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Villiger: UBS liefert selber keine Kundendaten an die USA

Mittwoch, 27. Januar 2010, 11:19 Uhr, Aktualisiert 11:36 Uhr

Die UBS wird im Alleingang keine Kontendaten von mutmasslichen Steuersündern an die USA herausgeben. Entsprechenden Forderungen erteilte UBS-Präsident Kaspar Villiger eine klare Absage. In einem Gespräch mit dem «Tages-Anzeiger» verteidigte er zudem die Lohnpolitik der UBS.

Bild Kaspar Villiger neben UBS-Logo
UBS-Präsident Kaspar Villiger rügt indirekt den Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts. keystone / archivbild

«Oswald Grübel und ich werden niemals Daten illegal herausgeben», sagte Villiger laut dem von der Grossbank bestätigten Zeitungsbericht. Forderungen aus der Politik, die Grossbank solle das Amtshilfe-Problem mit den USA selber lösen und die Kundendaten notfalls widerrechtlich herausgeben, wies er energisch zurück.

Schweiz in «schwierige Lage gebracht»

«Wir können von den Mitarbeitern nicht die konsequente Einhaltung von Recht fordern, wenn wir selber Recht brechen», sagte der Verwaltungsratspräsident der Grossbank.

Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts habe den im vergangenen August erzielten Kompromiss «zerschlagen und die Schweiz - nicht nur die UBS - in eine enorm schwierige Lage versetzt», sagte der UBS-Präsident zur Situation vor der Lagebeurteilung durch den Bundesrat. «Ohne eine zwischenstaatliche Verständigung gibt es keine Lösung», sagte Villiger zu den in den vergangenen Tagen diskutierten Optionen.

Die «Fehler unserer Vorgänger»

Villiger erinnerte daran, dass die Krise von Leuten verursacht worden sei, die nicht mehr bei der Bank seien. Er und Grübel stünden für eine neue UBS. «Wir lassen uns aber auch nicht ständig die Fehler unserer Vorgänger vorhalten», sagte Villiger.

Die UBS sei für viele ein Feindbild geblieben, obwohl es die alte UBS nicht mehr gebe. «Das ist zwar ungerecht, aber nicht unverständlich», räumte der ehemalige FDP-Bundesrat ein. Die UBS werde die vereinbarten Aufgaben erfüllen und konstruktiv an Lösungen mitarbeiten.

Beschränkung der Top-Löhne wäre «Schildbürgerstreich»

Der UBS-Präsident verteidigte zudem die Lohnpolitik der Grossbank, die wegen der bevorstehenden Bonuszahlungen scharf kritisiert worden ist. Eine Einschränkung der Toplöhne wäre im internationalen Umfeld «ein Schildbürgerstreich erster Sorte».

Die Bank sei schon vor Jahresfrist «bitter bestraft» worden, als sie die Boni drastisch gekürzt und ein Bonus-Malus-System für das Topmanagement eingeführt habe. Ganze Teams mit Beziehungsnetz und Kunden seien abgeworben worden. Als die UBS dann Korrekturen bei der Entlöhnung vorgenommen habe, sei ein Aufschrei durch Medien und Politik gegangen.

«Beamte nie klüger als Märkte»

«Die Schweiz pflegt jene auszupfeifen, die Verantwortung übernehmen, und jene zu loben die pfeifen», sagte der Ex-Politiker. Er wandte sich zugleich gegen die Reaktion der Politik auf die Finanzkrise. «Die massiven Staatsinterventionen haben den fatalen staatlichen Machbarkeitswahn wieder auferstehen lassen», sagte Villiger, und weiter: «Beamte sind nie klüger als Märkte.»

Die Aussagen Villigers auf die Fragen des «Tages-Anzeigers», die von der Medienstelle der Grossbank vollumfänglich bestätigt werden, kommen insofern überraschend, als die UBS seit der Publikation des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts vom vergangenen Freitag inhaltliche Stellungnahmen zum neuen Patt in der Steueraffäre mit den USA abgelehnt hatte. Noch Anfang dieser Woche hiess es auf Anfrage, niemand werde vor der Sitzung des Bundesrats Stellung nehmen.

(sda/ddp/gmue)

Kommentare aktiv...

E. Verena, Zürich

Verfasst am: 29.1.2010 17:34

Schuster bleib bei deinen Leisten

Es ist sehr schlecht, dass ein ehemaliger... mehr

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C. Klein, Zürich

Verfasst am: 27.1.2010 21:26

Anklage

Ospel und Co. sollen endlich angeklagt werden.

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M. hurni, Bern

Verfasst am: 27.1.2010 18:17

es ist klar herr villiger,

dass sie keine daten heruausgeben werden. nun die... mehr

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