Wirtschaft
Toyota ruft in Europa rund 1,8 Mio. Autos zurück
Bis zu 1,8 Millionen Fahrzeuge der Marke Toyota müssten laut dem Unternehmen wegen defekten Gaspedalen in die Werkstätten. Von der Aktion sind betroffen: Das Modell Yaris, Corolla, der Sportgeländewagen RAV4, die Minis Aygo und iQ, dAuris und Verso und Avensis. Die Autos der Luxusmarke Lexus sind alle in Ordnung.
- 03.02.10: Pleiten, Pech und Pannen bei Toyota
- 16.02.10: USA: Toyota tritt aufs Gaspedal
- 18.04.10: Kein Ende der Pannenserie bei Toyota
- 28.01.10: Verklemmte Gaspedale: Toyota ruft in Europa Autos zurück
- 26.11.09: 3,8 Millionen Gaspedale sind zu lang
- 30.09.09: Gaspedale klemmen: Toyota vor Rückrufaktion
- 06.02.09: Toyota härter getroffen als erwartet
Artikel bewerten
Artikel teilen
Auch in der Schweiz wurde eine Rückrufaktion gestartet. Über den Umfang und die betroffenen Modelle wurden laut Informationen der «Tagesschau» keine Angaben gemacht.
Toyota liess offen, in wie vielen Autos der Fehler tatsächlich aufgetreten ist. «Nur unter sehr seltenen Umständen», könne das Problem auftreten, sagte Europachef Tadashi Arashima. Die weltweite Pannenserie könnte Toyota 150 Millionen Euro oder mehr allein für Ersatzteile kosten. Experten nannten einen Preis von umgerechnet ca. 21 Euro pro Stück für die Pedale. Insgesamt betreffen die Rückrufe bisher rund 6,8 Millionen Autos.
Die Kosten könnten aber noch weiter explodieren, weil die Arbeitskosten nicht eingerechnet sind und das verlorene Kundenvertrauen nicht erfasst werden kann. Toyota erklärte unterdessen in einer E-Mail an die US-Beschäftigten, eine Lösung für das Problem sei inzwischen gefunden worden.
Japans Regierung besorgt
Die Grössenordnung der Probleme macht jetzt auch der Politik Sorgen: Die japanische Regierung rief Toyota auf, das angeschlagene Vertrauen der Käufer zurückzugewinnen. «Der Umfang der Rückrufe ist riesig. Die Situation ist ernst», sagte Handelsminister Masayuki Naoshima in Tokio.
In den USA will sich das Repräsentantenhaus am 25. Februar mit den Vorwürfen beschäftigen, das schadhafte Gaspedal habe zu Unfällen geführt. Hersteller der Problem-Pedale ist der Zulieferer CTS im US-Staat Indiana.
Toyota hat wegen möglicher Probleme mit Gaspedalen und Fussmatten bereits 7,65 Millionen Fahrzeuge in den USA und 75'500 in China in die Werkstätten zurückgerufen. Dabei sind einige Autos von beiden Problemen betroffen, so dass es sich nur in den USA um rund 5 Millionen Fahrzeuge handelt.
75 besorgte Anrufer pro Stunde
Die Toyota-Fahrer in Deutschland reagieren besorgt auf die Pannenserie: «Jede Stunde rufen etwa 75 Kunden an», sagte ein Sprecher. Die Pannenserie wird Toyota nach Ansicht von Branchenexperten erhebliche Marktanteile kosten. Es wird erwartet, dass der Anteil des weltweit grössten Autoherstellers bei den Verkäufen in den USA auf den niedrigsten Stand seit 2006 fällt.
Der Auto-Analystendienst Edmunds.com erklärte, Toyota werde im Januar nur noch 126'000 Autos in den USA absetzen, knapp die Hälfte des Dezember-Wertes. Der Branchendienst geht davon aus, dass Toyotas Marktanteil im Januar wahrscheinlich auf 14,7 Prozent sinken wird, den niedrigsten Stand seit März 2006.
Möglicherweise 18 Tote
Die Konkurrenten Ford und GM greifen Toyota in der Schwächephase an: Beide bieten Toyota-Fahrern 1000 US-Dollar, wenn sie jetzt zu Ford oder General Motors wechseln. Die Toyota-Aktie ist den sechsten Tag in Folge an der Börse gefallen und hat seit Beginn der Krise 10 Prozent an Wert verloren.
Völlig unklar ist, wie oft das Klemmpedal tatsächlich aufgetreten ist. Der verantwortliche Zulieferer CTS aus den USA spricht von weniger als 12 Fällen. Die Verbraucherorganisation Safety Research and Strategies dagegen will 2274 Fälle von unbeabsichtigter Beschleunigung bei Toyota-Autos gezählt haben. Bei 275 Unfällen soll es 18 Tote gegeben haben.
Selbsttest: Das Pedal mit der Hand niederdrücken
Wie Toyota schon früher mitteilte, könnte es bei einigen der elektronischen Gaspedale zu Verschleisserscheinung kommen. Das führt dazu, dass die Reibung im Mechanismus steigt, was zu Schwergängigkeit oder seltener zum Festklemmen der Pedale führen könnte.
Besorgte Toyota-Fahrer könnten versuchsweise das Pedal mit der Hand durchdrücken. Falls sie dabei ein Ruckeln spüren oder ein langsames Zurückkommen, sollten sie in die Werkstatt fahren.
(apn/gmue/bers)
Meldungen im Tagesverlauf
- Zorn über Wahlausgang auf Ägyptens Strassen
- Brandkatastrophe in Katar: Mindestens 19 Tote
- Shaqiri erneut «Spieler des Jahres»
- Elvis-Grabstätte kommt unter den Hammer
- Ungefährdeter Sieg für die Ukraine
- Saudi-Arabien: «Schlampe» wegen lackierter Fingernägel
- Fukushima-Strahlung in Thunfischen vor USA
- SP könnte Steuerabkommen kippen
- Golden Gate Bridge im Lichterregen
- Annan ist schockiert über Massaker in Syrien
- Bankia stürzt ab – Madrilenische Börse ebenfalls
- Wacker Thun verpasst Titel knapp
- 18 Milliarden Euro Hilfen für griechische Banken
- Sion verbleibt in der Super League
- Zwei Tote bei Absturz von Schweizer Flugzeug in Deutschland
- «Solar Impulse» bleibt vorläufig in Madrid


Saudi-Arabien: «Schlampe» wegen lackierter Fingernägel
Auch die Migros will Nespresso Konkurrenz machen
Fukushima-Strahlung in Thunfischen vor USA
Zwei Tote bei Absturz von Schweizer Flugzeug in Deutschland
Zorn über Wahlausgang auf Ägyptens Strassen
Brandkatastrophe in Katar: Mindestens 19 Tote
Elvis-Grabstätte kommt unter den Hammer
EU-Sondergipfel im Zeichen des Wachstums
Levrat lehnt Steuerabkommen ab
Facebook-Foto verleitet Räuber zu Überfall
Bankia und Katalonien am Bettelstab
Steinbrück: Abkommen mit der Schweiz begünstigt Steuerbetrüger
Jetzt sorgen Militärvelos für rote Köpfe
Jeder zehnte Velofahrer ab 1. Juni nicht versichert
Ägypten: «Der schlimmste denkbare Albtraum ist eingetroffen»













J. Capeider, Chur
Verfasst am: 29.1.2010 12:56
Und täglich klemmt das Gaspdal ...
Mein Gott, man sollte meinen, dass solch ein... mehr
Zustimmen — 13 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 6 Leser sind anderer Meinung.
Heiklen Inhalt melden antworten
Heiklen Inhalt melden antworten