WEF Davos 2010
WEF-Gesprächsmarathon für Doris Leuthard
Bundespräsidentin Doris Leuthard hat sich am Rande des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos mit dem kanadischen Premierminister Stephen Harper und dem südkoreanischen Präsidenten Lee Myung-Bak getroffen. Die beiden Länder übernehmen in diesem Jahr den Vorsitz der G20-Gruppe.
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Leuthard habe ihnen bei den Treffen die Position und die Erwartungen der Schweiz bezüglich der Gruppe der führenden 20 Industrie- und Schwellenländer erläutert, sagte Christophe Hans, Sprecher des Eidg. Volkswirtschaftsdepartements (EVD).
Leuthard habe Harper und Lee daran erinnert, dass die Schweiz der G20-Gruppe nicht beitreten wolle. Sie habe erneut den Wunsch der Schweiz geäussert, für das G20-Treffen in einer Untergruppe mitzuwirken - insbesondere in Finanzmarktfragen. Die Schweiz gehöre zu den zehn grössten Investoren im Ausland.
Der Präsident Südkoreas habe die Bedeutung der Schweiz anerkannt, sagte Hans. Er habe Leuthard zugesichert, das Möglichste zu tun, um ihrem Wunsch nachzukommen.
Kanada organisiert den nächsten G20-Gipfel Ende Juni in Toronto. Südkorea übernimmt den Vorsitz im November.
UBS-Daten kein Thema
Mit Harper sprach Leuthard zudem über die französische Sprachgemeinschaft. Die Schweiz organisiert den nächsten Frankophoniegipfel im Oktober 2010 in Montreux und interessiert sich für die diesbezügliche Erfahrung Kanadas. Das Land hatte den Gipfel vor zwei Jahren in Québec organisiert.
Über das neue Doppelbesteuerungsabkommen mit Kanada sei nicht gesprochen worden. Verhandlungen dazu sind Anfang Februar in Bern geplant. Auch die UBS-Kundendaten, die Kanada von der Grossbank seit mehreren Monaten verlangt, seien kein Thema gewesen, sagte Hans.
Fussballweltmeisterschaft
Die Bundespräsidentin traf sich auch mit dem südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma. Dieser habe mit Leuthard über seine wirtschaftlichen Erwartungen bezüglich der Fussballweltmeisterschaft diesen Sommer gesprochen.
Schliesslich traf sich Leuthard während ihres Gesprächsmarathons mit dem kolumbianischen Präsidenten Alvaro Uribe, dem vietnamesischem Premierminister Nguyen Tan Dung, dem polnischen Präsidenten Lech Kaczynski, dem Präsidenten aus Aserbaidschan, Ilham Heydar Oglu Aliyev, sowie dem jordanischen König Abdullah II Ibn Al Hussein.
Für Freitag sind Gespräche mit Deutschlands Wirtschaftsminister Rainer Brüderle und dem mexikanischen Präsident Felipe Calderón geplant.
Auch Aussenministerin Micheline Calmy-Rey wird am WEF voraussichtlich von einem Treffen zum anderen eilen: Für Freitag sind unter anderen Gespräche mit ihren deutschen und iranischen Amtskollegen - Guido Westerwelle und Manouchehr Mottaki - geplant.
Auch ein Treffen mit dem Generalsekretär der Arabischen Liga, Amre Moussa, stehe auf dem Programm, sagte ein Sprecher des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA).
(sda/hues)
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