass auf Grund gestohlener Daten keine Amtshilfe möglich ist, soll aber in einem eigenen Gesetz festgehalten werden. Die Bankiervereinigung erwartet von der deutschen Regierung, dass sie «die gestohlenen Daten nicht kauft».

Bild Eine Person öffnet ein Bankschliessfach.
Bundesrat Merz will per Gesetz verhindern, dass die Schweiz Ländern Amtshilfe leistet, wenn sich diese selber an Bankdaten bedient haben. colourbox

Das Eidgenössische Finanzdepartement habe sich für diesen Weg entschieden, sagte ein Sprecher. Die Frage, ob bei gestohlenen Daten Amtshilfe gewährt werde, sei nicht verhandelbar. Eine Verordnung, die später in ein Gesetz umgewandelt werden soll, sei bis Ende April in der Vernehmlassung.

Rechtslage «hieb- und stichfest» machen

Die SVP verlangte indes, dass alle nach OECD-Standard verhandelten Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) mit einem Passus versehen werden, in dem sich die Vertragsstaaten verpflichten, keine widerrechtlich beschafften Daten zu verwenden. Auch die FDP forderte, dass DBA «zukünftig Hehlerei mit gestohlenen Bankdaten klar ausschliessen müssen».

Der Sprecher des Finanzdepartementes versicherte, dass schon nach heutigem Recht bei gestohlenen Kundendaten die Amtshilfe verweigert werden könne. Mit einem eigenen Gesetz werde die Rechtslage aber «hieb- und stichfest».

Bankiervereinigung wirft Deutschland Hehlerei vor

Thomas Sutter, Sprecher der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg), bezeichnet den Kauf der gestohlenen Bankdaten gegenüber der «Tagesschau» als Hehlerei. Die SBVg erwartet von der deutschen Regierung, dass sie die Daten nicht verwendet.

Interview mit Thomas Sutter, Sprecher Bankiervereinigung

Stattdessen sollen die Daten der bestohlenen Bank zurückgegeben und gegen den Dieb strafrechtlich vorgegangen werden. Da die Schweiz die OECD-Standards übernommen habe und es Verhandlungen über Anpassungen des Doppelbesteuerungsabkommens gebe, bestehe keine Veranlassung, auf illegale Weise Daten zu beschaffen.

Die SBVg hält zudem fest, dass ein Kauf der gestohlenen Daten für die weiteren Verhandlungen zwischen der Schweiz und Deutschland über das Doppelbesteuerungsabkommen kontraproduktiv sein könnte. Der Bundesrat müsse daher diesbezüglich gegenüber dem nördlichen Nachbarland eine unmissverständliche Position einnehmen.

Einschätzungen von Stefan Reinhart, SF-Korrespondent, Berlin und Hanspeter Trütsch, SF-Bundeshausredaktor, Bern.

Auch Parteien kritisieren Deutschland

FDP, SVP und auch die SP kritisierten Deutschland scharf für den geplanten Kauf von gestohlenen Bankkundendaten. «Gewisse Staaten kennen offenbar keine rechtsstaatlichen Grenzen mehr», schrieb die FDP. Es sei bedenklich, wenn sich ein Rechtsstaat auf solche Abwege der «Hehlerei» begebe.

Die SVP forderte den Bundesrat auf, allenfalls die laufenden Verhandlungen zu einem neuen DBA abzubrechen und weitere Massnahmen zu prüfen.

Für die SP zeigt die Affäre, «in welch unmöglicher Situation sich die Schweiz mit ihrer Differenzierung zwischen Steuerhinterziehung und Steuerbetrug heute befindet». Die Schweiz brauche endlich eine deutliche Absage an Steuerhinterzieher.

(sda/widb/bers)

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D. Vogt, Balzers

Verfasst am: 6.2.2010 12:25

Die Kirche im Dorf lassen!

Weder die Konten, Stiftungen oder das anlegen von... mehr

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I. Haller, Markdorf

Verfasst am: 3.2.2010 10:58

Unrechtsstaat Deutschland

Als in der Schweiz arbeitender Deutscher kann ich... mehr

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S. Lamprecht, Eglisau

Verfasst am: 2.2.2010 19:30

mir hat es zuviele..

Mir hat es definitif zuviele Deutsche in diesem... [2]  mehr

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