WEF Davos 2010
EZB-Präsident Trichet: «Wir standen nahe an einem Kollaps»
Nach der schlimmen Finanz- und Wirtschaftskrise sind sich Banker, Politiker und Zentralbanker am WEF einig, dass eine umfassende internationale Regulierung des Finanzsektors nötig ist. «Wir haben ein globales Problem», sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet.
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Ein einzelnes Ereignis in den USA könne sofort einen dramatischen Einfluss auf Entscheidungen in der Finanzbranche auf der ganzen Welt haben, sagte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) in Davos. Als im September 2008 die US-Investmentbank Lehman Brothers zusammenbrach, hatte dies innert Kürze einen steilen Absturz der Finanzmärkte rund um den Globus zur Folge.
Gegenwärtig werde immer noch unterschätzt, wie nahe ein Kollaps des Finanzsystems gewesen sei, sagte Trichet. Wenn Regierungen und Zentralbanken nicht eingeschritten wären, um eine Katastrophe zu vermeiden, wäre die Welt in eine voll ausgebildete Depression abgerutscht.
Deshalb brauche es nun internationale Lösungen für eine Verbesserung des globalen Finanzsystems, sagte Trichet: «Wenn wir nur lokale, regionale, nationale oder kontinentale Lösungen finden, ist das das Rezept für eine neue Katastrophe», sagte der EZB-Präsident.
Ins selbe Horn stiessen der Chef der russischen VTB-Bank, Andrei Kostin, der Chef der britischen Standard Chartered Bank, Peter Sands, und McKinsey-Direktor Dominic Barton.
Es gebe keinen Weg zurück zum Zustand vor der Krise, sagte Sands. Dazu hätten sich in den letzten 18 Monaten die Beziehungen zwischen Banken und Gesellschaft zu stark geändert.
«Vor der Krise haben die grössten Banken behauptet, dass Selbstregulierung die beste ist und die Grossbanken sich selber überwachen könnten», sagte Kostin. Diese Meinung sei jetzt endgültig Geschichte.
«Wir müssen alles am System verbessern», sagte Trichet. Dies betreffe etwa neben dem Risikomanagement und dem Verhalten der Banken auch die Ratingagenturen oder Rechnungslegungsvorschriften.
Der britische Oppositionsführer und Chef der konservativen Partei, David Cameron, zeigte Unterstützung für die Vorschläge von US-Präsident Barack Obama, der die Banken härter an die Kandare nehmen will: Hochrisikogeschäfte wie beispielsweise der Eigenhandel der Banken sollten nicht durch Spargelder gedeckt werden dürfen.
John Evans vom Gewerkschaftsberatungskomitee der OECD forderte einen Einbezug aller interessierten Anspruchsgruppen bei der Neugestaltung der Regulierung des Finanzsystems. Denn die Menschen ausserhalb der Finanzbranche sagten, dass dieselben Leute, die uns in die Krise geritten hätten, jetzt an die Erneuerung des Finanzsystems gestalteten, um künftig Krisen zu verhindern.
Cameron warnte die Politiker davor, jetzt wo die Krise nachlasse, den Abbau der gewaltigen Staatsschulden auf die lange Bank zu schieben: Es sei falsch, dass die Länder die Wahl hätten zwischen dem Abbau der Schulden und der Schaffung von Arbeitsplätzen. Das Beispiel Griechenlands zeige, wohin das führen könne. Sonst könnte die Schuldenkrise die Finanzkrise ersetzen.
(sda/stom)
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S. Thaksin, Bangkok
Verfasst am: 30.1.2010 12:32
schlimm?
ich glaube kaum, dass es sooo schlimm ist -... mehr
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