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WEF Davos 2010

Ringier-CEO: «Im Internet findet kein Journalismus statt»

Freitag, 29. Januar 2010, 11:58 Uhr, Aktualisiert 16:48 Uhr

Christian Unger, CEO des Medienkonzerns Ringier (u.a. Blick, Blick am Abend), spricht im Interview mit SF am WEF über die Krise in der Medienbranche. Er ist der Meinung, dass junge Leute aufgrund der starken Internetnutzung keinen qualitativ hochwertigen Journalismus kennen. «Die Qualität wird aber bald entdeckt», ist Unger überzeugt.

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Christian Unger, der CEO von Ringier, glaubt an die Zukunft des Journalismus.

Die Medienbranche befindet sich in einer konjunkturellen und strukturellen Krise. Schweizer Zeitungen büssten im vergangenen Jahr 25 Prozent an Anzeigeerlösen ein. Die Auflagen der Zeitungen sanken seit 2004 um über 10 Prozent.

«Auch wir von Ringier mussten in allen unseren Märkten einen Rückgang erleben, vor allem im Anzeigevolumen», sagt Unger. «Wir erleben momentan einen strukturellen Wandel hin zu mobilen Internetdiensten, diesen Wandel müssen wir proaktiv managen.»

Schweiz als Sonderfall in der Medienlandschaft

Laut Unger ist die Schweiz mit seinem hartumkämpften Gratiszeitungsmarkt im internationalen Vergleich ein Sonderfall. Trotzdem spiele für Ringier die bezahlte Zeitung noch immer in allen Märkten die wichtigste Rolle. «Für hochqualitative Inhalte wird immer bezahlt werden», ist Unger überzeugt.

Im Internet findet noch immer kein Journalismus statt, wie Unger weiter ausführt. Deshalb hätten die jungen Leute noch keinen qualitativ hochwertigen Journalismus kennengelernt. «Er wird aber bald durch mobile Geräte mit Bezahlfunktion entdeckt», so Unger optimistisch. Ab dann werde es auch Journalismus im Internet geben.

Unger ist überzeugt, dass die gedruckte Zeitung in der Schweiz längerfristig überleben wird. «Aber der weltweite Trend geht in Richtung elektronische Geräte», sagt Unger. In Zukunft werde sich ein einziger Journalismus sowohl für Print-, als auch für Onlineprodukte herauskristallisieren. Eine Trennung wie heute werde es nicht mehr geben.

Zukunft des Journalismus

Trotz zahlreicher Entlassungen in der Medienbranche in den vergangenen Monaten glaubt Unger an eine Zukunft für Journalisten. «Zweidrittel der Menschheit leben zurzeit noch unter Regimen mit stark eingeschränkter Pressefreiheit.» Nach dem Fall solcher Regime werde es im Journalismus einen Boom geben.

(sf/widb)

Kommentare aktiv...

R. Blaser, Aeschi

Verfasst am: 29.1.2010 16:15

Dumme Leser

Leser sollten vielleicht eher nicht für dumm... mehr

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M. Wurmdichnicht, Schneck und Wurm

Verfasst am: 29.1.2010 15:59

Qulitätsjournalismus.

Also, die Weltwoche ist jedenfalls online. Dort... mehr

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J. Sieber, Basel

Verfasst am: 29.1.2010 13:50

Und die Erde ist eine Scheibe

Wenn ich auf sf.tv lese, dass der Ringier-CEO... mehr

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