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WEF Davos 2010

Schmähpreis für Roche und Royal Bank of Canada

Mittwoch, 27. Januar 2010, 16:10 Uhr

Der Basler Pharmakonzern Roche und die nichtstaatliche Royal Bank of Canada haben am Rande des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos die diesjährigen «Public Eye Awards» erhalten.

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Bild Aufname der «Pokale vom letzten Jahr. Der Pokal stellt ein Auge dar.
Mit den «Public Eye Awards» werden Konzerne ausgezeichnet, die sich laut den Initianten besonders verantwortungslos gegenüber Mensch und Umwelt verhalten. keystone

Roche erhielt den Schmähpreis wegen undurchsichtiger Studien zum Medikament Cell Cept, das die Organabstossung verhindern soll, teilten die Organisatoren mit.

Roche führe die Studien in China durch, obwohl dort mehr als 90 Prozent aller transplantierten Organe von hingerichteten Gefangenen stammten. Der Konzern wolle oder könne nicht sagen woher die Organe für seine Studien kommen. Für den «Swiss Award» nominiert waren neben Roche auch die Agentur Farner PR sowie das Internationale Olympischen Komitee.

Der Pharmakonzern erhielt zudem den «People's Award». Mehr als 20'000 Personen hatten sich an der Online-Abstimmung beteiligt, wie es im Communiqué der Erklärung von Bern (EvB) und Greenpeace heisst.

Die Doppelauszeichnung zeige, dass Fachjury und Internet-Gemeinde die Geschäftspraktiken von Roche gleichermassen scharf verurteilten. Die Fachjury bestand aus je drei Mitgliedern der EvB und Greenpeace.

Die Royal Bank of Canada gewann die ungeliebte Auszeichnung wegen seiner Rolle als weltweit führender Financier der Ölsandkonzerne. Diese fördern in der Provinz Alberta auf einer Fläche grösser als die Schweiz und Österreich zusammen das «dreckigste Rohöl der Welt», lautet der Vorwurf.

Für den «Global Award» waren zudem gleich zwei Konzerne aus Frankreich nominiert; Der Stahlkonzern «Arcelor Mittal» und der Energieversorger GDF Suez.

Am elften «Public Eye» in Davos verlieh die Fachjury erstmals den «Greenwash Award», bei dem es um die «unglaubwürdigsten Sozial- und Öko-Label» ging. Erhalten hat den Schmähpreis das im Rahmen des Global Compact lancierte UNO-Wassermandat.

Konzerne wie Nestlé, Coca Cola oder Dow Chemical gäben vor, in diesem Klub gemeinsam mit UNO-Organisationen und Nichtregierungsorganisationen die Wasserkrise zu bekämpfen. Stattdessen «betreiben sie unter dem UNO-Signet ihre Politik der Wasserprivatisierung systematisch weiter», wird Richard Girard vom kanadischen Polaris Institut zitiert.

An dem Anlass, an dem die «sozial und ökologisch skrupellosesten Firmen des Jahres» ausgezeichnet werden, sprach auch Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz per Videobotschaft. Er warnte davor, dass «die Marktfundamentalisten bereits wieder Morgenluft wittern» und versuchen, «die zu neuem Selbstbewusstsein erwachte Politik erneut zu schwächen».

(sda/stom)

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